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Schwetzinger Hardt

Es kreucht und fleucht im Totholzgarten

Erste Untersuchungen belegen den Erfolg dieser Naturschutzmaßnahme. Viele seltene und gefährdete Arten haben sich schon angesiedelt.

Von 
zg
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Schlupflöcher des Berliner Prachtkäfers (Dicerca berolinensis) in einem der toten Stämme. © Claus Wurst Karlsruhe

Reilingen. Berliner Prachtkäfer, Marienprachtkäfer, Zierlicher Haarzungen-Faulholzkäfer: Rund 50 totholzbewohnende Käferarten, darunter auch Urwaldreliktarten, wurden im ersten Totholzgarten Baden-Württembergs im regionalen Waldschutzgebiet Schwetzinger Hardt, am Reilinger Weg, nachgewiesen. Sechs der in diesem ersten Monitoring gefundenen Käferarten gelten bundesweit sogar als stark gefährdet, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreisforstamtes.

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Auf dem großen, einem Holzlager ähnelndem Arrangement, wurden außerdem rund 50 verschiedene Pilzarten erfasst. Davon ist eine Art, der Olivbraune Braunsporrindenpilz, auf der Roten Liste geführt. Mit fortlaufendem Zersetzungsprozess inden kommenden Jahren wird die artenschutzfachliche Bedeutung des Totholzgartens nicht nur bei den Pilzen weiter zunehmen. Es ist davon auszugehen, dass viele weitere seltene und bedrohte Pilzarten folgen werden.

Der Totholzgarten bietet gewissermaßen ein „Schaufenster“ in die Natur, denn viele Arten kommen unbemerkt in den hiesigen Wäldern vor. Mit der genauen Beobachtung des Totholzgartens wird sichtbar, welche biologische Vielfalt in den heimischen Wäldern einen Lebensraum findet.

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Die Ergebnisse zeigen, welch wichtigen Beitrag ein Totholzgarten zum Erhalt der biologischen Vielfalt bereits nach einem Jahr leisten kann. Dass abgestorbene Bäume im Wald ein entscheidender Bestandteil des Ökosystems sind, ist Försterinnen und Förstern dabei schon seit vielen Jahren bewusst. Deshalb wird nicht nur im Totholzgarten auf den Erhalt von Totholz geachtet, sondern dieser Aspekt bei der täglichen Arbeit im Wald immer berücksichtigt. Die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur bestätigen diese Bemühungen: Die Wälder Baden-Württembergs haben demnach im bundesweiten Vergleich die höchsten Totholzvorräte.

Gemeinschaftsprojekt im Forst

Bei dem Totholzgarten handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt Walldorf, Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises, Landesbetrieb ForstBW sowie der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA). Er befindet sich im Staatswald am Reilinger Weg zwischen der Bürgerbegegnungsstätte Reilingen und der B 291 am Fuße der Düne Hoher Stein im Staatswald.

Bestückt wurde der Totholzgarten mit absterbenden Baumstämmen, die aus Pflegemaßnahmen für den Erhalt verschiedener seltener Lichtwaldlebensräume stammen, wie dem Weißmoos-Kiefernwald.

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Im Auftrag der Projektpartner soll die weitere Entwicklung durch Artenmonitoring fortan begleitet werden. Aber auch alle Waldinteressierten sind eingeladen, den Totholzgarten zu besuchen, um ihre ganz eigenen Beobachtungen zu machen.

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