Friedrich-von-Schiller-Gemeinschaftsschule - Neue Großküche ist für bis zu 450 Mahlzeiten am Tag konzipiert / Mensa bietet 150 Sitzplätze / Auch Kindergärten profitieren von der Einrichtung Im „Herzstück“ wird täglich frisch gekocht

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Andreas Wühler
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Den Daumen hoch für die neue Küche (v. l.): Ramona Drexler (Bauamtsleiterin), Bürgermeister Stefan Weisbrod, Mercedes Dambrowski (Köchin), Maximilian Grob (Bufdi), Hauptamtsleiter Wolfgang Müller, Sven Seiler von der Kommunalen Betreuung, Ordnungsamtsleiter Allan Baothavixay, Lucy Ünal (Bufdi), Antje Harbrecht (Köchin) und Susi Ziegler (Köchin) in den Räumlichkeiten im Anbau der Schillerschule. © Dorothea Lenhardt

Reilingen. Vom Herzstück der Friedrich-von-Schiller-Gemeinschaftsschule sprach Bürgermeister Stefan Weisbrod bei der Präsentation der neuen Küche samt Mensa. Seine Begeisterung entzündete sich dabei weniger an den bis zu 450 Mahlzeiten, die täglich in der Einrichtung ausgegeben werden können, sondern vielmehr an der Tatsache, dass die Essen jeden Tag frisch aus regionalen Zutaten gekocht werden. Mit diesem Angebot, so der Rathauschef, habe die Schule ein Angebot, dass ihr wohl landesweit ein Alleinstellungsmerkmal verleiht.

Reilingen. Mensa und Küche an Schillerschule nehmen Betrieb auf

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Rund sechs Millionen Euro wird der Anbau an die Schillerschule, der im Zuge der Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule notwendig wurde, am Ende wohl gekostet haben, stellte Weisbrod in der neuen Küche leicht zweifelnd fest, derzeit läge die Kostenaufstellung bei knapp 5,9 Millionen Euro. Rund 200 000 Euro kosten dabei Mensa und Küche, ein verhältnismäßig geringer Aufwand für eine Einrichtung, die an der Schillerschule seit Jahren von Schülern, Eltern und Lehrer gleichermaßen geschätzt wird.

War die Küche zuvor in der benachbarten Fritz-Mannherz-Halle untergebracht, so ist sie nun direkt in die Schule integriert, ins Untergeschoss des Anbaus, das sich dank der Geländestruktur ebenerdig zur Freifläche öffnet. Ein Teil der hochwertigen Ausstattung der Küche ist von der Mannherz-Halle in die Schule mit umgezogen – dennoch, in der Halle verbleibt eine funktionstüchtige Großküche, die den Vereinen weiterhin zur Verfügung steht.

Mit saisonalen Gerichten punkten

Bei dem hohen finanziellen Aufwand für den Anbau an der Schillerschule schmerzt die Verantwortlichen in erster Linie die Corona-Pandemie, die derzeit eine öffentliche Vorstellung des geschaffenen unterbindet. Zumal die Klassenzimmer in dem Anbau schon mit Beginn des Schuljahres in Betrieb genommen wurden, die Küche samt Mensa nun zum Jahresbeginn. Trotzdem, Weisbrod will die Hoffnung nicht aufgeben, noch in diesem Schuljahr eine offizielle Eröffnung mit zahlreiche Gästen feiern zu können.

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Sven Seiler, der Leiter der Kommunalen Betreuung und somit auch zuständig für Küche und Mensa, kann der Corona-Situation hingegen auch positive Seiten abgewinnen. Noch gelte es, das „Herzstück“ der Einrichtung von einigen Kinderkrankheiten zu befreien, da sei es dienlich, dass die Küche in den ersten Tagen noch nicht unter Volllast fahren müsse.

