Welttag der Partnerstädte - Wie sieht die Corona-Lage in Castelnau-le-Lez und Argenta aus? / Eigentlich war im Mai ein Besuch in Frankreich geplant Sie kämpfen mit den gleichen Problemen

Von 
Saskia Grössl
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Ein Zeichen der Freundschaft mit Argenta ist außerhalb von Corona-Zeiten das Jugendfußballturnier der TSG Eintracht mit Kindern aus der italienischen Gemeinde. © Lenhardt

Plankstadt. Kein anderes Thema beherrscht die Nachrichten gerade so wie die Corona-Krise. Dabei ist neben der Situation in Deutschland auch die Situation in den anderen Ländern im Blick. Für die Gemeinde Plankstadt ist da der Blick nach Castelnau-le-Lez in Frankreich und nach Argenta in Italien nicht weit. Schließlich ist Castelnau offiziell Partnergemeinde und zu Argenta bestehen sehr gute Kontakte.

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Die Bündnisse zu den Partnergemeinden und der damit verbundene kulturelle und wirtschaftliche Austausch werden am heutigen Welttag der Partnerstädte gefeiert. Der Kontakt in die beiden Gemeinden ist auch in Corona-Zeiten gegeben, wie Manfred Kresser als Vorsitzender des Partnerschaftsvereins erklärt. Er selbst tauscht sich alle acht bis vierzehn Tage mit der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees in Castelnau-le-Lez aus. „Wir haben aber auch einen engen Kontakt zum derzeitigen Bürgermeister Frédéric Lafforgue sowie zum ehemaligen Bürgermeister Jean-Pierre Grand“, erläutert Kresser.

Bürgermeister Nils Drescher tausche sich außerdem regelmäßig mit Lafforgue per Whatsapp aus. „Alle zwei bis drei Tage schaue ich auf die Homepage und in die regionale Presse, um mich bezüglich Castelnau auf dem Laufenden zu halten“, berichtet Manfred Kresser.

Auch aus Argenta gibt es einzelne Lageberichte per Whatsapp, der dortige Bürgermeister hat sich per Tonbotschaft gemeldet und sich darin auch für die Anteilnahme bedankt. Argenta unterhält eine offizielle Partnerschaft mit Castelnau. „Die Stadt ist nicht ganz so hart getroffen wie die Region insgesamt“, weiß Manfred Kresser. Argenta liegt in der Emilia-Romagna, die vom Coronavirus stark gebeutelt wurde.

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Mittlerweile gibt es in der italienischen Stadt die erste Lockerung: Die Menschen dürfen sich im Restaurant Essen zum Mitnehmen kaufen. Die Verwaltung in Argenta hat einiges zu tun, da dort Gelder als Lebensmittelzuschüsse verteilt werden – alles auf Gemeindeebene. „Das nimmt die Angestellten stark in Anspruch“, so Kresser.

Geld zur Unterstützung

Aber auch in Castelnau werden Gelder zur Unterstützung ausgezahlt. Die Gemeinde hat 2,5 Millionen Euro aus einem Fonds zu einem Hilfsprogramm geschnürt. 2 Millionen gibt es für Handel und Gewerbe und 500 000 Euro für soziale Einrichtungen. „Das klingt erst einmal nach viel Geld, aber wenn man die Gesamtgröße der Gemeinde und die Zahl der Geschäfte mit Plankstadt vergleicht, dann ist das schon angemessen“, weiß Manfred Kresser.

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Sowohl in Castelnau als auch in Argenta hat es Fälle von Covid-19 gegeben – „aber es hat sich noch im Rahmen gehalten“, so Kresser. Die Todesfälle in Argenta seien im Vergleich zum Rest Italiens auf relativ niedrigem Niveau gelegen. Insgesamt sind aber die Einschränkungen dort strenger als in Deutschland. „Mit mehreren Familienmitgliedern auf die Straße zu gehen, ist in beiden Orten nicht möglich“, so Kresser. Die Leute dürfen auch nur in einem bestimmten Radius ihr Haus oder ihre Wohnung verlassen. Dennoch gibt es auch Lichtblicke, so schicken die Italiener auch Video von Musik auf den Balkonen, die in der Corona-Krise zum Durchhalten motiviert.

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Eigentlich war für den Mai übrigens eine Reise nach Castelnau geplant. Die Franzosen hatten zu Feierlichkeiten zu 70 Jahren Europäischen Verträgen eingeladen. „Die lieben solche Feierlichkeiten“, weiß Manfred Kresser. Der Partnerschaftsverein und die Gemeinde hatten schon Vorbereitungen getroffen, das Hotel reserviert und eine Abordnung beisammen gehabt – samt Musikern. Doch Corona hat einen Strich durch diese Pläne gemacht.

Frédéric Lafforgue hatte gehofft, dass zu den Feierlichkeiten auch eine Abordnung aus der spanischen Stadt Llíria kommt. Mit dieser hatte er eine Partnerschaft angestrebt, das war auch beim Besuch der Plankstadter im November vergangenen Jahres Thema. Ob das nun weiter verfolgt wird, ist angesichts der aktuellen Situation fraglich. Manfred Kresser geht davon aus, dass erst einmal ganz andere Probleme zu lösen sind.

Vorbereitungen ruhen

Da die Partnerschaft zwischen Plankstadt und Castelnau-le-Lez im nächsten Jahr 40 Jahre besteht, ist eine Veranstaltung im nächsten Jahr angedacht – passend zur 1250-Jahr-Feier der Gemeinde. „Eigentlich wollten wir bis zu den Sommerferien die Erneuerungsurkunden der Partnerschaft in beiden Sprachen fertighaben, aber diese Vorbereitungen müssen ja bisher auch ruhen“, blickt Manfred Kresser voraus. Dennoch bleibt ja noch Zeit.

Mit Argenta wollte Plankstadt eine offizielle Partnerschaft oder zumindest Freundschaft anstreben, aber auch dies wird durch Corona erschwert – andere Dinge haben jetzt einfach Priorität. Die freundschaftlichen Beziehungen laufen aber trotzdem weiter.

Die geplanten Aktivitäten des Partnerschaftsvereins, wie eine Reise nach Lothringen oder der Italienischkurs, mussten abgesagt werden oder finden derzeit nicht statt. „Finanziell wird es uns aber nicht übermäßig belasten“, blickt Kresser optimistisch in die Zukunft. Was diese für Plankstadt, Castelnau und Argenta bringt, ist sowieso ungewiss. So oder so: Die Anteilnahme bleibt.

Der Partnerschaftsverein hatte im vergangenen Jahr sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Castelnau-le-Lez, ein Vorort von Montpellier, läuft zwar bereits seit 1981, aber sie lag bis 2009 in den Händen eines Partnerschaftsausschusses der Gemeinde. Argenta liegt in der Region Emilia-Romagna etwa 30 Kilometer südöstlich von Ferrara und auf halbem Weg zwischen Ferrara und Ravenna.

Redaktion Redakteurin, zuständig für Plankstadt