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Technischer Ausschuss - Fortschreibung des Generalentwässerungsplans sorgt für besorgte Gemüter / Schäden müssen innerhalb von zehn Jahren behoben werden

Das Kanalnetz kommt auf den Prüfstand

Von 
jd
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Das örtliche Kanalnetz muss mit einem Millionenaufwand hydraulisch ertüchtigt werden. © Dufrin

Reilingen. Einen großen Punkt in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses nahm der Generalentwässerungsplan (GEP) ein, der fortgeschrieben werden muss, was einen hohen Investitionsbedarf aufzeigt.

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Für die „Unterwelt“ der Gemeinde, also das 38 Kilometer lange Kanalnetz mit seinen etwa 1000 Schachtbauwerken, gibt es den sogenannten „Generalentwässerungsplan“ (GEP). In dem technischen Planwerk werden Auslastungsgrad und hydraulische Funktionstüchtigkeit, Wasserspiegelverhältnisse und Rückstauebenen dargestellt, aber auch etwaige Schwachstellen identifiziert, ein potenzieller Sanierungsbedarf ermittelt und ein abgestuftes Sanierungskonzept mit Einstufung der Prioritäten aufgezeigt.

Regelmäßige Fortschreibung

Der Reilinger GEP stammt noch aus dem Jahr 1984. Er wird in regelmäßigen Zeitabständen von zehn bis 20 Jahren fortgeschrieben und auf den neuesten Stand gebracht. Dabei werden neue vermessungstechnische Bestandsaufnahmen eingearbeitet und aktuelle technische wie auch wasserwirtschaftliche Anforderungen berücksichtigt. Auch die sich verändernde Siedlungsentwicklung und die Folgen einer fortschreitenden Klimaveränderung mit damit verbundenen, häufiger auftretenden Starkniederschlagsereignissen sind von Bedeutung, wenn es darum geht, die hydraulische Belastbarkeit des Kanalnetzes zu überrechnen.

Die jüngst vom Sinsheimer Ingenieurbüro Willaredt Part aktualisierte und mit dem Wasserrechtsamt abgestimmte Neufassung des GEP stellte Diplomingenieur Simon Schuster in seinen Grundzügen dem Ratsgremium vor. Dort sind klassische Kanal-Umbaumaßnahmen mit erster Priorität in einem Umfang von 665 laufenden Metern dokumentiert.

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Auf eine Länge von 651 Meter erstrecken sich notwendige Sanierungsmaßnahmen der Priorität zwei, die nachrangig, beispielsweise im Verbund mit ohnehin fälligen Tiefbaumaßnahmen umgesetzt werden können. Auch die Leistungsfähigkeit von Hebewerken müsse punktuell verbessert werden, so Schuster. Als „tiefrote“ und aus hydraulischer Sicht dringlich anzugehende Bereiche nannte Schuster die Abwasserhaltungen der „Siemensstraße“, „Wilhelmstraße“ und „Beethovenstraße“.

Die erforderlichen Gesamtkosten für den Umbau des Kanalnetzes bezifferte der Fachingenieur auf grob geschätzte 2,65 Millionen Euro brutto. Auf weitere 550 000 Euro kommt der notwendige Umbau der Bauwerke. Die reinen Baukosten betragen somit in der Summe 3,2 Millionen Euro, zuzüglich Nebenkosten und eventuelle Preissteigerungen.

Ob dieser Kostenentwicklung zeigte sich Sabine Petzold (FW) besorgt. „Bei der letzten Fortschreibung vor acht Jahren waren wir noch bei einem Kostenaufwand von 2,3 Millionen Euro, heute bei fünf bis sechs Millionen Euro“. Nicht zu vergessen sei die zu modernisierende technische Ausstattung der Hebewerke, die mit rund zwei Millionen Euro zu veranschlagen sei. Letztlich müssten diese Summen vom Eigenbetrieb und damit vom Gebührenzahler aufgebracht werden. Bei dieser Sachlage halte sie eine Bürger-Information für dringend geboten.

„Gemeinde kommt noch gut weg“

„Reilingen kommt noch relativ gut weg“, meinte Simon Schuster in seiner Antwort. Die spezifischen Kilometer-Werte vergleichbarer Kommunen lägen deutlich höher als in Reilingen. Die Sanierungsmaßnahmen der ersten Priorität seien üblicherweise in einem Zeitfenster von fünf bis zehn Jahren abzuarbeiten, und von Haushaltslage, Abschreibungen und Gebührensituation abhängig.

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„Wir haben aber derzeit kein grob akutes Problem“, beruhigte Bürgermeister Weisbrod. Natürlich könne er nicht ausschließen, dass sich bei der vom Rat am 14. Juni beauftragten Zustandsbewertung des Kanalnetzes noch weiterer Sanierungsbedarf herausstelle. Mit konkreten Ergebnissen rechnet Diplomingenieur Schuster allerdings nicht mehr in diesem Jahr. Dabei sei er zuversichtlich: „Die anzutreffenden Schadbilder werden sicher nicht so ausgeprägt sein.“ Schließlich habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren viel Geld in das Netz investiert. jd

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