Nachruf

Er war mit seinem Engagement ein Glücksfall für die Gemeinde

Siegfried Heim ist im Alter von 85 Jahren verstorben / Als Vorsitzender der KuSG prägte er das gesellschaftliche Leben im Ort

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Reilingen. Bestürzung machte sich am Montag in der Gemeinde breit, als die Nachricht vom Tod des allseits beliebten Siegfried Heim bekannt wurde. Erst am Freitag zuvor wurde er von zahlreichen Gratulanten zu seinem 85. Geburtstag groß gefeiert. Der Ehrenvorsitzende der Reilinger Kultur- und Sportgemeinschaft verstarb am vergangenen Sonntagabend urplötzlich zu Hause im Kreise seiner Familie.

Schon seit seinen frühen Jugendtagen wirkte der gebürtige Hockenheimer aktiv in zahlreichen Hockenheimer und Reilinger Vereinen mit. Seit seiner Heirat mit Gertrud Heim, geborene Schotter, und seinem Umzug nach Reilingen im Jahre 1963 engagierte sich der Metallbaumeister und selbstständige Unternehmer vielfältig in der Gemeinde.

In vielen Vereinen aktiv

Beim Tennisverein, dessen Vorsitzender er lang war, wurde das Gründungsmitglied zum Ehrenvorsitzenden ernannt, dem Vorstand des SC 08 gehörte er über 30 Jahre an, darunter vier Jahre als Vorsitzender. Auch beim Karnevalverein „Die Käskuche“ war Siegfried Heim ein sehr geschätztes, engagiertes Mitglied und ein Ehrensenator mit zahlreichen Auszeichnungen. Als Sitzungspräsident wirkte er talentiert bei mancher Prunksitzung. Er war Ehrenvorsitzender der Kultur- und Sportgemeinschaft (KuSG). Dem Vereinskartell gehörte er über 38 Jahre mit an der Spitze an, von 1982 bis 2008 wirkte er als dessen tatkräftiger Vorsitzender.

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Andreas Wühler
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Damit prägte Heim die Reilinger Vereinslandschaft nachhaltig und wirkte wie kein anderer. Der Neubau der Mehrzwecksporthalle und der Bau des Festplatzes lagen ihm besonders am Herzen. Er fungierte in all den Jahrzehnten als sachkundiger Vertreter und leidenschaftlicher Anwalt der Vereine und hat deren Interessen mit viel Herzblut durchgesetzt. Sein Motto war stets „Keiner kann so viel wie wir alle gemeinsam und nur gemeinsam sind wir stark“. Auch im Gemeinderat setzte er sich als sachkundiger Einwohner im Kulturausschuss ein.

Für die deutsch-französische Freundschaft zur Partnergemeinde Jargeau bei Orleans, legte Siegfried Heim als Gründungsmitglied des Partnerschaftsvereins die Grundsteine für ein europäisches und partnerschaftliches Miteinander.

Sein ehrenamtliches und selbstloses Engagement und seine Leidenschaft für die örtliche Gemeinschaft bescherten Siegfried Heim zahlreiche Auszeichnungen und hochrangige Ehrungen.

Im Jahr 1987 wurde ihm für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement die Landesehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen. Als ganz besondere Auszeichnung wurde er durch Bürgermeister Walter Klein 2002 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und 2004 wurde ihm die Bürgermedaille der Gemeinde Reilingen verliehen. Große Ehre wurde ihm zuteil, als er im Jahre 2008 die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg in Silber von Minister Gerhard Stratthaus verliehen bekam.

Zu seinem 80. Geburtstag am 18. November 2017 erhielt Heim mit dem goldenen Ehrenring eine der höchsten Ehrungen, die die Gemeinde vergeben kann.

Im Berufsverband als Beisitzer

Trotz intensiver Arbeit als selbstständiger Schlossermeister engagierte er sich als Beisitzer im Innungsvorstand des Fachverbands Metall und als Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss bei der Handwerkskammer Mannheim. Nicht zuletzt wurde er 1993 als öffentlich anerkannter Sachverständiger für Stahlbau vereidigt.

2015 wurde ihm als „Goldener Meister“ von der Handwerkskammer Mannheim zum 50. Jahrestag seiner Meisterprüfung gratuliert. Die Firma Siegfried Heim Stahlbau hat ihren Ursprung in der von Siegfried Heim 1965 in Reilingen gegründeten Schlosserei in der Richard-Wagner-Straße. Schon nach kurzer Zeit wurden die dortigen Räumlichkeiten zu klein und so entschloss man sich 1968 für einen Neubau in der Wilhelmstraße, wo bis heute die Werkhallen stehen.

Siegfried Heim hat ganz besondere Maßstäbe gesetzt und war ein Glücksfall für Reilingen. Durch seine den Menschen zugewandte Art, sein stets herzliches Lächeln fand er den Zugang in die Herzen der Menschen. Darum ist es umso schwerer, dass dieser große Sympathieträger nicht mehr unter uns weilt, meint nicht nur Bürgermeister Stefan Weisbrod, der den Verstorbenen bei der Verleihung des Ehrenrings der Gemeinde als einen Glücksfall für den Ort bezeichnete und die Würdigung als „Zeichen der Anerkennung, als Symbol der Wertschätzung, die über das normale Maß hinausgeht.“ Eine Sicht, die die Bürger Reilingens mit ihm teilen.

Trauer und Mitgefühl gelten in diesen Tagen seiner Familie mit seinen drei Kindern und Enkelkindern und seiner Lebensgefährtin Heidi Schmidt. zg/Bild: Gemeinde