Kommunalpolitik - Verwaltung will gegen eine Anordnung des Wasserechtsamts Widerspruch einlegen / Es droht eine Sanierung des Grundwassers Spätfolgen des Brandes drohen teuer zu werden

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aw
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Rund 540 Feuerwehrleute aus 35 verschiedenen Wehren waren 2008 in der Gemeinde beim Brand auf dem Gelände Eisel im Einsatz. Dabei wurde jede Menge Löschschaum eingesetzt, was nun zur Verunreinigung des Grundwassers führt. © svs

Reilingen. 30 Stunden waren 540 Feuerwehrleute aus 35 Wehren aus dem ganzen Land im Einsatz, bis der Großbrand auf dem Gelände der Firma Eisel gelöscht war. Überaus schwierig hatten sich die Löscharbeiten in dem rund 1500 Quadratmeter großen Keller gestaltet, in dessen Eingangsbereich Temperaturen von 460 Grad Celsius gemessen wurden. Erst als der Keller fast komplett mit Löschschaum geflutet war, gelang es, den Brand einzudämmen.

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Nun, 13 Jahre später, soll die Gemeinde für die Kosten des Einsatzes aufkommen. Genauer gesagt für die Folgekosten, denn der eingesetzte Löschschaum, Schätzung gehen von 50 bis 70 Tonnen aus, hat das Grundwasser erreicht, es muss großflächig saniert werden. Heute ist der eingesetzte Schaum wegen seiner Gefährlichkeit nicht mehr zugelassen, damals war dies unbekannt.

Vor fast drei Jahren hat Bürgermeister Stefan Weisbrod schon auf einer Bürgerversammlung festgestellt, dass die Gemeinde bisher rund 570 000 Euro für Gutachten, Bodenaustausch und Ähnliches in Folge des Brandes aufgebracht hat, zu mehr sehe sie sich nicht in der Pflicht. Das Wasserrechtsamt sieht dies anders und hat die Gemeinde aufgefordert, eine Detailuntersuchung samt Gefährdungsabschätzung in Auftrag zu geben. Kostenpunkt rund 300 000 Euro.

Rewe-Markt wird erweitert

Dagegen hat Bürgermeister Stefan Weisbrod Widerspruch eingelegt, er sieht die Gemeinde nicht allein in der Verantwortung. Der Gemeinderat ist bei der Sitzung am Montag, 25. Januar, von der Verwaltung aufgefordert, sich dem Widerspruch anzuschließen.

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Ferner wird sich der Rat mit einer Erweiterung des Rewe-Marktes befassen – dieser sollen einige Parkplätze zum Opfer fallen – und über die Annahme von Spenden entscheiden sowie über den Ausbau des Glasfasernetzes diskutieren.

Im Mittelpunkt der Sitzung wird die Verabschiedung des Haushaltes stehen. Dieser schließt im Gesamtergebnishaushalt mit einem Minus von 720 000 Euro ab, bei ordentlichen Erträgen von 17,9 Millionen Euro und ordentlichen Aufwendungen von 18,7 Euro.

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Insgesamt wird sich in diesem Jahr der Finanzierungsmittelbestand der Gemeinde über gut eine halbe Million Euro verringern. Zur Finanzierung der Investitionen ist eine Kreditaufnahme von fast zwei Millionen Euro eingeplant.

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Hingegen weist der Wirtschaftsplan der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (KWG) einen Gewinn von fast 120 000 Euro aus. Größtes geplantes Projekt in diesem Jahr der Umbau des Bürgerbüros und des Rathauseingangs. aw