Geschäftsleben - Die Firma „Klar Seifen“ hat sich im neuen Teil des Gewerbegebiets angesiedelt / Mit Spenden möchte sie in der Corona-Krise helfen Hier gibt’s insgesamt 40 000 Stück Seife umsonst

Von 
Saskia Grössl
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Bürgermeister Nils Drescher (l.) lässt sich von Geschäftsführer Jan Heipcke die Her-stellung der „Klar“-Seifen (Vordergrund) erklären. © Grössl

Plankstadt. Wenn man eines in der Corona-Krise besonders benötigt, dann ist es wohl Seife. Denn wer seine Hände regelmäßig wäscht, senkt das Risiko, am neuartigen Coronavirus zu erkranken. Deshalb hat sich die Firma „Klar Seifen“ etwas überlegt: Sie verschenkt insgesamt 40 000 Stücke Handseife.

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Bürgermeister Nils Drescher konnte nun 210 Stücke des begehrten Guts in Empfang nehmen. Sie sollen der Verwaltung, den Schulen und der Aktion „Plankstadt hilft“ – und damit Bürgern – zugutekommen. Die Firma ist seit Neuestem im Plankstadter Gewerbegebiet ansässig – sie ist von Heidelberg-Rohrbach dorthin gezogen. Das Ambiente passe einfach in diesem neu erschlossenen Teil des Gewerbegebiets, so Geschäftsführer Jan Heipcke.

Seit 1840 existiert „Klar Seifen“ – „Deutschlands älteste Seifenmanufaktur“ nennt sich die Firma selbst. „Wir wollten Ende März komplett umgezogen sein, aber wegen der Problematik rund um das Coronavirus verzögert sich das etwas“, erklärt Jan Heipcke. Schließlich seien gerade auch die Speditionen momentan etwas eingeschränkt.

Weiterer Teil des Umzugsplans war ein Fabrikverkauf ab Anfang April, aber auch dieser wird sich nach hinten verschieben – in der derzeitigen Lage wollte „Klar Seifen“ keine ausgiebigen Bewerbungsgespräche mit Personal führen. Eins läuft jedenfalls derzeit bereits auf Hochtouren, und das ist die große Maschine, mit der die Seife hergestellt wird. „Lustigerweise ähnelt die Maschine denjenigen in der Nudelherstellung“, erklärt Jan Heipcke und schmunzelt.

Quaderförmiger Strang

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Das große Gerät vermengt die Grundzutaten, Öle und Fette, zu einer homogenen Masse, die mit ein wenig Wärme zu einem quaderförmigen Strang verarbeitet wird. „Wie eine Endlosseife“, verdeutlicht der Geschäftsführer. Diese noch weiche und formbare Seife wird dann von einer Maschine in einzelne Stücke geschnitten. Ein Mitarbeiter sortiert sie dann in Kisten.

Die Seifen für die Spendenaktion präsentieren sich dabei ganz schlicht. Sie sind farblos, parfümlos und verzichten auf ein Logo. „Schließlich wollen wir möglichst schnell möglichst viele Stücke produzieren“, erklärt Jan Heipcke den Grund. Er hat sich diese Aktion überlegt, weil er sich darüber geärgert hat, dass manche in der Krise Desinfektionsmittel zu überteuerten Preisen anbieten. „Dabei hilft schon die Seife gegen jedes Virus, da sie die Fettschicht des Virus aufbricht und es so zerstört“, erklärt er, dass die Hygiene eben nicht teuer sein muss. Mit dem Verzicht auf einen Duft sind die verschenkten Seifen sogar für Allergiker geeignet.

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Die 40 000 Stück Seife gibt es umsonst auf der Homepage der Firma – jeder kann sich ein Set bestellen. Man muss lediglich das Porto für den Versand bezahlen. Drei Stücke sind in einem Set enthalten – sie kommen in einem normalen Versandumschlag, damit der Briefträger diesen einfach in den Briefkasten stecken kann und so noch nicht einmal ein Kontakt zwischen Paketbote und Empfänger nötig ist. Die drei Stücke sollten drei Monate halten, wie Jan Heipcke die Ergiebigkeit schätzt. Er dankt auch seinem Lieferanten und dem Logistikunternehmen, das beim Versand unterstützt.

50 Sorten im Sortiment

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Auf rund 1000 Quadratmetern läuft bei „Klar Seifen“ die Produktion. Rund 15 Mitarbeiter sorgen dafür, dass alles läuft. 50 Sorten sind im Regelfall im Sortiment. Von Ginseng über Kirschblüte-Reismilch und dem Klassiker Lavendel bis hin zu Aktivkohle oder Spätburgunder ist alles dabei. Verpackt werden die einzelnen Stücke dann nach der Fertigstellung und wenn sie abgekühlt sind von Hand.

Jan Heipcke und sein Team freuen sich jedenfalls bereits auf die Zeit in Plankstadt in der Manufaktur im Gewerbegebiet.

Info: Seife kostenlos bestellen unter www.klarseifen.de

Redaktion Redakteurin, zuständig für Plankstadt