Gekocht wird derzeit nur für die Kinder in der Notbetreuung der Schule sowie der kommunalen Kindergärten und des benachbarten Oberlin-Kindergartens. Wenn das öffentliche Leben wieder zur Normalität zurückkehrt, bleibt es zwar bei den genannten Abnehmern, aber die Zahl der täglichen Mahlzeiten wird deutlich zunehmen. Sie lag für die vier Einrichtungen im Schuljahr 2015/16 noch bei knapp 200 Mahlzeiten täglich, ist im laufenden Schuljahr schon mit 350 Essen am Tag kalkuliert, Tendenz steigend – bis zu 450 Mahlzeiten täglich sind für die Küche kein Problem.

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Mit der steigenden Anzahl der täglich zubereiteten Mahlzeiten wuchs der Erfahrungsschatz der Akteure an den Kochtöpfen hinsichtlich der erforderlichen Arbeitsabläufe. Erfahrungen, die in die von Grund auf neu konstruierte Großküche eingeflossen sind. So wurde die Essensausgabe gleich doppelt konzipiert, zwei Stellen sind gespiegelt angeordnet, im Mittelteil durch die Tellerstation verbunden. Rechts und links der Ausgabetheken, in denen das Essen jeweils frisch vorbereitet wird, sind die Tablett- und Besteckausgabe angeordnet. Alles ist so getaktet, dass je 150 Mahlzeiten in drei Schichten ausgegeben werden können. Was der Zahl der Sitzplätze in der Mensa entspricht und wiederum der Realität, da die Grundschüler andere Essenszeiten haben als die älteren Kinder.

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Nach dem Essen können die Schüler ihr Geschirr in sogenannte Tablettwägen einsortieren, die durch eine separate Tür in den Spülbereich gezogen werden können. In diesem Bereich herrscht „Hightech“, nur wenige Handgriffe sind von Nöten, das meiste regelt sich per Tablet-Steuerung. Und auch die an die elektronische Steuerung angeschlossene Spülmaschine ist so konzipiert, dass sie sich von selbst reinigt.

Hightech in Edelstahl

Der gesamte Spülbereich, die sogenannte „Grau-Zone“ – im Gegensatz zur „weißen“ Küche – ist in Edelstahl ausgeführt, auch ein großer Schrank, der als Durchreiche für die Essensbehälter dient und damit ein Scharnier zur Küche darstellt.

Die Küche selbst prunkt mit Geräten, die das Herz eines jeden, der schon einmal selbst zum Kochlöffel griff, höher schlagen lässt. Da gibt es einen Kombi-Kipper, der sich wahlweise zum Frittieren, Dämpfen oder Braten eignet, einen Dämpfer, in dem auch Suppen gegart werden können, verschiedene Herde und eine Kartoffelschälmaschine runden den „Fuhrpark“ ab, dessen Spitzenmodelle zwei Konvektomaten sind – kleine Wundergeräte, die vom Warmhalten bis zum Kochen so gut wie jede Spielart beherrschen, die rund um die Lebensmittelzubereitung gefragt sind.

Kurzum, in der edelstahlstrotzenden Küche sind sämtliche Abläufe optimal abgebildet, greift ein Rädchen ins andere, um die Kinder und Schüler jeden Tag mit frischer, gesunder Kost zu versorgen. Und der Ausstattung der Küche entsprechend sind in ihr Profis am Werk. Drei Köchinnen werden derzeit von zwei Bufdis (Bundesfreiwilligendienst) unterstützt. Gesucht wird noch ein Küchenchef, verrät Bürgermeister Weisbrod, wer Interesse und die Eignung hat, kann sich jederzeit im Rathaus melden.

Womit die Gemeinde nun zwei Küchen hat. Auch wenn aus der Mannherz-Halle neuwertige Geräte mit in die Schulmensa genommen wurden – dadurch wurden rund 70 000 Euro eingespart, bleibt die Küche in der Mannherz-Halle voll funktionsfähig, betont der Bürgermeister.

Info: Weitere Bilder unter www.schwetzinger-zeitung.de

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