Adler-Areal - Begehung der Räumlichkeiten für ambulant betreute Wohngruppe / Interessenten können sich beim kirchlichen Pflegedienst Kurpfalz melden WG soll acht Bewohnern Platz bieten

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Saskia Grössl
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Monika Theilig (v. l.), Heike Wies, Andreas Ernst, Jürgen Roth, David Löbl, Bürgermeister Nils Drescher und Gabriele Piuma schauen sich den neuesten Plan der Wohngemeinschaft an. © Lenhardt

Plankstadt. Der Rohbau ist ja schon eine Weile fertiggestellt, doch im Inneren des Gebäudes auf dem Adler-Areal wird weiterhin gewerkelt. Nichtsdestotrotz schauten sich nun Heike Wies und David Löbl vom kirchlichen Pflegedienst Kurpfalz, Gabriele Piuma vom Pflegestützpunkt Rhein-Neckar und Monika Theilig von der Nachbarschaftshilfe Schwetzingen die Räume für die geplante ambulant betreute Wohngemeinschaft für Senioren an. Diese ist nur einer der Mieter des Dienstleistungsgebäudes. Architekt Jürgen Roth, Bauamtsleiter Andreas Ernst und Bürgermeister Nils Drescher erläuterten gerne den neuesten Stand auf der Baustelle.

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Zwar ist die Decke noch offen, da der Trockenbauer diese erst zumachen kann, wenn die Installationen fertig und geprüft sind, doch wie die Raumaufteilung einmal sein wird, das ist schon gut ersichtlich. Wohn- und Essbereich sowie Küche haben einen Ausblick auf den Wasserturm hinaus. Vom Wohnzimmer aus ist der große Balkon erreichbar, der fast schon wie eine Dachterrasse anmutet und den Bewohnern der WG vor allem im Sommer viel Freude bereiten dürfte.

Vom Flur zweigen schließlich acht Zimmer ab – für jeden Bewohner eines. Jedes hat auch ein eigenes Bad mit barrierefrei zugänglicher Dusche und WC. Jedes Zimmer ist außerdem klimatisiert, wie auch die gemeinschaftlich genutzten Räume. Das Konzept erinnert an die Demenz-WG, die der kirchliche Pflegedienst bereits im Kurpfalzpark betreibt. Die Bewohner dürfen sich dort und dann auch im Dienstleistungsgebäude Adler-Areal ihre Zimmer selbst einrichten.

Gemeinsames Mittagessen

„Außerdem wollen wir versuchen, die Bewohner zu aktivieren, das heißt, sie dürfen alles selbst machen, was sie noch selbst machen können“, erklärt Heike Wies, Leiterin beim kirchlichen Pflegedienst. Die Bewohner dürfen aufstehen, wann sie wollen, können ihren gewohnten Tee trinken, die gewohnte Sorte Marmelade essen und so weiter. Das Mittagessen soll gemeinsam mit der Pflegekraft gekocht und auch gemeinsam eingenommen werden. „Aber alles ohne Zwang. Wenn einer der Bewohner lieber im Zimmer essen möchte, dann ist das auch in Ordnung“, erläutert Heike Wies. Eine Betreuungskraft ist rund um die Uhr in der Wohngemeinschaft anwesend.

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„Ich finde, das ist ein guter Schritt, denn die kleinen Einheiten bieten mehr Lebensqualität und man kann dem Einzelnen besser gerecht werden“, meint Bürgermeister Nils Drescher. Spätestens zum 1. Juli soll die Wohngemeinschaft zur Übergabe bereit sein, kündigt Architekt Jürgen Roth an. Heike Wies hat für die acht Zimmer bereits einige Anfragen erhalten, sie ist aber weiterhin offen für Interessenten, die sie kontaktieren möchten. Der kirchliche Pflegedienst sucht auch Mitarbeiter als Betreuungskräfte und bittet Interessenten, sich zu melden.

Auch im Rest des Gebäudes wird weiterhin gewerkelt. Die Sparkasse soll Ende Januar einen „veredelten Rohbau“ übergeben bekommen, wie es Bauamtsleiter Andreas Ernst ausdrückt. Noch fehlen die Trennwände zu den einzelnen Beratungsräumen und die Glasschiebetür am Eingang ist auch noch nicht da. Die geplante Ergotherapiepraxis soll ebenfalls zur Mitte des Jahres übergeben werden. „Die Haustechnik hat etwas länger gedauert als geplant, aber der Innenausbau läuft gut“, so Jürgen Roth. Er hofft auf einen milden Winter, damit auch der Außenbereich gut fertiggestellt werden kann.

Viel Technik nötig

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Wie viel Technik im Gebäude teilweise nötig ist, zeigt sich in der geplanten Zahnarztpraxis im zweiten Obergeschoss. Dort sind überall Leitungen verlegt – an der Decke und über den Boden. „Das Gebäude hat in jedem Stockwerk eine andere Nutzung, kein Grundriss passt auf den anderen. Das macht die Leitungsführung herausfordernd“, erklärte der Architekt.

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Im zweiten Obergeschoss wird ebenfalls eine Hausmeisterwohnung enthalten sein. In einem eingeschossigen Anbau findet dann noch eine Hausarztpraxis Platz, die auf dem teilweise begrünten Dach auch eine Photovoltaikanlage bekommen soll. „Wir haben bei der Vergabe der Mietverträge, die über die nächsten 15 Jahre laufen, schon geschaut, was wir brauchen. Gleichwohl sind wir bestrebt, mit dem Projekt eine schwarze Null zu schreiben“, meinte Nils Drescher. Er zeigte sich erleichtert, dass nach allen abgeschlossenen Vergaben die Kostenvorgabe von 4,5 Millionen Euro bisher eingehalten worden ist.

Redaktion Redakteurin, zuständig für Plankstadt