Evangelische Kirchengemeinde - Seit einem Jahrzehnt bereichert der Gospelchor das gemeinschaftliche Leben / Jubiläumskonzert ist in der Vorbereitung Sangesfreude lässt sich nicht bremsen

Von 
Marion Brandenburger
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Seit zehn Jahren gibt es den Gospelchor Reilingen. Das Bild mit Dirigent Sebastian Schlöffel entstand in einer der letzten Chorproben im Riegler Haus. © Brandenburger

Reilingen. Jubiläum feiern und „social distance“, so hatte sich der Gospelchor Reilingen sein Jubiläumsjahr bestimmt nicht vorgestellt. Die motivierten Sängerinnen und Sänger gingen am Jahresanfang mit großem Elan an die Probenarbeiten für das Jubiläumskonzert, das für den 10. Oktober geplant ist. Ob es denn stattfinden kann, steht derzeit in den Sternen.

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Vor einem Jahrzehnt begann alles im Januar mit einer offenen Probe im Lutherhaus. Die Initiative dazu kam von der damaligen Pfarrerin Stefanie Nuß, die Chorleitung übernahm Bettina Horsch. Es fanden sich reichlich Chormitglieder, die Freude am Singen von Gospels, Spirituals und englischer Popmusik hatten. Bereits fünf Monate später hatte der Gospelchor seinen ersten Auftritt.

Nach einem Jahr gab es einen Wechsel bei der Chorleitung und für die nächsten fünf Jahre übernahm Philipp Schädel, damals Gesangslehrer an der Musikschule Hockenheim, den Chor. Unter seiner Leitung gab es tolle Konzerte, der Gospelchor „rockte“ mehr als einmal die Kirche. 2013 wurde in der katholischen Kirche – der Raumgröße wegen – ein großartiges Konzert unter dem Titel „Joyful, Joyful“ aufgeführt.

Zusammen mit Projektsängern wuchs der Chor auf 115 Teilnehmer an und seine Auftritte waren ein echtes Erlebnis sowohl für den Chor als auch für das Publikum. Es folgten Auftritte in der Kirche und bei der Schwetzinger Gospelnacht sowie bei diversen Veranstaltungen in und um Reilingen. Ende 2015 übernahm Jun Won-Lee für einige Wochen den Chor, ihm folgten Samuel Cho und Jens Hoffmann.

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Seit Januar 2018 leitet Sebastian Schlöffel den Chor und es scheint, als habe man sich gefunden. Schlöffel studierte in Mainz Musik und Geografie für gymnasiales Lehramt und dazu Kirchenmusik und Musiktheorie. Der engagierte Pädagoge spielt auch in einer Band, die natürlich für das Jubiläumskonzert fest eingeplant ist. Es war angedacht, Projektsänger mit einzubinden. Sobald die Proben wieder stattfinden können, sind Gastsänger und die, die bleiben wollen, willkommen.

Momentan ist Chorleiter Sebastian Schlöffel sehr erfinderisch, seine Sänger per Dropbox in dem momentan möglichen Rahmen mit Chorproben im „Homeoffice“ zu versorgen. Das klappt ganz gut, erzählte die Vorsitzende Ute Hoffmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Unsere Mitarbeiterin wurde auch gleich eingeladen, an einer Online-Chorprobe teilzunehmen. Von den derzeit 41 Sängern haben 39 einen Internetanschluss, so dass das Ganze doch einen Sinn macht.

Die Geselligkeit fehlt

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Chorsprecherin Miriam Brenner versorgt die Mitglieder mit allerhand Informationen und versucht so, den Kontakt zu halten. Natürlich ersetzt das alles nicht die normalen Proben, denn ein Chor ist halt nun mal ein geselliges Häufchen, das gerne zusammen musiziert. „Bei uns ist es lustig und harmonisch und wir genießen das wöchentliche Zusammensein sehr“, berichtet Ute Hoffmann. Ob künftig Proben mit genügend Abstand und eventuell mit einzelnen Stimmen stattfinden könnten, das steht noch in den Sternen. „Das Konzert wird stattfinden, wann auch immer“, ist sich Ute Hoffmann sicher.

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Pfarrerin Eva Leonhardt singt auch im Chor mit. Am Ostersonntag hatte sie alle kirchenmusikalischen Gruppen der evangelischen Kirche in Reilingen aufgerufen, gemeinsam am Fenster oder auf dem Balkon zu singen und zu spielen. Die Nachbarn fanden es gut und so gab es, wenn schon keinen gemeinsamen Gottesdienst, wenigstens ein gemeinsames Lied.

Das Coronavirus hat viele Pläne durchkreuzt und das gemeinschaftliche Leben lahmgelegt. Aber sicherlich können irgendwann die Chorproben wieder starten und dann findet sich auch ein Termin für ein supertolles Jubiläumskonzert mit schwungvollen Gospelsongs und viel Musik, das geradezu vor Lebensfreude sprühen wird. Deshalb kann das Credo nur lauten, Durchhalten und mit großem Elan wieder loslegen, wenn alle wieder in den Normalmodus zurückkehren können.

Freie Autorenschaft Marion Brandenburger ist seit 2004 freie Mitarbeiterin der SZ/HTZ für Altlußheim und Umgebung sowie für die Bereiche Kultur, Vereine und Kirche.