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70 Jahre SWR Festspiele aufs Ohr

Mit dem Audio-Parcours und einer Klanginstallation gibt’s Besonderes zum Jubiläum der Schwetzinger SWR Festspiele. Jeder Beitrag widmet sich einem anderen Thema.

Von 
Jürgen Gruler
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Schwetzingen. 70. Geburtstage sind ein Anlass zum Feiern – und einer um zurückzuschauen. Das gilt für Menschen wie für Festivals – erst recht, wenn sie exakt so alt sind wie das Bundesland, in dem sie stattfinden. Die Schwetzinger SWR Festspiele verdanken nämlich ihre Existenz einer politischen Entscheidung, der umstrittenen Gründung des Landes Baden-Württemberg.

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Auf solche Hintergründe stößt, wer sich mit der Geschichte der Festspiele beschäftigt. So entstand die Idee eines Audio-Parcours in acht Stationen. Das Festspielteam hat tief in der Schatztruhe der Hörfunkdatenbank gegraben und einige Schwetzinger Perlen zutage gefördert: Aufnahmen von Fritz Wunderlich und Claudio Arrau, Live-Mitschnitte spektakulärer Opernuraufführungen, dazu Erinnerungen einstiger Verantwortlicher und eines langjährigen Tonmeisters. Jeder Beitrag widmet sich einem anderen Thema: Da geht es um die Gründung der Festspiele, um musikalische Highlights aus sieben Jahrzehnten, aber auch um die Rolle von Technik und Medien und die Frage, wie viel Planung ein solches Festival benötigt.

Die Hörstellen zum 70-jährigen Jubiläum im Schlossgarten. © SWR/Vanessa Axt

Die künstlerische Leiterin Heike Hoffmann äußert sich zur Zukunft von Schwetzingen und natürlich kommen auch die Auswirkungen von Corona auf den Spielbetrieb zur Sprache. Alle Stationen sind mit einem QR-Code ausgestattet, die Erläuterungen samt O-Tönen und Musikeinspielungen lassen sich also bequem aufs Handy runterladen, um sie beim Flanieren durch den Schlosspark oder zu Hause nachzuhören.

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Hier die Themen an den einzelnen Punkten: Musik und Politik – die Gründung der Festspiele. Ein Garten Eden der Neuzeit – vom Spargel, Spazieren und Schwitzen. Das Neue im Alten – zeitgenössische Musik in Schwetzingen. Das Gesicht der Festspiele – Künstlerinnen und Künstler in Schwetzingen. Von Schwetzingen in die Welt – die Festspiele als Medienereignis. Den Staffelstab weiterreichen – Musikvermittlung bei den Festspielen. Ein Arkadien der Musik – Schwetzingen und der Traum von einer besseren Welt. Und: Von gestern nach morgen – ein Festivaljahr – von der Planung zur Durchführung.

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Vernissage im Moscheegarten

Die Moschee mit dem türkischen Garten in Schwetzingen entstand 1780 als letztes Bauwerk der Barockanlage – ein Gebäude im damals üblichen orientalischen Stil als Ausdruck der Türkenmode, die nach dem Ende der osmanischen Belagerung Europas als „Alla Turca“-Mode an den Höfen aufblühte. Europäische Herrscher kleideten sich in orientalischen Kostümen, hielten sich sogenannte Janitscharenkapellen und die einst furchterregenden türkischen Militärinstrumente fanden in veränderter Form Eingang nicht nur in die Musik der europäischen Opern und Orchester, sondern auch in die Militärkapellen. Dazu waren sie bestens geeignet, denn die türkische Parademusik war sehr laut, um die Furcht der eigenen Soldaten zu betäuben und den Feind zu erschrecken. Die Klanginstallation von Christina Kubisch ist jetzt im Moscheegarten zu erleben, Vernissage wird am Samstag, 30. April, um 15 Uhr gefeiert. Bis zum 28. Mai ist die Klanginstallation dann täglich während der Öffnungszeiten der Moschee jeweils zur vollen Stunde zu hören. 

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Chefredaktion Jürgen Gruler ist Chefredakteur der Schwetzinger Zeitung.

