Im Porträt - Herbert Stöbener macht in seiner Freizeit Aufnahmen mit der Kamera / Schnitt und Ton nimmt der 88-Jährige selbst vor / Videos veröffentlicht er nicht Film und Fotografie sind seine Leidenschaft

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Catharina Zelt
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Herbert Stöbener hat diesen besonders hübschen Sonnenuntergang in Plankstadt aufgenommen. © Stöbener

Plankstadt. Herbert Stöbener hält seine Videokamera ruhig in den Händen. Die Blumen vor ihm leuchten im Sonnenschein. Langsam zoomt er an die weiße Blütenpracht heran. In seinem Film über die Bundesgartenschau in Heilbronn wird sich diese Szene ganz wunderbar machen. Eine Hummel fliegt durchs Bild und lässt sich auf einer der Rosen nieder. Stöbener stoppt die Aufnahme.

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Seit 50 Jahre filmt und fotografiert er auf Hochzeiten und Geburtstagen und auch privat. „Ich habe Alben voller Bilder“, erzählt der 88-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. „Aber jedes Bild auszudrucken, das wird auf Dauer zu teuer. Deshalb bin ich auf digital umgestiegen“, erzählt er.

Die Bilder, die er in Plankstadt und Umgebung, aber auch mal auswärts knipst, verwendet er für seine Videos. Die Streifen sind rund ein bis zwei Stunden lang – Schnitt, Ton, Kamera und Regie macht Herbert Stöbener alles selbst. „Manchmal hilft mir ein Freund, der auch filmt“, erklärt er.

„Wir fahren dann zum Beispiel zusammen mit dem Zug in den Schwarzwald, um dort zu drehen“, fügt er noch hinzu. Das Filmen ist sein Hobby, sein wirklich große Leidenschaft. Mit leuchtenden Augen erzählt er von Videos über Mallorca, Bayern oder schönen Gletschern, die er gedreht und geschnitten hat. Auch im Europapark hat der gebürtige Ludwigshafener bereits gefilmt.

Himmel und Blumen sind Motive

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Über 100 Streifen sind so über die Jahre zusammengekommen. Veröffentlicht hat er nie einen. „Ich behalte sie für mich privat und zeige sie Freunden und Bekannten“, erzählt er. Ein bisschen Plankstadt steckt in fast jedem seiner Filme: Der blaue, wolkenlose Himmel, der glitzernde Schnee am Abend oder der einmalige Sonnenuntergang in der Gemeinde finden sich als Bilder in den Übergängen zwischen einzelnen Szenen wieder.

„In den 1970ern habe ich sogar ein Jahr lang Bilder für die Illustrierte gemacht“, berichtet Stöbener. Viele Jahre habe er bei der BASF gearbeitet und sei schließlich vor rund 20 Jahren nach Plankstadt gekommen. Filmen und fotografieren zählten schon immer zu seinen Hobbys.

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Besonders gelungen findet er seinen Film über die Bundesgartenschau in Heilbronn. Von der Anfahrt mit dem Zug über die Springbrunnen und Blumen bis hin zur Abreise hat er alles mit der Kamera festgehalten und in einem Film verewigt. Ein Schwan sitzt mit seinen Jungen im Gras, traumhafte Rosenbeete strahlen bunt in der Sonne und eine Band spielt auf einer kleinen Bühne Musik – all das hat Stöbener mit seiner Digitalkamera festgehalten. „Ich habe diesen Film extra chronologisch aufgebaut“, erzählt der Hobby-Fotograf. Und damit er nicht lange in einem großen Archiv suchen muss, hat er seine Filme allesamt auf einem USB-Stick gespeichert – so kann er sie sich überall anschauen, verrät der begeisterte Filmemacher.

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