Oberlin-Kindergarten - Traditionelle Holzrahmenbauweise bringt den Anbau schnell voran Zwei Geschosse in drei Tagen

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jd
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Zentimeterarbeit ist angesagt, wenn die riesigen Wandmodule an der vorgesehenen Stelle abgesetzt werden. © Dufrin

Reilingen. Seit fünf Monaten wird an einem nordwestlichen Anbau für den Johann-Friedrich-Oberlin-Kindergarten gearbeitet. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Hybridbau. Stahlbeton war das bevorzugte Baumaterial für das hanglagige, massive Kellergeschoss, das die Mannheimer Firma Streib bis zum kalendarischen Frühlingsanfang fertiggestellt hat. Lediglich unglaubliche drei Tage beanspruchte dagegen der Aufbau für das Erd- und Obergeschoss. Zu verdanken ist das einer bei Fertighäusern weit verbreiteten Holzrahmenkonstruktion, die in der Osterwoche von den qualifizierten Zimmerleuten der Reilinger Firma Walter Marquetant errichtet wurde. Der Anbau hat damit seine endgültige, würfelförmige Gestalt angenommen.

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Die hölzernen Bauelemente der oberen Geschossebenen wurden inklusive Wärmedämmung in der automatisierten Fertigungsstraße der Firma Marquetant vorgefertigt. Den Arbeitsumfang macht Firmenchef Ralf Marquetant an folgenden, beeindruckenden Zahlen fest: „Für die Wände haben wir etwa 15 Kubikmeter Konstruktionsvollholz verbaut und auf der CNC-gesteuerten Abbundanlage 900 laufende Meter Holz verarbeitet.“

Passgenauigkeit garantiert

Alle Maße werden aus dem CAD-Programm übernommen und das Holz so zugeschnitten, dass kaum Reste anfallen, versichert Marquetant. Anschließend werde es zu einer stabilen Rahmenkonstruktionen zusammengefügt. Wie ein Puzzle setzen erfahrene Zimmerleute alle Teile zusammen und füllen die Dämmung ein. „Durch die serielle Vorfertigung passt alles hundertprozentig“, garantiert Marquetant.

Ein Tieflader beförderte die zur Aussteifung fix und fertig beplankten Wand- und Deckenteile auf die Baustelle in der Wilhelmstraße. Dort sorgte ein mobiler Baukran mit seinem riesigen Ausleger dafür, dass die Innen- und Außenwände aufgestellt und zusammengefügt werden konnten. Als Deckenkonstruktion dienen enorm tragfähige Elemente aus Brettschichtholz. Sie sind über dem Erdgeschoss 22 Zentimeter und über dem Obergeschoss zwölf Zentimeter stark, 58,5 Zentimeter breit und 11,15 Meter lang. Vorsichtig hievte der Kranführer die monströsen Wand- und Deckenmodule über den Rohbau und setzte sie zentimetergenau ab. Die Verankerung übernahmen qualifizierte Zimmerleute, die von Firmenchef Ralf Marquetant angeleitet wurden.

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Noch am Gründonnerstag wurde mit den Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten für das Flachdach begonnen. Sie sind von der Firma Holl Flachdachbau aus dem rheinland-pfälzischen Lingenfeld auszuführen.

Fasziniert von dem Schauspiel zeigten sich vor allem die Kinder des benachbarten Oberlin-Kindergartens, die sich bei schon sommerlichen Temperaturen im Freibereich aufhielten. Sie wollten ihren Augen nicht trauen, als die riesigen Bauteile über dem Rohbau hereinschwebten und Tag für Tag der Baukörper in die Höhe wuchs.

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Architekt Eberhard Vögele schätzt die hervorragenden Eigenschaften von Holz. „Es ist als nachwachsender, CO2-neutraler Rohstoff das natürlichste Baumaterial.“ Es verfüge zudem über gute Wärmedämmeigenschaften, sorge für ein gutes Raumklima, sei energieeffizient, wirtschaftlich und flexibel nutzbar. Die sehr kurze Fertigungszeit und eine entfallende Trocknungsphase sorgten darüber hinaus für einen schnellen, witterungsunabhängigen Baufortschritt, wie das bei dem jetzigen Anbau an den Oberlin-Kindergarten zu erkennen sei. jd

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Info: Weitere Bilder unter www.schwetzinger-zeitung.de

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