Senioreninitiative - Gerhard Müller erkundet mit Mitfahrern die Region auf kurzen Touren / Regelmäßiges Angebot soll entstehen / Weitere Mitfahrer erwünscht Erst radeln sie und dann wird’s gesellig

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Vanessa Schwierz
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Plankstadt. Noch sitzt Gerhard Müller gemütlich auf der Bank an der Bushaltestelle auf dem Rathausplatz. Ein paar Minuten hat er noch, bevor die zweite Radtour der Senioreninitiative startet. Sein Fahrrad mitsamt Lenkertasche steht bereit. Das Angebot der Senioreninitiative ist noch recht jung und richtet sich an jeden, der Lust hat, mit einer Gruppe eine kleine Radtour zu unternehmen. „Einfach vorbeikommen und mitfahren“, sagt Müller im Gespräch mit unserer Zeitung.

Los geht die Radtour der Senioreninitiative auf dem Rathausplatz in Richtung Himmelswiese. Unter der Leitung von Gerhard Müller haben sich insgesamt neun Männer und Frauen in den Sattel geschwungen. © Schwierz
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Es müsse auch niemand Angst haben, dass er nicht mithalten könne, denn es würden kleine Ausflüge unternommen. „Bei der ersten Tour sind wir zum Hundesportverein nach Oftersheim gefahren. Rund sieben Kilometer waren das. Auf dem Rückweg wollten die Teilnehmer noch weiter fahren“, macht er deutlich und lacht, „dann sind wir um den ganzen Schlossgarten herum. Das waren dann etwas mehr als zehn Kilometer auf dem Rückweg.“

Rad-Regeln für Gruppen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Baden-Württemberg gibt Regeln für das Verhalten von Radfahrern in Gruppen vor:

Radfahrer dürfen in Gruppen von mehr als 15 Personen auf öffentlichen Straßen im Pulk nebeneinander fahren.

Wenn die Spitze bei grün über die Ampel fährt, darf der Pulk komplett durchfahren, auch wenn die Ampel auf rot schaltet.

Der Pulk ist nur komplett zu überholen.

In kleinen Gruppen sollte sich über das Verhalten abgesprochen werden. Es sollte daher klar sein, wer bremst und wer schneller wird, wenn der übrige Verkehr ein Hintereinanderfahren erfordert.

Der erste und letzte Fahrende sollte informieren, wenn sich ein anderes Fahrzeug oder ein Fußgänger von vorne oder hinten nähert. Auch Warnungen vor Hindernissen sollte der Führende geben.

Der Erste sollte frühzeitig anzeigen, wie an Kreuzungen abgebogen wird.

Wenn die Gruppe stehen bleibt, die Fahrbahn räumen.

Der ADFC bietet Tourleiter-Seminare an. vas

Wichtig sei auch das Einkehren bei solchen Trips. Dabei ginge es nicht nur um das Stärken, sondern auch darum, miteinander ins Gespräch zu kommen. „Bei einem Getränk oder Essen ist das einfacher als unterwegs auf dem Rad“, betont er den gemütlichen Part des Angebots.

Regelmäßigkeit angestrebt

Bevor die Fahrt nach Heidelberg-Pfaffengrund zur Himmelswiese beginnt, erzählt Müller, wie es zu dieser Ausflugsgruppe kam. Der Vorstand der Senioreninitiative habe sich Gedanken über ein solches Angebot gemacht – stellte vor allem die Frage danach, wer ein solches leiten könnte. Dass Müller also nun die Regie für die Gruppe übernommen hat, hört er aber gar nicht so gerne, denn „es geht ja schließlich um die ganze Gruppe und nicht um mich“, meint er und möchte eher im Hintergrund stehen. Doch als Leiter der Radgruppe ist er quasi prädestiniert. Seit seiner Rente macht er wöchentlich größere Touren mit seinem Fahrrad. „Ich komme da in der Woche schon mal auf 25 bis 40 Kilometer“, erzählt Müller.

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Noch steht die Senioren-Radgruppe an Anfang – eine Regelmäßigkeit wünscht sich Müller. „Eine Tour sollte schon alle drei Wochen beziehungsweise einmal im Monat stattfinden“, wünscht sich der Rentner.

Auch für E-Bikes geeignet

Ob es Probleme gebe, wenn Teilnehmer mit und ohne E-Bike dabei sind? „Nein. Denn schon beim Wandern habe ich immer gesagt, der Schwächste in der Gruppe muss Spaß haben und so sehe ich das auch bei der Tour“, argumentiert Müller. Er erzählt, dass auch bei der ersten Ausfahrt schon E-Bike-Fahrer dabei waren, „aber die Unterstützung müssten sie dann ausschalten oder sich den langsameren Fahrern anpassen“.

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Auch Sonja Lehr nutzt die Möglichkeit, um mit mehreren Menschen zu fahren. Das Fahrrad ist ihr Fortbewegungsmittel, aber Touren in der Gruppe machen ihr einfach noch mehr Spaß, als nur allein unterwegs zu sein: „Ich habe einfach Spaß mit dem Rad. Ich werde auch mein Auto nun verkaufen. Ich brauche es einfach nicht mehr“.

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Gemeinsam am Start ist das Ehepaar Doris und Walter Etzler, die beide gerne mit ihren Fahrrädern unterwegs sind. „Früher haben wir große Touren gemacht. Da sind wir die Donau entlang gefahren und waren an der Ostsee unterwegs“, erzählt Doris Etzler begeistert von ihren Radreisen. Ursprünglich sei mal angedacht gewesen, dass Walter Etzler die Leitung der Gruppe übernimmt, „das hat aber privat nicht geklappt“. Als ehemaliger Lehrer wisse er, was auf den Leiter einer solchen Gruppe zukommt. „Man muss viele Regeln beachten. Denn in Gruppen zu fahren, stellt immer ein gewisses Risiko dar. Da bin ich immer etwas vorsichtig“, sagt er. Aber auf die Tour freue er sich und sei gespannt, was ihn und seine Mitfahrer erwartet.

Alle sind bereit. Gerhard Müller setzt seinen Helm auf, die Gruppe sammelt sich und los geht die Fahrt für die neun Radler in Richtung Himmelswiese in den Pfaffengrund. Dort kommen sie gut an – rund elf Kilometer zeigt am Ende des Tages der Tacho an.