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Kanalisation - 39 Kilometer Kanal werden auf ihren baulichen Zustand untersucht

Fachmännischer Blick in die Unterwelt

Von 
jd
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Mit einem hydraulisch betriebenen Spezialfahrzeug werden die Kanalhaltungen vor der Untersuchung gereinigt. © Dufrin

Reilingen. Wie jedes Bauwerk sind die Abwasserkanäle einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen, greifen aggressive Säuren die Oberfläche der Rohre an und lassen Rohrverbindungen undicht werden. Belastungen, wie beispielsweise durch den Straßenverkehr, können Risse entstehen lassen oder gar einen Rohrbruch mit Absenken der Straßenoberfläche zur Folge haben. Betreiber von Abwasseranlagen, wie die Gemeinde Reilingen, haben daher allen Grund, die Kanalhaltungen in regelmäßigen Abständen auf mögliche Schäden zu überprüfen und damit auch in Zukunft eine verlässliche und umweltverträgliche Ableitung des Abwassers zu gewährleisten. Dazu ist sie auch nach der sogenannten Eigenkontrollverordnung gesetzlich verpflichtet.

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13 Jahre nach der letzten Generalinspektion lässt die Gemeinde derzeit den baulichen Zustand der Kanalhaltungen erneut erkunden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich notwendige Sanierungsmaßnahmen ableiten, planen und zeitlich aufeinander abstimmen. Für die Kanaluntersuchung wendet sie einen Betrag von rund 115 000 Euro auf. Überschlägig 50 000 Euro erfordern die Auswertungs- und Planungsleistungen, die vom Sinsheimer Ingenieurbüro Willaredt PartG erbracht werden.

Seit Mitte September arbeiten sich die Abwasserprofis der Firma Michael Fröhlich aus Nussloch sukzessive durch die Reilinger „Unterwelt“. Sie umfasst ein Leitungsnetz mit etwa 1145 Haltungen mit einer Länge von rund 39 Kilometer. Hinzu kommen gut 1079 Schächte sowie 17 Bauwerke mit einem Volumen von mehr als zehn Quadratmetern. Den Untersuchungen vorausgeht jeweils eine gründliche Reinigung der zu untersuchenden Kanalabschnitte, die ohnehin einmal im Jahr fällig wird.

Robotertechnik als visueller Helfer

Bei nicht begehbaren Kanälen bis zu einem inneren Durchmesser von 1,60 Meter werden fahrbare Kanalroboter eingesetzt. Die Bilder seiner Kamera werden auf einen Monitor im Inspektionsfahrzeug übertragen und dort aufgezeichnet. „Mit dieser Methode können wir den baulichen und betrieblichen Istzustand der Abwasserkanäle exakt erheben“, bestätigt Unternehmenschef Michael Fröhlich.

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Der schwenkbare Kamerakopf lasse es darüber hinaus zu, auch kleinere Schäden oder Schäden an Anschlussleitungen zu erkennen. Am Ende jedes Untersuchungstages werden die Daten ausgelesen und auf einem Server gesichert. Das vereinfacht die Archivierung und die gezielte Suche nach bereits erfassten Schadstellen im Kanalnetz erheblich.

Im Einzugsgebiet der Gemeinde gibt es daneben auch rund 1100 Meter Kanäle, die mit einer Profilhöhe von mehr als 1,60 Meter durch direkte Inaugenscheinnahme zu überprüfen sind. Diese Kanalabschnitte müssen demnach von einem Fachmann begangen und optisch der Zustand der Kanalwandung sowie der einmündenden Kanäle kontrolliert werden.

Selbstverständlich unter Einhaltung aller notwendigen Sicherheitsvorkehrungen, die ein solcher Begang erforderlich macht. Die Inspektionsergebnisse werden in Listen festgehalten und in eine Datenbank übertragen. Sie sind somit ebenfalls jederzeit abrufbar.

Bis Ende des Jahres sollten die Untersuchungen abgeschlossen sein. Der Dokumentationsprozess mit Auswertung der Ergebnisse wird voraussichtlich ein viertel Jahr beanspruchen. Bis Juni 2022 will das Ingenieurbüro soweit sein, der Gemeinde ein fertiges Sanierungskonzept vorlegen zu können. jd

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