Bauarbeiten - Neuer Eigentümer erhält historische Substanz Altes Gasthaus wird komplett saniert

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jd
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Unter Denkmalschutz steht der „Engel“-Gebäudekomplex in der Hauptstraße 41 aus dem 17. Jahrhundert, der in seiner Substanz erhalten bleiben soll. © Dufrin

Reilingen. Ohne historische Bausubstanz wäre jede Gemeinde „gesichtslos“ und beliebig. Gebäude aus vorigen Jahrhunderten machen jede Ansiedlung unverwechselbar und sind zugleich Rückzugsgebiete lokaler Identität. In Reilingen sind sie im Unterdorf noch vereinzelt anzutreffen. Wenn diese historischen Gebäude für die Nachwelt erhalten bleiben, liegt das im Interesse der Gemeinde. Und wenn es sich dabei um ein ehemaliges Wirtshaus handelt, das bereits vor knapp 250 Jahren in den Gemeindeannalen auftaucht, ist die Freude darüber umso größer.

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Die Rede ist von dem seit zehn Jahren leer stehenden Anwesen in der Hauptstraße 41, das einstige Gasthaus „Zum Engel“. Der neue Eigentümer der Immobilie will das ziemlich abgewirtschaftete, aber unter Denkmalschutz stehende Gebäudeensemble mitsamt seiner Scheune erhalten und von Grund auf sanieren. Seinen Worten hat er bereits Taten folgen lassen.

In wenigen Wochen wurde das Gemäuer bis auf die historische Bausubstanz entkernt. Nichts erinnert mehr an die früheren Gasträume im Erdgeschoss und den ehemaligen Veranstaltungs- und Vereinssaal im Obergeschoss. Alle nicht historischen Einbauteile, wie Unterdecken, nicht tragende Innenwände, Böden sowie die Gebäudetechnik wurden entfernt. Die authentischen Türen und Fenster sowie der Treppenaufgang bleiben jedoch erhalten und sollen restauriert werden.

In der zweiten Februarwoche folgte der Abriss des südlichen Anbaus, der jüngeren Datums ist und für den kein Schutzbedarf erkannt wurde. Auch der alte Biergarten und die Garage existieren nicht mehr. In einem erheblich desolateren Zustand befindet sich das Scheunengebäude. Das Gebäudeinnere ist bereits komplett leer geräumt und die südlich angrenzende, zuvor völlig verwahrloste Gartenfläche eingeebnet.

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Welche Zukunftspläne der in Reilingen wohnhafte Investor mit dem Gebäude hat, will er noch nicht verraten. Das sei von verschiedenen Faktoren abhängig und wie bei der Medizin: Erst nach gründlicher Diagnose könne eine Therapie beginnen. Nicht zu unterschätzen sei auch die Einflussnahme von Denkmalschutz, Gemeinde und Baurechtsbehörde. Mit der Projektplanung ist das Reilinger Architekturbüro Eberhard Vögele betraut. jd