Förderverein Burg Wersau - Vorsitzender Dirk Müller stellt bei Hauptversammlung Überlegungen vor Grabungen sollen weitergehen

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Viel Potenzial im Boden: Für Dirk Müller steht fest, dass das ehemalige Burggelände weiter erkundet werden soll.

© Geiger

Reilingen. Einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand sowie die Pläne für die ehemalige Burg Wersau gab der Vorsitzende des Fördervereins Burg Wersau, Dirk Müller, bei der ersten ordnungsgemäßen Jahreshauptversammlung in der Gaststätte "Lamon". Nach den Berichten von Schatzmeister und Kassenprüfern wurde der Vorstand entlastet.

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Im laufenden Jahr habe sich der Verein hauptsächlich mit Instandhaltungsarbeiten beschäftigt, so Dirk Müller. Die Grabungsflächen wurden unkrautfrei gezupft, die Ausgrabungsschnitte bearbeitet, Rasenmähaktionen mit Sense und Mäher durchgeführt, das Kindergrabungsfeld vertieft sowie die Funde gesäubert, sortiert und beschriftet.

Wie es auf dem Areal der ehemaligen Burg weitergehen könnte, erläuterte Müller anschaulich: Er selbst könne sich vorstellen, das Gelände von der Gemeinde Reilingen in Erbpacht zu übernehmen. Die Schlossmühle müsse wohl abgerissen werden, solle aber im alten Stil wieder aufgebaut werden.

Funde aus der Bronze- und Römerzeit, aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit machten deutlich, dass die Ausgrabungen fortgesetzt werden sollten, so Müller. Er habe darüber bereits mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe gesprochen.

Urlauber als "Archäologiehelfer"?

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Es brauche Profis, die die Kernarbeit leisten. Die Kindergrabungen sollen weitergehen, ebenso wäre eine Zusammenarbeit mit Gymnasien denkbar, die eine Archäologie-AG einrichten könnten. Auch für erwachsene Hobby-Archäologen hatte Dirk Müller einen Plan: Im neuen Gebäudekomplex könnten Ferienwohnungen entstehen, "Archäologiehelfer" ihren Urlaub dort verbringen. Der St. Leoner See, die umliegenden Städte sowie die ruhige Natur böten Anreiz für Familien, zumal auch der BUND bereits Beistand in Form von geführten Wanderungen zum Beispiel signalisierte.

Ein Veranstaltungsraum für "die schönen Künste" könnte eingerichtet werden, nichts Großes, nichts Lautes - ein Platz für Ausstellungen, Akustikkonzerte oder Lesungen. Ein Ausschank dürfe nicht fehlen, eher einfach, dafür in guter Qualität. Ein multimediales, modernes Museum, solle die Epochen der Besiedelung an Bildschirmen sichtbar werden lassen, auch Animationen, die man via Smartphone ansehen könne, seien heute bereits technisch umsetzbar. Auch an einen Forschungsraum für die Arbeiten in Feld oder Archiv denkt Müller - "und warum nicht auch ein Trauzimmer?"

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Auf dem ehemaligen Buggelände könne also ein Kleinod der Gemeinde entstehen, unter der Prämisse, die Ruhe und Atmosphäre des Ortes zu erhalten. Zu Fragen der Finanzierung teilte Dirk Müller mit, dass Zusagen von Banken vorlägen. Er sei mit der Gemeindeverwaltung in der Diskussion. mk