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Flutkatastrophe

Marienthal freut sich über Hilfe aus Plankstadt

Joe Herrmann steht in engem Kontakt mit Koordinatoren in Rheinland-Pfalz: Am Samstag rückt er mit Helfenden aus Plankstadt und Umgebung nach Marienthal aus.

Von 
Katja Bauroth
Lesedauer: 
Nadine Lübke hilft als Koordinatorin in Marienthal. Sie hat diese Bilder von der furchtbaren Zerstörung des Ortes gesendet. Dort wird der Hilfstrupp aus Plankstadt dringend gebraucht. In einem bewegendem Facebook-Post bittet sie um Hilfe. © Lübke

Plankstadt/Marienthal. Einen Doppeldeckerbus und zwei einfache Busse haben Sabine und Joe Herrmann aus Plankstadt bereits gefüllt. Über 130 Helfer haben zugesagt, mit den privaten Initiatoren an diesem Samstag, 24. Juli, im von Hochwasser betroffenen Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz mit anzupacken.

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„Ich könnte noch einen Bus vollbekommen“, erzählt Joe Herrmann am Donnerstag dieser Zeitung. Doch hier klemmt es jetzt an den Mitteln. Vielleicht findet sich noch ein Unterstützer, der einen Bus sponsert, der die Helfenden dann nach Marienthal bringen wird.

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Ursprünglich war der Einsatz in Sinzig geplant (wir berichteten). Der dortige Bürgermeister Andreas Geron freut sich so sehr über die Hilfsbereitschaft aus der Kurpfalz, wie er am Telefon betont. Die Spendenaktion, die unsere Zeitung für Sinzig gestartet hat, sei einfach unbeschreiblich, dankt er den Menschen aus unserer Region schon jetzt. Die helfenden Hände aus Plankstadt und Umgebung findet er super, „allerdings möchten wir keine Erwartungen enttäuschen“. Er erzählt von Sperrungen, Sicherheitsvorkehrungen und davon, dass man mit Schaufeln in Sinzig derzeit nicht mehr viel ausrichten könne. Es helfe nur noch schweres Gerät, erklärt er.

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Das hat auch Joe Herrmann in Erfahrung bringen können. Er hält engen Kontakt zu der Krisenregion und mit Koordinatoren vor Ort. So kam er unter anderem mit Nadine Lübke in Kontakt. Die engagierte Lehrerin hilft ebenfalls bei der Abstimmung von Helfern – eben auch in Marienthal. „Dort war ich vor einigen Jahren mal und hab ein Gläschen Wein getrunken“, erzählt sie von einem idyllischem Fleckchen Erde. Fachwerkhäuser, aus Lehm gebaut, machten das Ortsbild aus – bis vergangene Woche das Wasser alles zerstörte. „Das Wasser stand vier Meter hoch in der Straße“, erzählt Nadine Lübke und schickt Fotos, deren Anblick unbegreiflich ist. Die Lehrerin aus Bergisch-Gladbach kommt gebürtig aus Erftstadt. Da man dort bis dato als Privatperson nicht hinkam, um zu helfen, hat sie Kontakt nach Ahrweiler aufgenommen zu Irene Schwelm. Sie wollte etwas tun, den Menschen helfen, anpacken. „Die Marienthaler brauchen unsere Hilfe“, hieß es da.

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Es gilt, Schlamm weg zu schippen

Und sie packte mit an: „Ich war vorgestern in Marienthal. Die Jugend, der Fußballverein – alle haben angepackt. Überall ist Schlamm, die Müllberge türmen sich. Es fängt langsam an zu stinken“, beschreibt sie einen Geruch der Verwesung und rät daher auch den Helfenden aus der Kurpfalz, sich hierauf vorzubereiten, vielleicht auch einen Schutz zu tragen oder eine Creme unter die Nase zu schmieren, die den Gestank übertüncht. Auch die Mücken werden langsam zum Problem. Sie erzählt von Szenen, die man nicht erleben möchte und die selbst an dieser Stelle schwerfallen, sie zu beschreiben.

Das Handynetz vor Ort funktioniert nicht einwandfrei, Strom und Wasserversorgung ebenfalls nicht. Auch darauf müssen sich die Helfenden aus der Kurpfalz einstellen. Sie werden am Samstag beim Winzer Sermann zum Einsatz kommen sowie bei der Winzergenossenschaft, das ist Stand Donnerstag der Plan. Dort gilt es vor allem, den dicken Schlamm wegzuschaufeln und Häuser davon zu befreien. Die Bewohner stehen nach wie vor unter Schock. Die meisten Fachwerkhäuser, die den kleinen Tourismusort ausgemacht haben, werden vermutlich nicht mehr zu retten sein, erzählt Nadine Lübke. Und trotzdem: Die Menschen in Marienthal werden glücklich über jeden Zuspruch, jede Unterstützung sein.

Noch einmal die Fakten für Samstag, 24. Juli: Los geht es für die Helfenden um 6 Uhr an der Mehrzweckhalle in Plankstadt. Abends gegen 20 Uhr geht es dann wieder von Marienthal zurück. Sachspenden nehmen die Helfer auch mit nach Rheinland-Pfalz – allerdings nur Hygieneartikel und Verpflegung. Kleidung oder Mobiliar wird aktuell noch nicht gebraucht. Die Helfer sollten am besten auch für sich selbst Verpflegung – vor allem ausreichend Wasser zum Trinken – einpacken.

  • Interessierte Helfer können sich bei Joe Herrmann, Telefon 0173/8 30 04 58, melden – auch Unterstützer, die etwa Mittel für einen weiteren Bus stellen. Eine Spendenbox steht zudem in der Krankengymnastik Arne Knuth, Luisenstraße 1, Plankstadt.

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Ressortleitung Katja Bauroth ist Redaktionsleiterin der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung.

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