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Im Interview

Schaubühne Plankstadt: „Es soll ja wirklich allen Spaß machen“

Patrick Schleich hofft darauf, im nächsten Jahr wieder mit den Darstellern der Schaubühne auf den Brettern zu stehen, die die Welt bedeuten.

Von 
Maria Herlo
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Plankstadt. Aufführungen bei der Schaubühne wird es in diesem Jahr nicht geben, die Rückkehr ist für den Herbst 2022 geplant, soweit es unter den Corona-Bedingungen erlaubt sein wird. Das sagte im Gespräch Patrick Schleich (kleines Bild), Gesamtleiter der Schaubühne. Bis 2019 begeisterte die Theatertruppe der katholischen Pfarrgemeinde Jahr um Jahr die Bürger mit erfolgreichen Inszenierungen. Und sie hat allen Grund, stolz zu sein, denn die Liste der Stücke, die stets vor ausverkauften Sälen stattgefunden haben, ist lang.

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Seit vielen Jahren steht Patrick Schleich auf der Bühne und verkörperte unterschiedliche Rollen, seit 2014 ist er auch der Gesamtleiter und führt gemeinsam mit seiner Frau Carolin Schleich zudem Regie. Es bleibt zu hoffen, dass weitere kurzweilige Produktionen auf der traditionsreichen Bühne des katholischen Gemeindezentrums zur Aufführung kommen.

Patrick Schleich (Mitte) spielt mit Kollegen der Schaubühne. Seit 2014 hat er zudem die Leitung der Gruppe inne. © Wolfgang Schwindtner

Herr Schleich, seit wann gibt es die Schaubühne?

Patrick Schleich: In Plankstadt hat das Theaterspielen eine sehr lange Tradition. Die Schauspielgruppe der Pfarrgemeinde St. Nikolaus trat 1919 zum ersten Mal auf der Bühne des katholischen Jugendheims auf. Die in der Gemeinde tätigen Pfarrer waren es, die sich für die Jugendlichen engagierten und die im Laufe der Jahre Theateraufführungen initiiert und unterstützt haben. Ganz besondere Erfolge feierte die Schaubühne unter Pfarrer Heinrich Grimm, bevor das Laienspieltheater 1980 zum Stehen kam. Erst 1985 erweckte es Thomas Vobis, Dr. Peter Bischof und Waldemar Leistritz zu neuem Leben. 2000 legte es wieder eine schöpferische Pause ein, um 2005 unter der Leitung von Waldemar Leistritz neu zu starten. 2014 zog sich Leistritz aus Altersgründen zurück, danach übernahm ich die Leitung. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass wir diese Tradition weiterführen.

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Wie hat das Theaterspielen für Sie angefangen?

Schleich: Der feste Kern, der bei der Schaubühne mitmacht, besteht überwiegend aus ehemaligen Ministranten. Wir haben an Christkönig oft kleine Sketche und Theaterstücke aufgeführt. Waldemar Leistritz, das Urgestein der Schaubühne und für uns eine Art Mentor, gefiel das und hat uns für das Theaterspielen rekrutiert. Ich spiele schon seit 2005 bei der Schaubühne mit, hatte aber schon immer, bereits als Kind, viel Freude am Theaterspielen. Als Schüler war ich unter anderem Mitglied in der Theater-AG.

Jedes Jahr haben Sie Stücke aufgeführt, die vom Publikum äußerst gut aufgenommen wurden. Nach welchen Kriterien wählen Sie das Repertoire aus?

Schleich: Es sind ja meist Komödien, Lustspiele, die wir aufführen. Wir fordern ein gewisses Sortiment vom Theaterverlag an, und lesen es dann, vor allem meine Frau, durch. In die engere Auswahl kommen dann Stücke, die uns am besten gefallen und in denen natürlich auch die zu spielenden Personen zu unseren Schauspielern passen. Meist sind mit der Auswahl dann alle zufrieden. Es soll ja wirklich allen Spaß machen. Die Vorstellungen waren stets ausverkauft und die Zuschauer begeistert. Das war für die Arbeit, die wir alle neben Beruf und Familie ehrenamtlich leisteten, eine schöne Bestätigung.

