St.-Nikolaus-Kirche

Gedenkgottesdienst für Papst Benedikt XVY. in Plankstadt: Kontroverse Rückschau

Nach dem Tod von Benedikt XVI. gedachte die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus des emeritierten Papstes mit einer Messe, die Pfarrer Reinhold Lovasz, unterstützt von drei Ministranten, zelebrierte.

Von 
Maria Herlo
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Gedenken an den ehemaligen deutschen Papst Benedikt XVI.: Pfarrer Reinhold Lovasz bei der Trauermesse in der katholischen Kirche St. Nikolaus in Plankstadt. © Lenhardt

Plankstadt. Nach dem Tod von Benedikt XVI. gedachte die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus des emeritierten Papstes mit einer Messe, die Pfarrer Reinhold Lovasz, unterstützt von drei Ministranten, zelebrierte. An diesem Gottesdienst vom Mittwochabend nahm nur eine Handvoll Besucher teil, obwohl es in verschiedener Hinsicht ein besonderer Anlass war. Davon war aber nicht viel zu spüren.

Der Gottesdienst folgte einem ganz normalen Ablauf, wobei es keinen Chor, keine Predigt gab und damit keine Worte, die die Herzen der Anwesenden hätten erreichen können. Momente meditativer Einkehr verschafften die gemeinsam gesungenen Lieder, die Gebete sowie die Orgelklänge.

Castel Gandolfo 2012: Der damalige Papst Benedikt XVI. und sein Bruder Georg Ratzinger (r.) klatschen in der päpstlichen Sommerresidenz. Im Hintergrund steht der Privatsekretär von Joseph Ratzinger, Georg Gänswein.

Pfarrer Lovasz las zu Beginn einiges aus der Biografie des 1927 in Marktl am Inn geborenen Joseph Ratzinger vor und ließ die wichtigsten Stationen seines Lebens Revue passieren. Kindheit und Jugend verbrachte er in der Kleinstadt Traunstein, nahe der österreichischen Grenze.

Prägende Erziehung

Prägend war die Erziehung in einer sehr gläubigen Familie. Im Zweiten Weltkrieg wurde er in den Hilfsdienst der Fliegerabwehr eingezogen. Von 1946 bis 1951 studierte Joseph Ratzinger Philosophie und Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule von Freising und an der Universität München. 1951 wurde er zum Priester geweiht. Ein Jahr später begann er seine Lehrtätigkeit an der Hochschule Freising, promovierte in Theologie und vier Jahre später habilitierte er sich. Seine Lehrtätigkeit setzte er an verschiedenen Universitäten fort: von 1959 bis 1963 in Bonn, von 1963 bis 1966 in Münster und von 1966 bis 1969 in Tübingen.

Von 1962 bis 1965 lieferte er einen beachtlichen Beitrag zum Zweiten Vatikanischen Konzil; als theologischer Berater des Erzbischofs von Köln wohnte er den Konzilssitzungen bei. Eine intensive wissenschaftliche Tätigkeit brachte ihm bedeutende Aufgaben im Dienst der Deutschen Bischofskonferenz und in der Internationalen Theologenkommission ein. Im November 1981 berief ihn Papst Johannes Paul II. als Kurienkardinal nach Rom und im April 2005 wurde Ratzinger nach dessen Tod als Papst Benedikt XVI. zu seinem Nachfolger gewählt.

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2013 hat er überraschend seinen Rücktritt vom Amt als Papst und Bischof von Rom verkündet. Dass ein Pontifex nicht durch den Tod aus dem Amt scheidet, hat es seit 1294 nicht mehr gegeben. Den Rücktritt begründete er mit seinem fortgeschrittenen Alter und der damit verbundenen schwindenden Kraft. Seither lebte der emeritierte Papst zurückgezogen im Vatikan. An Silvester 2022 ist er mit 95 Jahren verstorben.

Pfarrer Lovasz klammerte nicht aus, dass die Sicht auf den Ex-Papst mitunter sehr kontrovers war. Kritisiert wurde er wegen seiner erzkonservativen Haltung und insbesondere wegen seines Umgangs mit dem Missbrauchsskandal.

Begegnung der Jünger mit Jesus

Die Lesung übernahm Pfarrer Lovasz selbst aus dem Evangelium nach Johannes, Kapitel 1,35-42, das exemplarisch für die Begegnung der ersten Jünger mit Jesus steht und für Menschen, die sich auf die Suche nach ihm begeben. Johannes der Täufer, der Jesus vorübergehen sah, sagte: „Siehe, das Lamm Gottes!“ Zwei von seinen Jüngern folgten Jesus, der sich zu ihnen wandte und fragte: „Was sucht ihr?“

Sie antworteten ebenfalls mit einer Frage: „Rabbi (also Meister), wo bleibst du?“ Jesus soll daraufhin gesagt haben: „Kommt und ihr werdet sehen!“ „Da kamen sie und sahen, wo er blieb, und sie blieben bei ihm jenen Tag. Es war um die zehnte Stunde“, so der Text des Evangeliums, in dem noch erwähnt wird, dass Andreas seinen Bruder, Simon Petrus, zu Jesus führte, der zu ihm sagte: „Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels – Petrus.“

Es folgten die Fürbitten, die Einladung zum Friedensgruß, der Kommunionempfang, bevor mit dem Segen und einem letzten Lied die Messe zu Ende ging.

Freie Autorin

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