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Fluthilfe - Thomas Neumann konnte nicht tatenlos zusehen – und ist nach Ahrweiler gefahren / Generatoren, Heizungsanlagen und Kanister hat er besorgt

Feuerwehr füllt Tanks mit Trinkwasser

Von 
Hannah Beisel
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Bei der Auslieferung der sehr benötigten Wassertanks: Stefan Holtz (l.) mit Thomas Neumann bringen Tanks der Firma ADM Wild Europe. © Neumann

Plankstadt/Ahrweiler. Zerbeulte Autos, Müllberge und alles mit Schlamm verspritzt. Das Hochwasser im Kreis Ahrweiler hat ganz Deutschland in Schockstarre versetzt. Hunderte sind gestorben und vermisst, Tausende haben alles verloren. Ein Licht im Dunkeln gibt es jedoch: Die Hilfsbereitschaft der Deutschen ist extrem gewachsen, die Bevölkerung ist zusammengerückt und viele wollen den Unglücklichen helfen.

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Auch in Plankstadt wird mitgeholfen: Thomas Neumann, der als Heizungsinstallateur in Plankstadt ein ansässiges Unternehmen besitzt, war in Ahrweiler vor Ort. „Ich konnte einfach nicht tatenlos zusehen“, erzählt er. „Es ist schlimm dort, ganz schlimm. Man kann sich das gar nicht vorstellen. Der Dreck, der penetrante Geruch, der Schlamm, es ist eine Katastrophe.“ Viele Straßen sind komplett zerstört, manche Wege existieren nicht mehr. Auch um die Flora steht es schlecht, das Hochwasser hat einen gewaltigen Schaden angerichtet. Gigantische Müllberge liegen auf den Parkplätzen, links und rechts liegen zerfetzte Autos auf der Seite. Den Friedhof hat es am schlimmsten erwischt: Grabsteine liegen umgekippt auf dem Boden, eine dicke Schlammschicht bedeckt das Areal.

Thomas Neumann entschloss sich nun, in der schrecklichen Situation zu helfen und wurde mit offenen Armen in Ahweiler empfangen. „Als die Nachricht von dem schrecklichen Hochwasser kam, habe ich sofort bei der zuständigen Stelle angerufen, um mich einteilen zu lassen. Die haben mir versichert, dass sie gleich zurückrufen, haben sie aber nicht. Dann bin ich eben auf eigene Faust hingefahren.“

Hier können Sie helfen

  • Unsere Zeitung hat gemeinsam mit den Städten und Gemeinden unseres Einzugsgebiets eine Spendenaktion gestartet. Spenden Sie mit dem Stichwort: „Fluthilfe 2021“: Sparkasse Heidelberg: DE08 6725 0020 0025 0104 42, VR Bank Kur- und Rheinpfalz: DE78 5479 0000 0005 0650 03.
  • Auch die TuS Ahrweiler 1898 nimmt Spenden mit dem Stichwort „Hochwasserhilfe für TuS Mitglieder“an: IBAN DE56 5775 1310 0000 8079 25; BIC MALADE51AHR. Mehr Infos unter https://www.tus-ahrweiler.de/ 

Infrastruktur herstellen

„Am Anfang bin ich alleine hin, dann haben sich noch ein paar von meinen Mitarbeitern angeschlossen. Jeden Tag sind wir morgens nach Ahweiler und abends nach Hause gependelt. Das war bis letztes Wochenende der Fall“, führt er weiter aus. „Man braucht nach Ahrweiler ungefähr zweieinhalb Stunden, aber in dieser Zeit sind wir nicht untätig herumgesessen. Hauptsächlich habe ich telefoniert und organisiert. Meine größte Aufgabe in Ahrweiler ist es, eine einigermaßen funktionierende Infrastruktur wiederherzustellen.

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Ich rufe die verschiedenen umliegenden Firmen an und versuche essenzielle Dinge wie zum Beispiel Generatoren, Heizungsanlagen, Anhänger, Kanister und mehr zu besorgen. Bis jetzt haben alle Firmen, die ich angefragt habe, dankbarerweise ja gesagt. Da sind von Dachdeckern bis Heizungsinstallateuren alles dabei.“ Die Menschen in Ahrweiler sind geschockt, aber dankbar für jede Hilfe. „Ich habe drei Familien übernommen. Keiner von den dreien hatte Gott sei Dank einen Verlust in ihrem Familienkreis“, erzählt Neumann. „Am Anfang waren alle sehr zurückhaltend und hatten Probleme, sich helfen zu lassen, aber jetzt haben wir einen sehr engen Kontakt aufgebaut.“

Dennoch ist die Katastrophe noch nicht abgewendet: Viele Familien haben keinen Strom, kein Gas oder Leitungswasser. Es gibt keine funktionierende Infrastruktur. Um Trinkwasser zu bekommen, müssen sie Wasserkanister vor ihre Haustür stellen, dass die Feuerwehr sie am Morgen mit Wasser befüllt. Und dieser Zustand wird lange anhalten.

Auf die Frage wie man helfen kann, antwortet Neumann: spenden! „Die Leute haben nichts mehr, viele haben ihr Zuhause verloren und sind jetzt obdachlos. Sachspenden haben wir genug, auf Geldspenden kommt es im Moment an. Die Strukturen müssen wiederhergestellt werden.“ Um dies zu ermöglichen, macht Neumann auf die Spendenaktion des Sportvereins TuS Ahrweiler aufmerksam – und auch die Schwetzinger Zeitung hilft mit einer Spendenaktion mit. Vor Ort hatte sich Redaktionsleiterin Katja Bauroth einen Überblick im Krisengebiet verschafft und kräftig mit angepackt. Für Neumann ist die Hilfsaktion noch nicht vorbei. Er wird den drei Familien weiterhin helfen und hat angekündigt, dass der Betriebsausflug nach Ahrweiler gehen wird.

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