Gemeindezentrum - Die SPD Eppelheim geht bei einem Infoabend der richtigen Nutzung digitaler Medien nach / Klare Regeln für Kinder notwendig „Grundschüler brauchen kein Smartphone“

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sge
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Beim Informationsabend „Kinder und digitale Medien“: Jürgen Geschwill (v.l.), Anja Kegler, Günter Bubenitschek und Renate Schmidt klären Eltern über die richtige Nutzung digitaler und analoger Medien auf. © Geschwill

Eppelheim. Meist ab dem Grundschulalter verändert und erweitert sich die Mediennutzung bei Kindern. Viele bekommen ihr erstes Smartphone geschenkt, soziale Netzwerke werden interessant und ein Großteil der Freizeit wird am Computer verbracht, ob mit Surfen im Internet oder Computerspielen.

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Die SPD Eppelheim ging jetzt der Frage „Welchen Einfluss haben digitale Medien auf Kinder?“ nach und lud Eltern und alle, die Verantwortung für Kinder tragen, zu einem Informationsabend ins katholische Gemeindezentrum ein.

Der Ortsvereinsvorsitzende Jürgen Geschwill und die Fraktionsvorsitzende Renate Schmidt konnten mit Anja Kegler und Günther Bubenitschek zwei Referenten begrüßen, die erst kürzlich in Heidelberg für ihre medienpädagogische Arbeit mit dem Präventionspreis 2019 ausgezeichnet wurden.

Anja Kegler ist soziale Verhaltenswissenschaftlerin, Erzieherin und Referentin für Medienpädagogik im Landes-Netzwerk der Aktion Jugendschutz. Erster Kriminalhauptkommissar Günther Bubenitschek ist Referent für Medienbildung, Mediensicherheit und polizeiliche Kriminalprävention. Für seine großen Verdienste um die Kriminalprävention und die Sicherheit der Menschen in der Rhein-Neckar-Region wurde er bereits 2018 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Beide beleuchteten aus pädagogischer und polizeilicher Sicht die Gefahren, die bei der Nutzung von Smartphone, Computer und Fernseher für Kinder aufkommen können und zeigten die Aspekte des Jugendschutzes auf.

Maximal 20 Minuten Fernsehen

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Den interessierten Gästen gaben die Referenten praktische Tipps, wie man Kinder vor Gefahren besser schützen kann und Empfehlungen für die zeitliche Nutzung von Medien. Kleinkinder im Alter von einem bis zwei Jahren sollten keine digitalen Medien nutzen, sondern ihre Umwelt erforschen.

Bei Kindern ab drei Jahren seien maximal 20 Minuten tägliches Fernsehen angemessen. Ab einem Alter von etwa fünf Jahren könne die Nutzung von Computer oder Fernseher auf 30 Minuten angehoben werden. Ab sechs Jahren seien 45 Minuten täglich ausreichend. Bei den Zehn- bis Vierzehnjährigen seien ein- bis eineinhalb Stunden sinnvoll. Angesprochen wurde auch das Thema „freiwillige Selbstkontrolle“. Hier ging es um die Alterskennzeichnung von Filmen und Computerspielen.

Altersfreigaben selbst beurteilen

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Im Fernsehen werden Filme, die ab zwölf Jahren freigegeben sind, nicht vor 20 Uhr gesendet. Filme ab 16 Jahren dürfen nicht vor 22 Uhr gezeigt werden. Anja Kegler und Günther Bubenitschek zeigten Filmausschnitte und überließen den Zuschauern danach die entsprechende Beurteilung zu den Altersfreigaben. Sie betonten auch, dass Kinder möglichst vor dem Fernseher nicht sich selbst überlassen werden sollten. Ausführlich wurde über die Nutzung von Handys und Smartphones gesprochen. Ein Handy ohne Internetzugang sei für Kinder im Grundschulalter ausreichend, um im Notfall zu Hause anrufen zu können. Ein Smartphone wurde erst für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen.

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Wichtig sei eine gezielte Heranführung der Kinder an das Fernsehen und die digitalen Medien durch die Eltern, stellten Kegler und Bubenitschek hervor. Kindern müsse deutlich gemacht werden, dass sie beim unerlaubten Herunterladen von Spielen und Musik am Computer oder Smartphone sowie deren Weiterverbreitung gegen Gesetze verstoßen. Die Eltern können dafür haftbar gemacht werden.

Daher wurde den Erziehungsberechtigten geraten, einen sogenannten „Mediennutzungsvertrag“ mit ihrem Kind abzuschließen. Darin werden Vereinbarungen wie die tägliche Fernsehzeit sowie die zeitliche und inhaltliche der Nutzung von Smartphone und Computer festgelegt. sge