Im Interview - Das Bauamt ist wegen des Rathausabrisses in die Wilhelmstraße 2 gezogen / Leiter Andreas Ernst erzählt, wie er und sein Team sich eingelebt haben „Gebäude hat sich für uns angeboten“

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Catharina Zelt
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In dieses Gebäude in der Wilhelmstraße 2 – in der Nähe des alten Rathauses – ist das Bauamt gezogen. © Junker

Plankstadt. Das Rathaus wird abgerissen, die Ämter sind deshalb zum Großteil in eine Containeranlage gezogen. Nicht in die Container, sondern in ein Gebäude in der Wilhelmstraße übergesiedelt sind die Mitarbeiter des Bauamts. Im Interview erzählt Bauamtsleiter Andreas Ernst, warum er und seine Kollegen nicht auch in die Container gezogen sind und wie sie sich eingelebt haben.

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Warum haben Sie sich entschieden, in eine Nebenstelle des Rathauses zu ziehen?

Andreas Ernst: Weil wir das Rathaus sanieren, mussten wir umziehen. Sanierung heißt: Der Altbau wird komplett saniert und der angebaute Teil wird abgerissen und in anderer Form erneuert.

Warum ist es schließlich das Gebäude in der Wilhelmstraße 2 geworden?

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Ernst: Das hat sich angeboten. Zum einen spielt da die Nähe zur Baustelle mit rein, zum anderen ist das Gebäude sowieso frei geworden. Das Haus gehört der Gemeinde. Wir hatten im ersten Obergeschoss einen Mieter, der glücklich darüber war, in eine andere Wohnung zu ziehen. Unten im Erdgeschoss war vorher das Ordnungsamt, das jetzt mit in der Containeranlage untergebracht ist. Wir haben hier außerdem die Möglichkeit, die Mitarbeiter der Elektronischen Datenverarbeitung (EDV) und Gabriele Piuma als Beratungsstelle des Pflegestützpunktes Rhein-Neckar-Kreis im Erdgeschoss unterzubringen. Die EDV ist dort in der Nähe des Servers – das hat technisch wichtige Gründe. Den Server konnten wir nicht einfach in die Containeranlage bringen, deshalb ist er weiterhin hiergeblieben – nicht mehr im Rathaus, sondern im Gebäude nebenan. Aber die ganze Leitungsthematik ist so viel einfacher abgehandelt, weil auch das Gemeindezentrum mit am Computernetzwerk des Rathauses hängt. Da war dann nicht viel für notwendig, um das Gemeindezentrum, das Gebäude in der Wilhelmstraße und die Containeranlage, die ja aktuell den Hauptteil vom Rathaus bildet, miteinander zu verbinden. Indem wir in der Nähe geblieben sind, haben wir uns diese Dinge deutlich erleichtert. Hinzu kommt, dass wir in der Containeranlage natürlich mehr Platz für die Kollegen haben, da wir nicht dabei sind. Das heißt, in der Containeranlage ist jetzt so viel Platz, dass das auch den Arbeitsstättenrichtlinien entspricht.

Was mussten Sie für den Umzug konkret tun?

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Ernst: Die Mitarbeiter der EDV haben da ganz Großes geleistet. Sie haben im Grunde den ganzen Umzug mitgemanagt, was die technische Seite anging. Wir sind wochenweise umgezogen – pro Amt eine Woche. Das hat dann den Ausfall des jeweiligen Amtes für eine Woche bedeutet, wobei in der laufenden Woche die EDV jeweils ab Mittwoch oder Donnerstag wieder funktioniert hat, genau wie auch bei uns. Das war hervorragend und das Umziehen an sich, wie das abläuft, ist klar. Da werden Kisten gepackt und geschleppt und Möbel ab- und wieder aufgebaut. Der Bauhof hat eine ganze Menge gemacht – zum Beispiel den Möbelabbau und -aufbau und die Vorbereitungen am Container.

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Wie haben Sie sich eingelebt?

Ernst: Sehr gut. Wir haben natürlich gleich mit dem Einzug das Thema Corona, sind also jetzt ganz für uns alleine. Dadurch, dass wir jetzt praktisch von innen abgeschlossen haben, konferieren wir aktuell viel über unsere Telefone. Aber wir haben uns gut eingelebt und ich denke, dass ich da auch für meine Kollegen sprechen kann.

Sind die Räumlichkeiten in der Wilhelmstraße nun besser oder schlechter?

Ernst: Wir haben ähnlich viel Platz wie vorher. Es ist eben frisch renoviert. Insofern sind die Räumlichkeiten tatsächlich fast besser als im alten Rathaus – aber die Sanierung hat ja auch seinen Grund.

Gab es beim Umzug Schwierigkeiten?

Ernst: Nein, es hat alles prima geklappt. Natürlich ist ein Umzug immer ein bisschen stressig, aber man wird auch altes Zeug los, räumt Schränke aus und lässt Dinge los, die man nicht braucht. Ausgemistet haben wir alle. Ich möchte mich an der Stelle auch bei allen Kollegen im Bauamt bedanken, die richtig gut mitgemacht haben, und beim Bauhof, der absolut tatkräftig unterstützt hat. Ohne den Bauhof wäre das sicherlich nicht so gut gelaufen: Alle haben mit angepackt und die neue Situation gut angenommen.

Wie geht es mit dem Rathausabriss weiter?

Ernst: Anfang April beginnt der Abriss. Wir werden jetzt noch entrümpeln, ein paar Sachen ausräumen und dann kommt auch schon der Bagger.

Gibt es wegen des Coronavirus Verzögerungen?

Ernst: Im Moment gibt es keine Verzögerungen und es läuft alles nach Plan. Anfang Juni beginnt dann der Umbau und den Rest müssen wir abwarten.

Volontariat Volontärin der Schwetzinger Zeitung