Geschäftsleben

Möbelhaus Ehrmann in Reilingen will Energieverbrauch senken

Das Möbelhaus Ehrmann möchte nicht nur über Energiesparen sprechen, sondern sich auch aktiv an die Umsetzung machen. Bei einer Fünf-Tage-Woche wird eine Ressourcenersparnis von zehn Prozent erwartet.

Von 
Matthias Mühleisen
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Ab kommender Woche von Dienstag bis Samstag geöffnet: Das Möbelhaus Ehrmann in Reilingen will damit intensivierte Kunden-betreuung mit reduziertem Energieverbrauch kombinieren. © Möbelhaus Ehrmann

Reilingen. „Wir können nicht immer nur darüber reden, dass es uns wichtig ist, Energieressourcen zu sparen – wir müssen es auch tun.“ Für Horst Ehrmann kommt zur Verantwortung für die Umwelt auch eine wirtschaftliche: Der Gründer, Geschäftsführer und Inhaber von Möbelhaus Ehrmann muss dafür sorgen, dass seine Einrichtungs- und Küchenhäuser mit mehr als 700 Mitarbeitern trotz gestiegener Energiepreise konkurrenzfähig bleiben. Deshalb bleiben sie ab sofort montags geschlossen, nur die Auslieferung läuft unverändert.

Die großvolumigen Immobilien zwischen Samstagabend und Dienstagmorgen weniger zu beheizen und auf werbewirksame Beleuchtung zu verzichten, reduziert den Energiebedarf um rund zehn Prozent, haben die Ehrmann-Fachleute ausgerechnet.

Horst Ehrmann möchte beim Energiesparen nicht nur beim Reden bleiben, er geht mit seinen Möbelhäusern jetzt auch an die Umsetzung. © Möbelhaus Ehrmann

Wichtig sei dem Ehrmannteam, dass der Verzicht auf den Öffnungstag Montag nicht zu einer Reduzierung des Kundenservice führe, unterstreicht Horst Ehrmann. Durch die Konzentration auf die Geschäftszeiten von Dienstag bis Samstag sei an diesen Tagen die Beratungskapazität verstärkt, weil die Mitarbeiter ihre Dienststunden nicht mehr auf sechs Tage verteilen müssen. Der Geschäftsführer empfiehlt trotzdem, für die Beratung Termine zu vereinbaren, um die Zeit in den Möbel- und Küchenhäusern gezielt nutzen zu können. Es sei außerdem möglich, Beratung zu Hause beim Kunden zu vereinbaren.

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Die Ermittlung des Energiesparpotenzials hat Ehrmann nicht von oben herab diktiert, sondern dazu alle Mitarbeiter ins Boot genommen. Die Vorschläge hätten zu einem Minderverbrauch von 15 Prozent geführt: „Wenn man gut überlegt, geht vieles“, sagt Horst Ehrmann und nennt als Beispiel den Verzicht auf Beleuchtung der Möbelhäuser ab 8 Uhr für den Aufbau neuer Möbel in den Ausstellungen, wenn für Kunden erst ab 10 Uhr geöffnet ist. Jetzt werden nur noch sehr störende Aufbauarbeiten vorher erledigt.

Die Leuchtschriften sind nach Geschäftsschluss aus und für die 140 Büroarbeitsplätze am Hauptsitz Landau ist die Temperatur auf 19 Grad eingestellt. Bei den Routen der Auslieferung wurden mittels Tablets die Strecken optimiert. Die Dächer sind mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, wo es möglich ist, sind Wärmepumpen im Einsatz. „Wenn wir die Kosten im Griff haben, können wir die Preise stabil halten“, nennt Ehrmann einen guten Energiespargrund.

Redaktion Redakteur im Bereich Hockenheim und Umland sowie Speyer