Gemeinderat - Plätze im Neubaugebiet „Kantstraße Nord“ sollen per Bieterverfahren veräußert werden / Mindestgebot liegt bei 750 Euro pro Quadratmeter Plankstadt: Verkauf der Grundstücke startet im Herbst

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Saskia Grössl
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Gleich hinter der Kantstraße liegt das ausgewiesene Neubaugebiet „Kantstraße Nord“. Die Erschließung soll noch dieses Jahr starten. © Lenhardt

Plankstadt. Die Nachfrage nach Grundstücken in der Region ist ungebrochen. Das verrät der Blick in Wohnungssuchportale. Da trifft es sich doch gut, dass die Gemeinde mit der „Kantstraße Nord“ – wie der Name bereits besagt nördlich der bestehenden Kantstraße gelegen – noch ein Neubaugebiet in petto hat. Die Erschließung des Baugebiets ist nach Ausschreibung der Arbeiten durch den Erschließungsträger MVV Regioplan noch im laufenden Jahr geplant.

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Private Bauherren sollen dann im zweiten Quartal 2022 mit dem Hochbau beginnen können, so will es die Planung. Eine erste Ausschreibung soll daher noch im 3. Quartal dieses Jahres erfolgen, damit die künftigen Eigentümer noch genügend Zeit für die Planung haben. Bisher gibt es für die Grundstücke bereits rund 200 Interessenten auf einer unverbindlichen Liste, obwohl die Gemeinde für das Gebiet noch gar keine Werbung gemacht hat. Wie die Grundstücke nun an Interessenten kommen sollen, darüber hat der Gemeinderat in seiner Sitzung in der Mehrzweckhalle am Montagabend beraten.

In vier Abschnitten

Bereits nach einer Vorberatung im Ausschuss war Konsens, dass die Grundstücke nach dem Bieterverfahren veräußert werden sollen. Die Gemeinde schreibt in der Vorlage zum Hintergrund, dass man bei einer Vergabe der Grundstücke unter dem Marktwert die Zustimmung des Kommunalrechtsamts bräuchte. Bei Vergabe zum Marktwert sei der Begriff „Förderung von bezahlbarem Wohnraum“ nicht mehr zutreffend und man habe im Antoniusquartier bereits in hohem Maße bezahlbaren Wohnraum geschaffen.

Die insgesamt 64 Bauplätze – 27 Grundstücke für die Errichtung von frei stehenden Einzelhäusern, 30 sind für Doppelhaushälften vorgesehen, vier für eine Hausgruppe und drei für Mehrfamilienhäuser – sollen in vier zeitlichen Abschnitten in den Jahren 2021 bis 2024 vergeben werden. Die jeweilige Vergaberunde wird rechtzeitig angekündigt. Wer darf sich überhaupt bewerben? Bis auf zwei Ausnahmen sind das ausschließlich Privatpersonen. Lediglich bei den Reihenhausgrundstücken sind nur Bewerbungen von Bauträgern zulässig. Für den Geschosswohnungsbau können sich Bauträger und private Eigentümer bewerben, dürfen aber die festgelegten vorgesehenen sechs Wohneinheiten nicht wesentlich unterschreiten. Die Bauträger müssen ihre Qualifikation nachweisen.

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Für jedes Grundstück wird ein Los gebildet. Die vier Reihenhausgrundstücke werden gemeinsam in einem Los vergeben. Das Mindestgebot beträgt 750 Euro pro Quadrameter. An diesem Preis lässt sich die Beliebtheit der Region ablesen. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg gibt den Durchschnittspreis pro Quadratmeter für baureifes Bauland im Jahr 2019 mit 227,44 Euro an.

Pro Haushalt sind nur fünf Bewerbungen pro Vergabeabschnitt zulässig. Der Bewerbung muss man eine Finanzierungsbestätigung beifügen. Außerdem verpflichtet man sich zu einer Fertigstellung des Gebäudes innerhalb von zwei Jahren nach Besitzübergang, da die Gemeinde andernfalls ein Rückerwerbsrecht für das Grundstück hat.

SPD stimmt dagegen

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Den Zuschlag soll schließlich die Bewerbung mit dem höchsten Gebot erhalten. Bei mehreren Bewerbern mit dem gleichen Höchstgebot entscheidet das Los. Jeder Haushalt kann nur ein Grundstück in diesem Neubaugebiet erwerben. Die Fraktionen waren sich in ihrer Entscheidung nicht ganz einig. Alle drei Gemeinderäte der SPD stimmten gegen die Beschlussvorlage der Verwaltung. „Das Bieterverfahren schließt unseres Erachtens ein bezahlbares Wohnen aus“, erklärte Jutta Schneider. Gerade Familien mit einem Durchschnittseinkommen sah sie bei einem Mindestgebot von 750 Euro pro Quadratmeter nicht berücksichtigt. Dafür bekam die Fraktion den Applaus der äußerst zahlreich erschienenen Zuschauer.

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Die anderen Fraktionen stimmten dafür. Dass pro Haushalt nur ein Grundstück erworben werden kann, fand Thomas Burger von der Grünen Liste gut, weil so „viele Familien die Möglichkeit zu einem Grundstück bekommen“. Er betonte, die Grundstückspreise entsprächen dem aktuellen Marktwert und die Einnahmen würden für die kommunalen Aufgaben verwendet und nicht zur Bereicherung. Sie kämen allen Bürgern zugute.

Die Kantstraße Nord stand zuletzt im Dezember auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Denn damit die Grundstücke gebildet werden konnten, brauchte die Erschließungsstraße einen Namen. Dazu waren Vorschläge aus dem Gemeinderat gesammelt und eine Probeabstimmung durchgeführt worden. Dabei setzte sich der Name „Bertha-Benz-Straße“ durch. So lautete auch der Beschlussvorschlag und die Mehrheit der Gemeinderäte war dafür. Die anderen Vorschläge waren nicht genannt worden. Das Gebiet ist seit 1982 im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche ausgewiesen.

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Redaktion Redakteurin, zuständig für Plankstadt