Internationaler Tag für biologische Vielfalt - Umweltbeauftragter Bernhard Müller erklärt, was die Gemeinde für Flora und Fauna tut Raum für viele Arten bieten

Von 
Saskia Grössl
Lesedauer: 

Plankstadt. Wie gut es der Natur geht, das zeigt sich unter anderem an der biologischen Vielfalt. Dafür wurde von den Vereinten Nationen ein internationaler Tag ins Leben gerufen, der heute, Freitag, begangen wird. Menschen sollen für den Erhalt der Vielfalt sensibilisiert werden. Forscher schätzen die Anzahl der existierenden Arten auf unserem Planeten auf 15 Millionen. Doch die Biodiversität nimmt ab: Täglich sterben rund 130 Tier- und Pflanzenarten aus.

Umweltbeauftragter Bernhard Müller hängt ein Vogelhäuschen auf. Um ihn herum blüht die Wiese am Containerrathaus. © Zeuner
AdUnit urban-intext1

Zur biologischen Vielfalt gehört aber nicht nur die Anzahl der Arten von Flora und Fauna, die in einem gewissen Gebiet vorkommen. Zu den drei Ebenen, die sie ausmachen, zählen auch die genetische Vielfalt sowie die Vielfalt an Ökosystemen in einem Gebiet, wie Bernhard Müller, der Umweltbeauftragte der Gemeinde, erklärt.

Wasserfläche für Frösche

In bestimmten Regionen gibt es Arten, die natürlicherweise vorkommen. In unseren Breiten würde ein Eichen- und Buchenmischwald wachsen, wenn man der Natur einfach ihren Lauf ließe, so Müller. Dazu gehört ein gewisses Spektrum an Unterpflanzung. Nadelhölzer kamen dazu, weil der Mensch es so wollte und diese eigens angepflanzt hat.

Welche Pflanzenarten in Plankstadt noch vorkommen, das ist dann abhängig von den Bürgern und ihren Gärten. „Dabei gilt: Je unaufgeräumter der Garten und je mehr Wildkräuter dort wachsen, desto artenreicher wird die Fauna sein“, meint Bernhard Müller. Auch eine kleine Wasserfläche kann für mehr Artenvielfalt sorgen – Frösche und Kröten haben dann einen geeigneten Lebensraum.

AdUnit urban-intext2

Immer wieder stehen Steingärten in diesem Zusammenhang in der Kritik. „Ja, diese Gartenform gehört eher nicht in unser Gebiet“, erklärt auch Müller. In natürlicher Form würde ein solcher Lebensraum nämlich nicht hier vorkommen. Allerdings: „Auch diese Form ist für manche Arten von Vorteil“, meint der Umweltbeauftragte. Dennoch: Diese Gartenform sollte nicht überhandnehmen.

Welche Arten denn genau in der Gemeinde vorkommen, das wird nicht erhoben. Im Wesentlichen gibt es in Plankstadt drei Arten von Biotopen, die typische Arten beherbergen können. Das sind zum einen Wiesenstandorte und zum anderen Heckenbiotope sowie die Flächen entlang von alten oder bestehenden Bahnlinien. Und schließlich gibt es noch ein Feuchtbiotop am Bruchhäuser Weg, in dem sogar mal ein Hecht gelebt hat, wie Bernhard Müller sich erinnert. Heimische Arten, die in den vergangenen Jahren weniger geworden sind, sind beispielsweise Rebhühner oder Feldhasen. Dafür gibt es auch Arten, die eingewandert sind. Dazu zählen etwa Kanada- und Nilgänse oder die grünen und auffälligen Halsbandsittiche. „Diese Arten haben hier keine natürlichen Feinde und vermehren sich dann stark“, so Müller.

Blühwiese am Rathaus

AdUnit urban-intext3

Welche Auswirkungen das hat, zeigt sich erst nach Jahren. Ein Beispiel dafür ist auch der Asiatische Marienkäfer, der einst wegen seines großen Appetits auf Blattläuse zur Schädlingsbekämpfung eingeführt wurde. Heute verdrängt er die heimischen Marienkäferarten. „Manche Arten hingegen werden wieder häufiger, so zum Beispiel die Fledermaus oder Eidechsen“, weiß Müller. Die Gemeinde versucht, die biologische Vielfalt zu fördern. Dazu hat sie beispielsweise eine bunte Blühwiese rund ums Containerrathaus am Festplatz angelegt, die viele Insekten anlockt – mit heimischen Arten. Und am Wasserwerk wurde etwas umgestaltet. „Dort haben wir nun neben einer großen Hecke auch Steine und kleine Rasenflächen. Diese Lebensräume sind zwar kleinflächig, aber auch damit ist schon etwas für die Artenvielfalt getan“, erklärt Bernhard Müller. Außerdem werden Fassaden- und Dachbegrünungen in Bebauungspläne mit aufgenommen, wo es möglich ist.

AdUnit urban-intext4

Klar ist: Biologische Vielfalt ist keine Selbstverständlichkeit. Ist sie einmal verloren, lässt sie sich nicht wiederherstellen. Umso besser, dass jeder mit kleinen Mitteln dazu beitragen kann, dass sie erhalten wird – im eigenen Garten.

Redaktion Redakteurin, zuständig für Plankstadt