Evangelische Kirchengemeinde - Diakon Jonathan Schumann gibt den Konfirmandenunterricht derzeit per Videostream / Jugendgruppe spielt gemeinsam virtuell Konfirmanden nutzen den digitalen Austausch

Von 
Saskia Grössl
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Diakon Jonathan Schumann reckt den Daumen in die Höhe: Die Konfirmanden und die Teilnehmer der Jugendgruppe „treffen“ ihn derzeit einmal wöchentlich per Videokonferenz. © Banse

Plankstadt. Es sind keine Treffen möglich. Das ist für Vereine und die Kirchengemeinden eine Katastrophe. Denn Trainings, Proben oder Gruppensitzungen sind damit ausgeschlossen – zumindest in Präsenz. Deshalb muss man sich umstellen. Das hat auch die evangelische Kirchengemeinde erkannt und sich daher nach Möglichkeiten umgeschaut, um zumindest die Jugendgruppe und den Konfirmandenunterricht online gestalten zu können.

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Schon die letzte Konfirmandengruppe hatte ihren Unterricht teilweise online. Die neue Gruppe hatte sich bis vor den Weihnachtsferien noch mit Maske und viel Abstand im großen Saal des Gemeindezentrums getroffen. Doch nun geht es virtuell weiter – per „Zoom“, einem Programm für Videokonferenzen.

„Das funktioniert ganz gut, vor allem, weil es auch die Möglichkeit gibt, virtuelle Unterräume anzulegen, in denen sich kleinere Gruppen zusammenfinden können“, erklärt Gemeindediakon Jonathan Schumann.

Die Konfirmanden seien da ganz die Kinder ihrer Generation und wüssten, wie man mit „Zoom2 umgehe – auch wenn es den präsenten Unterricht keinesfalls ersetze, so Schumann. „Einige der Jugendlichen empfinden es schon als krass, so viel vor dem Bildschirm zu sitzen wie derzeit, denn sie haben ja auch Schulunterricht digital. Anderen scheint es ganz gutzutun“, erklärt der Gemeindediakon.

Persönlicher Kontakt fehlt

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Für ihn ist es ja auch eine neue Situation, den Unterricht per Computer geben zu müssen. „Mir fehlt da ganz klar der persönliche Kontakt. Auf der Fläche des Bildschirms kann man Gestik und Mimik einfach anders deuten als im echten Leben – auch wenn es da mit Maske schwierig wird, das muss ich zugeben“, gibt Jonathan Schumann einen Einblick. Er wünscht sich daher, dass die Konfirmanden ihre Kamera einschalten, damit er sie sehen kann und nicht zu einem schwarzen Bildschirm sprechen muss.

Die Jugendgruppe, die immer freitags stattfindet, ist schon länger online dabei. „Ich merke, dass die Jugendlichen dringend Zeit zum Reden und zum Austausch brauchen“, so Schumann. Sie wollten Beziehungen aufbauen und pflegen, weshalb auch virtuell der Austausch die Hauptrolle spielt. „Es gibt Jugendliche, die mit der Pandemie und ihren Einschränkungen gut umgehen können und andere, die viele soziale Kontakte brauchen. Für sie ist diese Zeit einfach schwierig“, erklärt der Gemeindediakon, der deshalb natürlich auch Seelsorge leistet.

Krimidinner zu Hause

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Die Jugendgruppe startet daher mit Austausch und beinhaltet auch Spiele, die online möglich sind. „Montagsmaler“ lässt sich zum Beispiel auch am Computer gemeinsam spielen oder „Stadt, Land, Fluss“. „Einmal haben wir sogar ein Krimi-dinner gemacht, da hat sich dann einfach jeder zu Hause etwas zu essen vorbereitet“, erinnert sich Jonathan Schumann.

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Für ihn ist klar, dass den Teilnehmer etwas fehlen würde, wenn man die Treffen nicht einmal online durchführen, sondern ausfallen lassen würde. Interessant fand er aber, dass die Gruppe im Sommer, als es wegen der niedrigen Infektionszahlen möglich war, sich persönlich zu treffen, das unbedingt wollte – trotz aller Hygienemaßnahmen, die notwendig waren. „Man sagt immer, die Jugendlichen starren doch eh nur auf Bildschirme, aber das simmt nicht“, macht Schumann klar. Viele hätten jetzt auch schon wieder geäußert, dass ihnen die persönlichen Treffen fehlen. Die sollen starten, wenn es wieder möglich und sinnvoll ist. Und das darf für Jonathan Schumann eher früher als später der Fall sein, denn es gibt eine Sache, die er ganz besonders vermisst: mit anderen gemeinsam zu singen. Aber das ist momentan nicht möglich. Auch die Jungschar beispielsweise muss derzeit pausieren. Bis dahin geht es online weiter, wo es sich etabliert hat, auch bei den Gottesdiensten, von denen manche per Livestream übertragen werden und die auch gut angenommen werden.

Wer mitmachen will, meldet sich bei Jonathan Schumann hier

Redaktion Redakteurin, zuständig für Plankstadt