Friedhof - Verwaltungs- und Finanzausschuss beschließt die Anlage eines zweiten gärtnergepflegten Gräberfelds / Sargbestattung nicht mehr der Regelfall Letztes Puzzlestück für Umgestaltung auf Plankstadter Friedhof

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Sascha Balduf
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Bis zum Sommer soll die ganze Fläche fertig modelliert sein. Abseits der Wege will die Gemeinde eine Blühwiese ähnlich der am Container-Rathaus pflanzen. © Balduf

Plankstadt. Auf dem Friedhof wird ein neues gärtnergepflegtes Grabfeld angelegt. Das hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Schon 2012 war ein solches Grabfeld angelegt worden, das vor vier Jahren bereits erweitert werden musste.

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Die Gemeindeverwaltung rechnet damit, dass die Fläche in den kommenden Monaten vollständig belegt sein wird. Deshalb hatte sie dem Ausschuss vorgeschlagen, den bestehenden Vertrag mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner (GBF), die das bestehende Gräberfeld unterhält, zu erweitern und am Eingang am Hasenpfad im Osten des Friedhofs ein weiteres Feld anlegen zu lassen. Kosten entstehen dadurch keine für die Gemeinde. Der Vertrag wurde am 10. Oktober 2011 geschlossen und läuft 25 Jahre.

Einstimmiges Votum

Gräber und Wege legt die GPF auf eigene Rechnung an, auch die spätere Pflege obliegt der Genossenschaft. Während der Erwerb von Nutzungsrechten weiter über die Gemeinde abgewickelt wird, verpflichten sich die Käufer zu einer Pflegevereinbarung mit der GBF für die Dauer der Nutzung. Der Ausschuss votierte einstimmig für das neue gärtnergepflegte Gräberfeld.

In direkter Nachbarschaft entsteht gerade auch der Urnenhain. Anlässlich des Jubiläums „1250 Jahre Plankstadt“ wurden dort in den vergangenen Wochen 125 Bäume gepflanzt. Um jeden Baum herum sind Bestattungsmöglichkeiten für Urnen angelegt worden – in der Summe über 160. Zusammen mit Findlingen und einer Blühwiese zwischen den Bäumen soll das Wäldchen eine ansehnliche wie auch umweltfreundliche Möglichkeit der Bestattung bieten.

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Aufgrund der Witterung ruhen die Arbeiten dort allerdings aktuell. Regen und Schnee machen die Fläche zu matschig, die Wege lassen noch auf sich warten. Dabei hebt sich der Urnenhain durch seine planmäßige Anlage auch von der Idee eines Friedwaldes, bei dem bestehendes Gehölz für Bestattungen umfunktioniert wird, ab und folgt doch einem Trend hin zur Urnenbestattung in naturnaher Umgebung. Einen ähnlichen Trend haben Gemeindeverwaltung und die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner auch für das benachbarte Grabfeld ausgemacht. Die Planung sieht vor, dort zunächst nur vier Sarggrabstätten und 68 Urnengrabstätten anzulegen.

Ulrike Breitenbücher (Plankstadt Liste) kamen die vier Plätze für Särge etwas wenig vor. Bürgermeister Nils Drescher erklärte, dass diese Zahl den aktuellen Markt widerspiegele – immerhin seien Bestattungen auch immer eine Preisfrage. „Bei Bedarf ist das Angebot an Grabstätten für Särge natürlich auch erweiterbar“, ergänzte der Bürgermeister.

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Bei aller Zustimmung für die moderne Gestaltung bisher ungenutzter Flächen erkundigte sich Breitenbücher auch nach dem Rest des Friedhofes, der ihr stellenweise vorkomme wie ein „Käse mit vielen Löchern“.

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Ein Umstand, der auch der Verwaltung nicht verborgen geblieben sei, wie Bürgermeister Drescher betonte. „Wir beraten uns im Rathaus schon seit einiger Zeit, wie man diese Lücken sinnvoll schließen kann“, sagte er, „dabei entstand beispielsweise auch schon der Vorschlag, Urnengräber anstelle leerer Doppelgräber anzulegen.“ Ohnehin sei es durchweg Bestreben der Verwaltung, ein einheitliches Bild zu schaffen und nicht zwei Friedhöfe nebeneinander zu haben.

Auch die beiden letzten Punkte auf der Agenda der PlaiLi hatte die Verwaltung bereits bedacht: Die mittlerweile schon eine ganze Weile nicht mehr zeitgemäßen Infotafeln werden erneuert, sobald die Neugestaltung des Friedhofs abgeschlossen ist. Und auch für die Parksituation sind bereits Ideen im Gespräch – immerhin werden sowohl das neue Gräberfeld als auch der Urnenhain viele Besucher animieren, den Gottesacker statt über den Haupteingang vom Hasenpfad aus zu betreten. Ob – und vor allem wie – die bestehenden Parkplätze ausgewertet werden, steht aber noch nicht fest.

Verlässlicher Partner

Isabel Heider (CDU) lobte die GBF als verlässlichen Partner und freute sich, dass die Gemeinde mit dem vielfältigen Angebot auf dem Friedhof individuell auf die verschiedensten Familiensituationen eingehen kann.

Thomas Burger (Grüne Liste) griff das Parkthema auf und erkundigte sich nach Möglichkeiten, sein Fahrrad am Hasenpfad abzustellen. Eine Anregung, die Drescher gerne aufnahm. Der Bürgermeister betonte, dass sich auch die Gemeinde freue, wenn viele Menschen mit dem Rad oder dem Bürgerbus zum Friedhof fahren – auch wenn jeder Verständnis dafür habe, dass man auch mal Pflanzen oder ähnliches zum Friedhof transportieren müsse und dafür auf ein Auto angewiesen sei.

Zumindest planungstechnisch ist die letzte große Freifläche auf dem Friedhof damit gefüllt – einen Abschluss der Neugestaltung in der physischen Welt sieht die Gemeinde für die Jahresmitte vor.

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