Im Interview - Recyclingstation des Rathauses im Outdoorbereich wird häufig genutzt / Umweltamtschef Bernhard Müller appelliert für eine korrekte Nutzung Recyclingtonnen füllen sich in Plankstadt in wenigen Tagen

Von 
Marco Montalbano
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Bernhard Müller vom kommunalen Umweltamt freut sich über die gute Nutzung der Recyclingstation, bittet aber, nur die Dinge dort abzugeben, die auch erlaubt sind. © Montalbano

Plankstadt. Egal, ob alte Batterien, Energiesparlampen, CDs, Kork, Akkus oder gar alte Filzstifte – beim Gang zum Rathaus können die Plankstadter all dies vor Ort abgeben, damit es dem Recycling-Kreislauf zugeführt oder fachgerecht entsorgt wird – je nach Typ. Seit Umbaubeginn des Rathauses und dem damit verbundenen Umzug in die Container am Festplatz befindet sich die Abgabestation nicht mehr im Gebäude, sondern gut sichtbar im Außenbereich.

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Diese Sichtbarkeit hat zu einer verstärkten Nutzung geführt, verführt aber auch manche dazu, viele Dinge dazuzustellen, die nicht dorthin gehören. Wir sprachen mit Bernhard Müller vom Umweltamt über die aktuelle Situation.

Abfallberatung

Für Anfragen steht Bernhard Müller vom Umweltamt Plankstadt zu den Öffnungszeiten des Rathauses zur Verfügung, Telefon 06202/2 00 60 , E-Mail info@plankstadt.de

Bürozeiten sind Montag bis Freitag jeweils 8 bis 12 Uhr und donnerstags 13.30 bis 18 Uhr.

Die AVR-Abfallberatung, Telefon 07261/93 15 10, E-Mail abfallberatung@avr-kommunal.de, steht Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 und freitags von 8 bis 16 Uhr, bereit. mon

Herr Müller, wie halten es die Plankstadter mit dem Recycling?

Bernhard Müller: Hier wird mehr gesammelt und dem Recycling zugeführt als in manch anderer Kommune, da muss ich erst mal ein großes Lob an die Bürgerinnen und Bürger aussprechen.

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Und wie läuft es seit dem Umzug in das „Container-Rathaus“ mit der Abgabestation? Die ist ja jetzt rund um die Uhr zugänglich, da im Freien.

Müller: Es ist mehr geworden. Es freut mich, dass das Angebot durch die bessere Sichtbarkeit stärker wahrgenommen wird, was sich bestimmt auch dann noch auswirken wird, wenn die Sammelboxen wieder im Gebäude sein werden.

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Manchmal muss ich lachen, wenn ich zur Arbeit komme, weil direkt unter dem „Keine Annahme von Elektroschrott“-Schild immer wieder Dinge wie alte Toaster, Bügeleisen und ausgeschlachtete Notebooks stehen. Dabei ist es doch so einfach – die AVR, also die Gesellschaft, die im Rhein-Neckar-Kreis den Abfall verwertet oder entsorgt, holt nach telefonischer Anmeldung Elektroschrott direkt vor der Haustür ab. Da muss man noch nicht mal zum Recyclinghof nach Ketsch fahren.

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Aber ganz ehrlich? Mir ist es lieber, dass die Sachen bei uns falsch landen als im Restmüll oder sogar in der Biotonne. Das gibt es leider alles. Aber in Plankstadt zum Glück eher selten (lacht). Wir entsorgen trotzdem alles fachgerecht, auch das, was nicht vorgesehen ist, ich bitte aber die Bevölkerung um die vorgegebene Nutzung des Angebots. Und auch wenn wir Boxen für Akkus und Alt-Batterien haben, sammeln wir keine Autobatterien. Manchen ist anscheinend nicht bekannt, dass diese direkt beim Händler beim Kauf einer neuen Autobatterie abgegeben werden können – da spart man dann sogar das Pfand, das man sonst zahlen muss. Sonst ist alles im grünen Bereich.

Wie lange dauert es eigentlich, bis die Boxen voll sind?

Müller: Das ist ganz unterschiedlich. Bei Batterien ungefähr vier Wochen, bei den CDs auch mal zwei Monate. Jedoch voll werden alle Behälter, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, aber die Sachen werden auch mal gerne daneben gestellt. Da wäre es toll, wenn mehr hineingeworfen würde. Dann lege ich auch öfter schon mal selbst Hand an, öffne die Tüten und hole das nach.

Sie haben auch eine „Stiftebox“ ?

Müller: Ja, das ist eine tolle Sache, die es nicht überall gibt. Da kam mal eine Bürgerin auf mich zu. Es gibt eine spezialisierte Firma, die alte Filzstifte und ähnliches entsorgt. Dafür bekommt man sogar eine Vergütung, die dann einem wohltätigen Zweck zugeführt wird. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir das mit mit anbieten können und die Leute nutzen das Angebot inzwischen sehr gut.

Wissen Sie, es ist ja eigentlich nicht unsere Aufgabe, uns im Rathaus um das Recycling in dieser Form zu kümmern, aber wir sehen es als Dienst am Bürger an, als einen Service, der allen zugutekommt. Fachgerechte Entsorgung von Problemstoffen kostet ja auch Geld, aber das investieren wir.

Was können die Bürger machen, wenn sie sich nicht sicher sind, was sie zur Station bringen dürfen und was nicht?

Müller: Natürlich bin ich im Umweltamt Ansprechpartner für die Bürger und informiere gerne telefonisch, wenn es zum Beispiel um Fragen zu unserer Annahmestelle geht. Es gibt auch eine Hotline bei der Abfallverwertungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises, AVR.

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Freie Autorenschaft Freier Journalist für die Region Rhein-Neckar. Davor Pressereferent bis zum Wechsel auf die „andere Seite“. Studium der Politikwissenschaft. In Vergangenheit lange als Texter für die Wirtschaft tätig. Mitglied der Autorengruppe Literatur Offensive Heidelberg.