Jubiläum

Längst in der Kurpfalz heimisch

Irene und Axel Grady feiern das Fest der Diamantenen Hochzeit

Von 
Andreas Wühler
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Reilingen. Wenn die Eheleute Irene und Axel Grady am Samstag, 21. Januar, ihre Diamantene Hochzeit feiern, dann werden sie es wohl einmal mehr nicht bedauern, aus der Eifel in die Kurpfalz gekommen zu sein. Denn vor 60 Jahren, als sie sich in Gerolstein das Jawort gaben, zeigte das Thermometer stolze 20 Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt. „Es war bitterkalt“, erinnert sich Irene Grady an die Hochzeit, der knapp eine Woche später die kirchliche Trauung folgte.

Irene und Axel Grady feiern an diesem Samstag, 21. Januar, das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit. © Grady

Axel Grady entstammt einer Uhrmacherfamilie, der Urgroßvater, der Großvater und zwei Onkels übten den Beruf im Eifeldorf Jünkerath aus und so war es ihm quasi schon in die Wiege gelegt – „der Junge wird Uhrmacher“. Sein älterer Bruder wurde beauftragt, ihm eine Lehrstelle zu besorgen und in Gerolstein wurde er fündig. Sein Lehrherr hatte zwei Töchter, eine davon war ein dreiviertel Jahr jünger als er und beim gemeinsamen Arbeiten lernten sich die zwei kennen und lieben. Und als nach seiner Meisterprüfung Tochter Claudia das Licht der Welt erblickte war das Glück des Uhrmachermeisters perfekt. Zumal als sich vier Jahre später Sohn Olaf zu der jungen Familie gesellte.

Doch sich seiner Familie widmen zu können erfordert Zeit und die war bei der Arbeit im Geschäft der Schwiegereltern, neben der Uhrmacherwerkstatt gab es noch Hörgeräte, Optik und Schmuck, rar. Weshalb sich Grady als Vertriebsleiter in Mannheim bewarb und 1969 eine Stelle bei Telefonbau und Normalzeit antrat.

Das junge Paar siedelte nach Hockenheim um und wurde 1977 in Reilingen, wo es ein Haus kaufte, sesshaft. Schnell fand Grady beim HSV eine neue sportliche Heimat. Zunächst war er als Leichtathlet neben Fritz Klebert tätig, dann spielt er lange Jahre aktiv Faustball und wechselte später zu den Volleyballern der DJK, bei denen er lange Zeit in der ersten Mannschaft spielte.

Als Sohn Olaf 1978 mit dem Ringen begann, unterstützte Grady Trainer Theo Hock regelmäßig bei Turnieren und letztlich wurde ihm das Amt des Jugendleiters übertragen. Ein Amt, dass er bis 1983 ausübte.

Irene Grady, die ihren Mann bei den vielen Familienveranstaltungen der Sportler mit den Kindern begleitete, war selbst aktiv beim Frauenturnen im TBG, in der Gruppe von Käte Baumann, aktiv. Und auch bei den Sängerfesten, die ihr Mann mit dem MGV besuchte, war sie mit von der Partie, wie sie es auch übernahm, für den AV die jugendlichen Ringer zu ihren Auswärtskämpfen zu fahren.

Zwischenzeitlich hatte Irene Grady eine Firma gegründet, erstellte Dienstausweise für Firmen mit Zeiterfassungssystemen und war in ganz Deutschland tätig. Zum Teil waren bis zu acht Mitarbeiterinnen in ihrem Betrieb tätig, in dem auch ihr Mann nach seinem Vorruhestand 1998 mitwirkte.

Grady war schon in Hockenheim in der FDP aktiv und setzte sein Engagement in der Gemeinde fort, organisierte das 1. Reilinger Spargelessen, bei dem rund 600 Menschen verköstigt wurden. „Wir schälten wie die Weltmeister“, erinnert sich seine Frau an diese Zeit – noch ohne Schälmaschinen.

Kurzum, die Familie war schnell in Reilingen heimisch geworden, zumal sie mit den Wanderern der TBG die Region und die Weine der Kurpfalz schnell kennenlernte. Im Gegenzug organisierte Axel Grady beispielsweise eine viertägige Wanderung nach Gerolstein, die bei seinen Wanderfreunden großen Anklang fand.

Mittlerweile lassen es die Gradys ruhiger angehen, freuen sich, wenn ihr fünf Enkel oder sechs Urenkel zu Besuch kommen und das Haus mit Leben füllen. Was heute, am Jubeltag des Paares mit Sicherheit der Fall sein wird. Den sicherlich zahlreichen Glückwünschen schließt sich auch die Heimatzeitung an.

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