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Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Schleich: Wir proben nicht nur zusammen, wir sind auch eng miteinander befreundet. Deshalb macht das Spielen doppelt so viel Spaß. Aber nicht alleine die Proben machen den Großteil einer Theateraufführung aus, sondern auch die Organisation, angefangen bei der Stückauswahl, der passenden Besetzung, Terminkoordination, Presse, Werbung, Bühnenbild, Kartenverkauf, Technikvorbereitung, Saalbestuhlung und vieles mehr. Jeder von uns übernimmt eine Aufgabe. Vor den Aufführungen proben wir fast täglich, das ist ein großer Zeitaufwand, den wir nicht stemmen könnten, wenn wir nicht als Team hochmotiviert wären und nicht leidenschaftlich gern Theater spielen würden. Hinzu kommt, dass viele Leute im Saal uns kennen, das macht für sie einen zusätzlichen Reiz aus, uns auf der Bühne zu sehen.

Sie spielten in fast allen Stücken mit. Welche Rolle gefiel Ihnen am meisten?

Schleich: Alle Rollen machten mir Freude, am meisten aber gefiel mir die anspruchsvolle englische Komödie „Tom, Dick und Harry“, in der ich meine erste Hauptrolle gespielt habe. Ein Highlight war für mich zudem die Rolle des blinden Klavierstimmers Detlev Fiedel in der Komödie „Hexenschuss“. Mich in diese blinde Person hineinzuversetzen, kostete mich damals viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. Große Erfolge feierten wir mit der „Feuerzangenbowle“ und mit „Funny Money“, dem bislang letzten Stück, das wir im Jahr 2019 aufgeführt haben. Alle Mitspieler unserer Schauspieltruppe sind dabei zu ihrer Höchstform aufgelaufen. Die schönsten Momente sind für uns, wenn alles geklappt hat und vor allem die Zuschauer begeistert sind.

Wie haben Sie und Ihre Gruppe die Lockdowns erlebt?

Schleich: Da wir alle älter geworden sind, geheiratet haben und sich auch Nachwuchs eingestellt hat, haben wir uns für einen neuen Aufführungsrhythmus entschieden, und zwar, dass Aufführungen nur noch alle zwei Jahre stattfinden sollen. 2021 wäre nun an der Reihe gewesen. Doch aufgrund der großen Unsicherheiten bezüglich Corona haben wir uns im Frühjahr dazu entschieden, dieses Jahr erneut auszusetzen. Natürlich haben uns die Proben gefehlt, aber da wir sowieso befreundet sind, haben wir uns regelmäßig getroffen, unsere Erfahrungen, Erinnerungen ausgetauscht und uns auch ältere Theaterstücke, die wir aufgenommen hatten, angeschaut. Streamen macht für uns keinen Sinn, denn die Interaktion mit dem Publikum ist es, was eine Aufführung für uns ausmacht und was für uns wichtig ist. Unser Plan ist, auch wenn es nicht unserem Zyklus entspricht, im Herbst 2022, je nachdem wie die Lage ist, wieder auf die Bühne zurückzukehren, ansonsten wäre die Pause ja doch zu lange.

Zur Person: Patrick Schleich

Patrick Schleich ist 1985 in Schwetzingen geboren, in Plankstadt aufgewachsen und dort zur Schule gegangen.

Nach der Fachhochschulreife in Schwetzingen absolvierte er eine Ausbildung zum Automobilkaufmann.

Zurzeit ist er als Marketingverantwortlicher beim BMW Autohaus Cuntz in Speyer tätig.

Patrick Schleich ist verheiratet und hat zwei Kinder. her

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