Geburtstag - Rudi Lerche wird am Sonntag 80 Jahre alt / Er hat sich europaweit für den Aufbau der Bürgerbüros engagiert Versöhnen statt spalten ist seine Devise

Von 
Ulrich Kobelke
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Plankstadt. Bürgermeister Nils Drescher kann an diesem Sonntag einem verdienten Mitbürger zum 80. Geburtstag gratulieren: Rudi Lerche, Stadtverwaltungsdirektor im Ruhestand, früherer CDU-Gemeinderat und Fraktionssprecher, wurde am 24. Januar 1941 im Sudetenland geboren und kam als Heimatvertriebener 1945 mit seinen Eltern nach Plankstadt.

Rudi Lerche kann auf 80 Jahre zurück-blicken. © Zeuner
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Hier wuchs er auf, ging zur Schule und legte am Schwetzinger Hebel-Gymnasium 1960 das Abitur ab. Danach schlug er bei der Stadt Heidelberg die Verwaltungslaufbahn ein und blieb der dortigen Verwaltung 45 Jahre treu bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2006, als ihn Oberbürgermeisterin Beate Weber mit den Worten verabschiedete „Es hat viel Freude gemacht, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.“ Und weiter, es sei immer sein Leitsatz gewesen, dass die Verwaltung für den Bürger da zu sein habe und nicht umgekehrt.

In seinen frühen Dienstjahren zeichnete er sich bei den Heidelberger Studentenunruhen 1968 bis 1975 als Abteilungsleiter des Amtes für öffentliche Ordnung als kompetenter und verlässlicher Ansprechpartner sowohl für die Studenten und auch für die Polizei aus.

Bis nach Japan

Als Stadtverwaltungsdirektor bekleidete er seit 1992 verschiedene Amtsleiterpositionen in seinem langen Berufsleben; herausragend und von Dauer aber wird für den früheren Leiter des Heidelberger Bürgeramtes sein großes Engagement für die Bürgerbüros sein, für deren Aufbau er sich deutschland- und europaweit engagierte – ja sogar bis Japan warb er für diese Dienstleistung der Kommunen. „Die Verwaltung laufen lassen – und nicht die Bürger“: Unter diesem Motto setzte er seine Ziele um.

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Nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst setzte er sich jedoch nicht zur Ruhe, sondern schrieb über seine gesammelten Erfahrungen ein Buch mit dem Titel „Heidelberg und die Welt im Wandel der Zeit von 1960 bis 2000“. Viele Fakten und Ereignisse aus seiner langen Dienstzeit hat er darin aus unterschiedlichen Blickwinkeln zusammengetragen und es ist beileibe kein trockenes Verwaltungsbuch, sondern eine Zeitreise durch 40 Jahre Bundesrepublik Deutschland mit Abstechern in den Kommunalbereich und auch in die Aufbauarbeit der unmittelbaren schweren Nachkriegszeit. Sein profundes Hintergrundwissen über viele den meisten unbekannte „Geheimnisse“ der Stadt Heidelberg machten ihn immer zu einem gefragten unterhaltsamen und informativen Stadtführer für so manchen Plankstadter Verein.

Seine Tätigkeit als Gemeinderat stand immer unter der Maxime „Versöhnen statt spalten“. Verbindlich in der Sache, kompromissfähig und pragmatisch war es ihm stets ein wichtiges Anliegen, dem Gegenüber auch nach Scharmützeln am Ratstisch noch in die Augen sehen zu können. 1989 in den Rat gewählt, avancierte er 1997 zum CDU-Fraktionssprecher bis zu seinem Ausscheiden aus dem Rat 2004 und immer hat er seine vornehmste Aufgabe im Dienst am Bürger und der Gemeinde gesehen. Herausragend auch seine Vortragstätigkeiten beim Europäischen Verwaltungsreformkongress Bremen, beim Kommunalwissenschaftlichen Dokumentationszentrum Wien sowie an zahlreichen Hochschulen und Universitäten – auch überregional würdigten „Die Zeit“ und „Focus“ seinen Wissens- und Erfahrungsschatz im Bereich der kommunalen Verwaltung und deren Reformen.

Baum gepflanzt

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Ein wiedervereintes Deutschland, ein vereintes Europa – das gehörte immer zu seinen Zukunftsvisionen! Auch deshalb hat er anlässlich der deutschen Wiedervereinigung vor 30 Jahren eine Baumpflanzung im Castelnau-le-Lez-Park initiiert, an die im November 2020 in einer kleinen Feier erinnert wurde.

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Zu seinen Hobbys zählt auch die Aquarellmalerei, deren Ergebnisse er in zahlreichen Ausstellungen präsentierte. Die Treue und Unterstützung der Pfarrei St. Nikolaus und des Plankstadter Vereinslebens sind für ihn selbstverständlich; so ist er als Gründungsmitglied des Heimat- und Kulturvereins immer dabei. Rudi Lerche hat sich in vielfältiger Weise um Plankstadt verdient gemacht. Die Heimatzeitung wünscht ihm alles Gute!