St. Kilian - Uwe Lüttinger gestaltet Gottesdienst zur Entsendung der Sternsinger / Nicolas Frei stellt den Libanon vor „Zieht verwandelt weiter“

Von 
Volker Widdrat
Lesedauer: 
Kilian Taysi (v. l.), Lukas Hauck und Linus Hofmann als die Heiligen Drei Könige und Sternträger Marcel Schubert bringen den Segen in die Häuser. © Widdrat

Oftersheim. „Segen bringen, Segen sein – Frieden! Im Libanon und weltweit“. Das war das Motto der Aktion Dreikönigssingen, das die Sternsinger am Tag der Heiligen Drei Könige bei der Eucharistiefeier in St. Kilian mit auf den Weg bekamen. Seit Freitag brachten die Kinder der katholischen Seelsorgeeinheit diesen Frieden auch in die Häuser der Hardtgemeinde.

AdUnit urban-intext1

Papst Franziskus betont, dass die Menschen derzeit mehr denn je „Gestalter des Friedens“ bräuchten. „Die Sternsinger gehören dazu. Ihr Motto macht deutlich: Jedes Kind kann zum Gestalter des Friedens werden“, heißt es im Aufruf der deutschen Bischöfe. „Wir bitten Sie herzlich, mit Ihren Gaben und Ihrem Wohlwollen dazu beizutragen, dass die Sternsinger auch im Jahr 2020 Segen bringen und Frieden ausbreiten“, sendet der Freiburger Erzbischof Stephan Burger seinen Gruß.

Sperrgebiet Bethlehem

Mit dem Lied „Unfriede herrscht auf der Erde“ eröffneten die Sternsinger den Gottesdienst mit Pfarrer Uwe Lüttinger. Das Anspiel zeigte eine „Heilige Nacht ohne Jesus“. Maria und Josef erhalten nicht mal eine Bleibe in einem Stall. Die Hirten, welche die frohe Botschaft von der Geburt Jesu erzählt bekommen haben, dürfen nicht dorthin. König Herodes lässt die Drei Heiligen Könige wegschließen, weil Bethlehem Sperrgebiet ist.

„In einer Welt der verschlossenen Türen, in einer Welt der geschlossenen Grenzen, in einer Welt des Misstrauens und der Angst bleibt die Krippe leer“, lautet die bittere Erkenntnis. „Seht ihr unsern Stern dastehen“ sang die Gemeinde. Alina Matern las aus dem Buch Jesaja vom großen Traum vom Frieden, in dem Menschen aus allen Ländern der Erde – Arme und Reiche, Könige und Bettler – zusammenkommen, um gemeinsam Gott zu loben und in seinem Namen zu feiern und zu singen: „Steh auf, werde Licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht strahlend auf über dir.“ Pfarrer Uwe Lüttinger erzählte aus dem Evangelium nach Matthäus, wonach Sterndeuter aus dem Osten gekommen sind und gefragt haben: Wo ist der neugeborene König der Juden?

AdUnit urban-intext2

In der Predigt ging die Frage an die Kinder. Wer hat eine Krippe zu Hause? Und welche Figuren stehen dort? Die Kleinen wussten bestens Bescheid. Das Bild der Krippe sei die erste Lektion für uns Menschen. Wo Gott ist, sind alle eingeladen. Wo Gott ist, gibt es keine Feinde. Mit dieser Botschaft des Friedens sollten die Sternsinger zu den Menschen gehen. Nach dem Glaubensbekenntnis „Gott ist dreifaltig einer“ und den Fürbitten gestaltete Pfarrer Lüttinger die Gabenbereitung. Die Sternsinger bildeten einen Halbkreis um den Altar. „Herr gib uns Frieden“ erklang in der weihnachtlich geschmückten Kirche von St. Kilian.

Wie eine friedliche Oase

Nicolas Frei stellte den Libanon vor. Auf den ersten Blick wirke das Land wie eine friedliche Oase im konfliktreichen Nahen Osten. Und doch sei der Friede dort keine Selbstverständlichkeit. Erst vor 30 Jahren sei ein langer Bürgerkrieg zu Ende gegangen. Zugleich tobe im Nachbarland Syrien nun schon seit Jahren ein brutaler Krieg. „Eine Million Syrer sind inzwischen in den Libanon geflohen. Menschen, die dort in großer Armut leben, weil sie durch den Krieg und die Flucht alles verloren haben.“ Im Libanon werde viel für den Frieden getan, so Nicolas Frei. Einige der Friedensprojekte würden von den Sternsingern unterstützt. „Ihr seid ein enormer Segen, für die Menschen vor Ort und für die Menschen im Libanon“, dankte Lüttinger den Sternsingern: „Zieht verwandelt weiter, immer mit Gottes Segen.“

AdUnit urban-intext3

Das Lied „Auf dem Wege, den wir gehen“ erklang, bevor sich die Kinder, mit Kreide und Aufklebern ausgerüstet, aufmachten. Knapp zwei Dutzend Sternsinger als Könige Caspar, Melchior und Balthasar waren bei der von Daniela Weissmann und Teresa Nguyen organisierten Aktion in Oftersheim unterwegs. „Wir klingeln an jeder Tür und gehen von Haus zu Haus, aber es gab auch viele Terminbestellungen, wo die Bewohner sichergehen wollten, dass wir sie auch tatsächlich antreffen“, hieß es von den Verantwortlichen.

AdUnit urban-intext4

Die Sternsinger erinnerten mit ihren Kronen und den Gewändern an die Heiligen Drei Könige, die zum Jesuskind in der Krippe kamen. So waren zum Beispiel Linus Hofmann, Kilian Taysi und Lukas Hauck, begleitet von Sternenträger Marcel Schubert, in der Robert-Bosch-Straße und in der Röhlichstraße auf Tour und brachten den Segen „20*C+M+B*19“ (Christus Mansionem Benedicat – Christus segne dieses Haus) in die Häuser und Wohnungen. Sie erfreuten mit ihrem Gesang und sammelten Spenden für den Frieden im Libanon und weltweit. Zur Mittagszeit gab es eine kleine Stärkung. Und zum Abschluss warteten im Josefshaus als Belohnung für die fleißigen Sternsinger leckere Hamburger, Süßigkeiten, Urkunden und Gutscheine für einen Kinonachmittag.

Freie Autorenschaft Volker Widdrat ist freier Mitarbeiter.