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Langzeitfolgen Löscheinsatz - Lokaler Grundwasserkörper am nord-westlichen Ortsrand wird feinmaschig beprobt und auf Schadstoffe untersucht

Mit Bohrungen dem Schaden in Reilingen auf der Spur

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jd
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Bei den Sondierungen im Straßenbereich muss der Asphaltbelag nur punktuell angebohrt werden. Dennoch war eine verkehrs-rechtliche Anordnung durch das Ordnungsamt Hockenheim notwendig. © Dufrin

Reilingen. Die umweltschädigenden Auswirkungen eines schon länger zurückliegenden Feuerwehreinsatzes im Gewerbegebiet erforscht gegenwärtig die Firma Arcadis Germany, die seit Juni im Auftrag des kreiseigenen Wasserrechtsamtes am nord-westlichen Ortsrand der Gemeinde tätig ist. Für eine wissenschaftliche Analyse des erfolgten Schadstoffeintrags und einer geforderten Gefährdungsabschätzung werden in einem aufwendigen Verfahren großflächig Grundwasser- und vereinzelt auch Bodenproben entnommen.

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Bestehende Grundwassermessstellen und Brunnen im Sondierungsbereich sind mittlerweile vollständig erfasst, beprobt und die relevanten Vor-Ort-Parameter ermittelt. Schon Anfang Juli waren nahe der Festplatzzufahrt in der Siemensstraße Rammkernsondierungen bis in fünf Meter Tiefe ausgeführt worden. „Die Laboranalyse der entnommenen Bodenproben verschafft uns Erkenntnisse, ob und in welchem Umfang die dort im Untergrund anzutreffenden Torfablagerungen die per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) speichern und wieder freisetzen“, erklärt der Gutachter Diplom-Geoökologe Dr. Arno Nothstein.

In einem weiteren Arbeitsschritt werden aktuell von der auf umweltgeologische und hydrogeologische Erkundungen spezialisierten Firma WST mehreren Phasen über 50 Kleinbohrungen niedergebracht. „Dadurch wird es uns möglich, den lokalen Grundwasserkörper noch feinmaschiger zu beproben und auf PFAS zu analysieren“, führt Dr. Arno Nothstein als ausschlaggebende Gründe an.

„Direct-Push-Verfahren“

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Die Bohransatzpunkte seien im Nahbereich des Brandherdes, sowie in vier abstromigen Profilen, sogenannten Transekten, quer zur Grundwasserfließrichtung in zunehmendem Abstand zum Brandherd angeordnet, um die laterale Ausdehnung der PFAS-Fahne bestimmen zu können.

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Eine zeit- und kostensparende Entnahme der Grundwasserproben wird mit der Anwendung des sogenannten „Direct-Push-Verfahrens“ möglich. Dazu wird eine spezielle Filtersonde mit einem nachfolgenden Hohlbohrgestänge direkt bis zur gewünschten Tiefe in den Grundwasserleiter vorgetrieben und für die Wasserentnahme ein Schlauch eingeführt.

Während des folgenden Klarpumpens werden die relevanten Vor-Ort-Parameter bis zum Eintritt einer weitgehenden Parameterkonstanz gemessen und dokumentiert. Erst dann erfolgt die Entnahme der Grundwasserprobe, wobei eine Vielzahl von Maßnahmen zur Qualitätssicherung penibel zu berücksichtigen sind. Etwa die Verwendung neuer, sauberer Schlauchstücke für jede Probe oder das gründliche Spülen aller für die Probeentnahme verwendeten Geräte und Utensilien.

Einige der Bohransatzpunkte befinden sich im öffentlichen Gehweg- und Straßenbereich. Um dort ohne Zeitverzug tätig zu werden, war eine verkehrsrechtliche Anordnung erforderlich, die das Ordnungsamt der Großen Kreisstadt Hockenheim im Eilverfahren erteilt hat.

Analyse beansprucht viel Zeit

„Nach Analyse der Labordaten aus der ersten Beprobungsphase werden die Bohransatzpunkte der zweiten Phase soweit erforderlich angepasst und damit optimiert“, schildert Dr. Nothstein das weitere Verfahren. Die abschließenden Bohrungen würden voraussichtlich im September ausgeführt.

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Seien dann alle relevanten Daten, Parameter und Kenngrößen ermittelt, schließe sich eine sorgfältige wissenschaftliche Analyse an. Konkrete Ergebnisse in Form von Handlungsempfehlungen und einer Gefährdungsabschätzung seien frühestens im kommenden Jahr zu erwarten, blickt der Fachmann in die nahe Zukunft. jd

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