Geschwindigkeitskontrollen - Die einen freut’s, die anderen schimpfen – Radargeräte polarisieren die Plankstadter Wenn’s blitzt – wird’s teuer

Von 
Saskia Grössl
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Enforcement Trailer heißt ein solcher Anhänger, der an verschiedenen Plätzen eingesetzt werden kann und der ohne Personal vor Ort funktioniert. © Jansen/Grössl

Plankstadt. Es ist ein immer wiederkehrendes Thema – die Geschwindigkeit, mit der Autos durch die Gemeinde fahren. In Plankstadt gilt überall eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer – auch in der Schwetzinger und in der Eppelheimer Straße, die ja eigentlich als Hauptdurchgangsstraßen genutzt werden. Gefühlt gibt es einige Autofahrer, die zu schnell fahren. Doch ab wann ist zu schnell? Und stimmt das Gefühl überhaupt?

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Die Gemeinde Plankstadt führt in regelmäßigen Abständen Geschwindigkeitskontrollen durch – wie genau der Rhythmus ist, will man dabei aus verständlichen Gründen nicht verraten, schließlich wären Temposünder auf diese Weise ja dann gewarnt. Die letzte Blitzeraktion ist am 13. Januar durchgeführt worden, heißt es auf Anfrage

Doch an welchen Stellen ist es überhaupt sinnvoll zu messen? „Wir blitzen regelmäßig in den Hauptstraßen, weil dort erfahrungsgemäß häufig zu schnell gefahren wird. Selbstverständlich berücksichtigen wir aber auch Straßen, die uns von Bürgern gemeldet werden“, erklärt Doris Grossmann, in deren Zuständigkeitsbereich als Bürgeramtsleiterin dieses Thema fällt. Grundsätzlich kann das Ordnungsamt auf allen Gemeindestraßen blitzen. In Plankstadt gilt überall die bereits erwähnte Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde.

Grundsätzlich muss die Gemeinde bei den Geschwindigkeitskontrollen aber bestimmte Vorgaben einhalten. Abgesehen von den technischen Voraussetzungen – also die Eichung des Geräts, die korrekte Auf- und Einstellung, die verwertbare Bildqualität und so weiter – müssen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben sein. Die Richtlinien dafür, wo ein Blitzer aufgestellt werden darf, sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Doch zumeist gilt, dass ein bestimmter Abstand zwischen einem Verkehrsschild zur Geschwindigkeitsbeschränkung und dem Blitzer eingehalten werden muss – insbesondere bei höheren Geschwindigkeitsbereichen.

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Dadurch soll verhindert werden, dass Fahrer abrupt bremsen und so Unfälle provoziert werden. Brennpunkte in Plankstadt, wo gerne zu schnell gefahren wird, sind laut Doris Grossmann die Einfallstraßen – also die Punkte, an denen die Verkehrsteilnehmer in den Ort hinein und aus dem Ort hinausfahren – und natürlich die breiteren Hauptstraßen, wie die Messungen zeigen.

So richtig gerast wird eher selten

Und wie ist das nun mit den gemessenen Geschwindigkeiten? Werden die zulässigen Grenzen häufig überschritten und wenn ja, um wie viel? „Bei einer Messung im November haben wir lediglich 30 Verstöße registriert. Der höchste Wert lag bei 44 Stundenkilometern“, erklärt Doris Grossmann. Immerhin 14 Stundenkilometer mehr als erlaubt. „Da wir hier in den Nebenstraßen postiert waren, lagen die Zahlen deutlich unter dem üblichen Maß“, fügt sie noch an. „Bei der vorherigen Messung hatten wir 224 Verstöße. Davon lagen bis auf zwei Messungen alle Geschwindigkeiten zwischen 36 und 49 Stundenkilometern“, erklärt die Bürgeramtsleiterin. Die Messungen mit dem mobilen Gerät dauern in der Regel acht Stunden.

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Ende 2018 hatte die Gemeinde einen sogenannten Enforcement Trailer, also einen Blitzeranhänger an unterschiedlichen Standorten in der Gemeinde postiert. In fünf Wochen Einsatz löste dieser rund 2500-mal aus. Ob eine solche Aktion noch einmal durchgeführt wird, ist noch nicht klar, immerhin ist so ein Gerät teuer. „Wir stehen mit der Stadt Schwetzingen in Kontakt und erwägen die gemeinsame beziehungsweise abwechselnde Nutzung eines Enforcement Trailers“, blickt Doris Grossmann aber voraus.

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Doch die Geschwindigkeitsmessung, die auch direkt zu den „teuren Fotos“ mündet, ist nicht die einzige Möglichkeit der Gemeinde, um zu sehen, wie schnell Verkehrsteilnehmer fahren. An den Einfallstraßen hängen auch Geräte, die die Geschwindigkeit nur messen ohne zu blitzen. Diese Funktion ist zum Teil auch in den Geräten enthalten, die mit einem lächelndem oder traurigem Gesicht anzeigen, ob man die Geschwindigkeit einhält.

Die Ergebnisse aus diesen Messungen lesen die Verantwortlichen im Rathaus dann auch regelmäßig aus. „Wir verwenden die Ergebnisse zur Analyse hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise von Blitzaktionen“, erklärt Doris Grossmann abschließend.

Redaktion Redakteurin, zuständig für Plankstadt