Obst- und Gartenbauverein - In der Vereinsanlage ist der Kräutergarten neu gestaltet worden / Tipps für Anwendungen gegen Schädlinge

Holunder hält den Maulwurf auf Abstand

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Die Kelterpresse wird von den Mitgliedern Verena Schlager (v. li.), Karl Bickle, Gertrud Sattelberger und Mourad Latrache mit den Kräutern der Frankfurter Grünen Soße bepflanzt. © OGV

Reilingen. Der Kräutergarten im Vereinsgelände des Obst- und Gartenbauvereins wird neugestaltet. Der schachbrettartig angelegte Kräutergarten mit seinen 101 verschiedenen Kräutern ist in die Jahre gekommen und wird überarbeitet, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

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Die Neugestaltung der Anlage unterteilt sich in die Kräuterarten: Küchenkräuter, Gewürzkräuter, Wildkräuter, Apotheker- und Heilkräuter. Durch Vielfalt des Geruches, Genusses und der Heilwirkungen können bestimmte Kräuter auch in mehreren Kategorien eingeordnet werden. Eine Kelterpresse inmitten des Kräutergartens soll ein neuer Blickfang werden. Die Presse ist eine Spende von Erich Walter, wofür ihm der Verein freudig dankt.

In der ausgedienten Kelterpresse werden die sieben Kräuter für die traditionelle Frankfurter Grüne Soße gepflanzt. Das sind: Boretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch.

Natürlich ist es wichtig, die Kräuter auf verschiedene Art und Weise zu Nutzen. Eine mittlerweile beliebte Nutzung bei den Kleingärtnern ist das Ansetzen von Pflanzensud zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen.

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Durch die Anwendung natürlichen Pflanzenbrühen werden Insekten wie Bienen und Hummeln geschützt und die Artenvielfalt der Insekten bleibt erhalten. Karl Bickle, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, nennt einige mögliche Anwendung verschiedener Kräutersuds.

So stärkt der Ackerschachtelhalm die Pflanzen und hilft gegen Sternrußtau, Mehltau, Spinnmilben und Schorf. Farnkraut wirkt bei Kaliummangel und wird gegen Schnecken und Blattläuse verwendet. Brennnesseln können gegen Blattläuse und Spinnmilben eingesetzt werden. Ein Sud aus Holunderblättern wirkt vorbeugend gegen den Kohlweißling. Wenn man ihn in die Gänge von Wühlmaus und Maulwurf gibt, vertreibt er die ungeliebten Gartenbesucher. Er wirkt auch gegen Ameisen.

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Um Schädlingen vorzubeugen und Krankheiten zu bekämpfen, haben sich verschiedene Wege beim Ansetzen von Pflanzenbrühen bewährt. „Man verwendet die verschiedenen Kräuter nach Möglichkeit frisch oder legt sich einen Vorrat an und trocknet sie“, so Bickle. Zum Ansetzen eines Suds je 100 bis 150 Gramm frische Kräuter auf einen Liter Wasser, bei getrockneten Pflanzen sind es 10 bis 15 Gramm, den Ansatz 24 Stunden stehenlassen, Ackerschachtelhalm zusätzlich 30 Minuten lang kochen. Zur Anwendung den Sud im Verhältnis eins zu zehn verdünnen.

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24 Stunden reifen lassen

Soll die Brühe mit einem Drucksprühgerät ausgebracht werden, so ist diese vorher mit einem dünnen Baumwolltuch zu filtern, damit die Sprühdüse nicht von Pflanzenresten verstopft wird. „Denken Sie immer daran ein Sud muss nach 24 Stunden abgeseiht werden und ist nur wenige Tage haltbar“, stellt Bickle abschließend fest.

Wer mehr Interesse an Kräutern und ihren Anwendungen hat und wer Tipps für den Garten benötigt, den lädt der OGV-Vorsitzende ein, die Homepage des Vereins zu besuchen oder den Newsletter zu abonnieren. kb