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Freiwillige Feuerwehr - Statistik zählt im vergangenen Jahr knapp 130 000 Einsätze landesweit / Mitglieder gesucht

Üben und Wartung sind tägliches Brot der Altlußheimer Feuerwehr

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ffw
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Funkmeldeempfänger mit Mitteilungseingang, wie er tagtäglich bei der Feuerwehr zum Einsatz kommt. © Feuerwehr

Reilingen. 128 302 Einsätze wurden im vergangenen Jahr gezählt. Das ist natürlich nicht die Anzahl der Einsätze der Reilinger Feuerwehr, sondern die offizielle Meldung aller Freiwilligen Feuerwehren in Baden-Württemberg. Das bedeutet für ganz Baden-Württemberg durchschnittlich 351 Einsätze pro Tag, beziehungsweise 14 pro Stunde – und das ehrenamtlich. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren sind 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit.

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Aber wie funktioniert das eigentlich? Diese Frage stellen sich viele Menschen und die Freiwillige Feuerwehr Reilingen will darauf eine Antwort geben. So gelte es zwei große Herausforderungen zu meistern: Jederzeit einsatzbereites Material zur Verfügung zu haben und jederzeit genügend Feuerwehrleute, die im Ernstfall die Fahrzeuge besetzen.

Benötigtes Material, also Ausrüstung und Fahrzeuge, werden über die jeweiligen Gemeinden beschafft. Gewartet, gepflegt, geprüft und repariert werden sie durch die Wehren selbst. Mit der Aufgabe des Kleiderwartes sowie der Schlauch-, Geräte und Atemschutzgerätewarte gibt es verantwortliche Ämter für die jeweiligen Bereiche, besetzt mit Feuerwehrleuten aus den eigenen Reihen, die dafür speziell ausgebildet wurden. Natürlich liegt es an jedem selbst, mit dem Material so sorgsam wie möglich umzugehen.

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Nun sind die Feuerwehrleute immer auf Bereitschaft. Sie sitzen aber nicht 24 Stunden am Tag im Feuerwehrgerätehaus, sondern sind mit einem Funkmeldeempfänger ausgestattet, der sie im Ernstfall alarmiert. Dabei entscheidet bei der ersten Alarmierung die Leitstelle, welche Art des Alarms ausgelöst wird: Brand, Hilfeleistung klein oder groß. Nach empfangenem Alarm begeben sich dann alle, bei denen es die berufliche, gesundheitliche und geografische Situation zulässt, so schnell wie möglich ins Gerätehaus.

Es liegt an den Feuerwehren selbst, dafür zu sorgen, dass immer genug einsatzbereite Kameradinnen und Kameraden verfügbar sind. Das ist in der heutigen Zeit, in der immer mehr Menschen außerhalb des Ortes arbeiten, nicht ganz so einfach. Um hier kein Risiko einzugehen, alarmieren sich im Brandfall beispielsweise Reilingen und Hockenheim zwischen 6 und 18 Uhr gegenseitig und helfen sich aus.

Auch hinter der Einsatzbereitschaft steckt eine große Logistik, speziell in der Pandemiezeit. Aber auch bei Festen und Veranstaltungen müssen vorher Feuerwehrleute eingeteilt werden, die einsatzbereit sind, die Fahrzeuge besetzen und als Erste abrücken.

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Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zeit im Einsatz der kleinere Aufwand ist. Die mit Abstand meiste Zeit wird in die Einsatzbereitschaft investiert. Dies umfasst das Instandhalten der Gerätschaften, logistische Planungen und vor allem das ständige Üben der Abläufe.

Einsatz- und Personalstatistik

Bezogen auf das Land Baden-Württemberg und die 128 302 Einsätze im vergangenen Jahr entfallen gerade einmal 12,9 Prozent (16 608) auf einen Brandeinsatz. Mit 51,4 Prozent, also in 65 936 Fällen, sind die Feuerwehren zur technischen Hilfeleistung ausgerückt. Seien es umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller nach Extremwetterlagen, Verkehrsunfälle oder Hilfeleistungen für andere Rettungsdienste, die Anzahl der technischen Hilfeleistungen bildet mit Abstand das größte Aufgabengebiet der Freiwilligen Feuerwehren. Die aktuelle Anzahl an technischen Hilfeleistungen wurde in den letzten 25 Jahren nur 1999 übertroffen. Hier bescherte unter anderem das Sturmtief Lothar 89 025 Einsätze.

Dieser Umstand spiegelt sich in der Materialbeschaffung wider. Feuerwehrfahrzeuge müssen immer umfangreicher ausgerüstet sein und werden somit auch teurer.

Erfreulich zu sehen war, dass die Zahl der Feuerwehrangehörigen 2021 gestiegen ist. Mit 113 740 Feuerwehrleuten nahmen im Vergleich zu 112 341 im Vorjahr fast 1500 Kameradinnen und Kameraden mehr den Dienst bei einer Freiwilligen Feuerwehr auf.

Erfreulich ist auch, dass von 1099 Gemeindefeuerwehren im Land 1031 eine Jugendfeuerwehrabteilung haben, das sind stolze 93,8 Prozent. Betrachtet auf die Mitgliederzahl wurde hier ein Wachstum von einem halben Prozent erzielt. In Baden-Württemberg sind damit 32 014 Kinder und Jugendliche in einer Jugendfeuerwehr aktiv.

Trotz aller Einschränkungen durch die Pandemie ist es den Feuerwehren in Baden-Württemberg gelungen, den Übungsbetrieb und die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten.

„Bärenstarke Wehr“

„Unsere Feuerwehren im Land haben die Herausforderungen im Jahr 2021 gut bewältigt, auch unter den verschärften Bedingungen in der Corona-Pandemie. Das zeigt: Baden-Württemberg hat bärenstarke Feuerwehren. Möglich war das vor allem, weil wir nach wie vor genügend engagierte Feuerwehrfrauen und -männer haben und die Zahl sogar erhöhen konnten. Hierfür gebührt den Feuerwehrleuten ebenso wie den Gemeinden mein herzlicher Dank“, betonte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Vorstellung der Feuerwehrjahresstatistik 2021.

Wer Teil der Feuerwehrfamilie werden und seine Freizeit mit Engagement, Gemeinschaft, Hilfsbereitschaft und sozialer Verantwortung bereichern will, der ist bei der Feuerwehr jederzeit willkommen.

Alle Infos, wann geübt wird und wer offene Fragen beantworten kann, finden sich auf der Webseite der Wehr unter www.feuerwehr-reilingen.de. ffw

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