Thema : Schwetzinger SWR Festspiele

  • Schwetzingen Schwetzinger Marienvesper der besonderen Art

    Schade, dass sich manche Kulturbürger allzu sehr auf prominente Namen und gängige „Standards“ verlassen, anstatt ganz einfach ihrer Neugierde zu frönen. Denn alles bei den Schwetzinger SWR Festspielen ist eigenwertig. Im Schloss erlebten denn auch die Besucher des locker bestuhlten Mozartsaals eine hinreißende Überraschung, als das Ensemble „The Present“ eine Marienvesper der besonderen Art anbot: Sinnlich, freudvoll, fern liturgischer Strenge oder Dogmatik, als Psalmvertonungen aus dem 17. Jahrhundert an assoziativer Musik der zeitgenössischen Komponistinnen Hildegard Westerkamp, Michèle Bokanoswki und Catherine Lamb gemessen wurden. Weitere Überraschung: die Vitalität und phantasievolle Satzkunst, mit denen Chiara Margarita Cozzolani (1602 bis 1678) ihre Vertonungen ausstattete und in Kauf nahm, gegen erzbischöfliche Strenge und konziliare Vorgaben zu verstoßen. Ein rein weibliches Programm, abgesehen von Claudio Monteverdis Referenzstück „Laudate Dominum“ in einer Instrumentalfassung mit Juliane Laake (Gambe) und der Continuo-Gruppe Lee Santana (Laute) und Mira Lange (Truhenorgel/Cembalo), wo die Gambenspielerin brillierte. {element} Perfekten Raumklang erzeugten die vier Sängerinnen und vier Sänger, präsent und doch durchhörbar, mit feinen Abstufungen und sensibler Emotionalität ausgeführt. Anspruchsvoll sind die Stücke, denn den frühbarocken Vertonungen in ihrer edlen Verehrung des Seins standen originelle Sätze vor allem der Deutsch-Kanadierin Hildegard Westerkamp gegenüber. Die erzeugt über elektroniische Zuspielungen von Naturgeräuschen und Babylauten oder Geplapper eigenwillige Mischungen, in die dann Stimmen eingefügt werden und durch Überlagerungen, Interferenzen und überlegte Klangsteuerung eigenständigen Charakter gewinnen. {furtherread} Die menschliche Stimme kann mehr als Choräle anstimmen oder der Verfeinerung des deutschen Kunstlieds dienen. Michèle Bokanowski etwa treibt das irisierende Farbenspiel auf die Spitze, während Catherine Lamb vokale Virtuosität für ein tetralogisches Gegenüber der Frauenstimmen hervorzaubert. Die Reise ins Frühbarock mit Schwerpunkt Cozzolani komplettierten Sätze von Srorace und Leonarda. Allesamt erzeugten sie Begeisterung.

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  • Schwetzingen Der Mann fürs Große und Gewichtige

    Einen deutschen Pianisten (oder gern auch eine Pianistin), der beim eisernen Bestand des Repertoires, von Bach bis Schumann einen wirklich tiefen Fingerabdruck hinterlassen könnte, trifft man heutzutage ziemlich selten. Aber wenn, dann trifft man meistens Martin Helmchen. Der gebürtige Berliner hat etwa mit seiner Aufnahme von Beethovens Klavierkonzerten Aufsehen erregt – im Jubiläumsjahr des Komponisten. Bei den SWR-Festspielen ist er schon seit Längerem ein Stammgast, und bei seinem diesjährigen Auftritt arbeitet er sich am offiziellen Festival-Motto „Arkadien“ ab. Er scheint dieses gelobte Land bereits im ersten Satz des ersten Stücks erreicht zu haben: im Präludium der B-Dur-Partita Bachs. {element} Verzückt entrückt blickt Helmchen drein und tupft auch ebenso entrückte Töne in die Tasten. Töne, wie man sie seit einer legendären Platteneinspielung Dinu Lipattis – einer von massiven Rauschfahnen umwehten, über 70 Jahre alten Monoaufnahme – nur selten hört. Es herrscht ein absolutes Gleichgewicht aus Kontrapunktik und kantabler Linienführung. In diesem Arkadien gibt es in der Sarabande gar eine lyrische Gesangsszene. Auf einem Tasteninstrument. {furtherread} Schumanns „Gesänge der Frühe“ kann und will der Pianist nur punktuell zu solcher Poesie verhelfen. Hier regieren Reduktion und Sprödigkeit des auch in der thematischen Erfindung ausgedünnten Spätwerks. Helmchen kehrt das sogar offensiv hervor, mit viel Dynamik und Pedal. In Bartóks kleinem Werkzyklus „Im Freien“ ist es endgültig vorbei mit der Romantik, das Klavier wird Schlagzeug. Ein Kontrast, den Helmchen eher noch betont, wenn nicht verstärkt. Man kann ihn wirklich nicht als Forte- und Fortissimo-Verächter brandmarken, besonders in den Außensätzen schleudert er die perkussiven Klangeffekte ungebremst heraus. Den Nachtklängen im vierten Stück spendiert er dafür einen riesen Resonanzraum, eine extragroße Hallglocke. Kunst der Dialektik Helmchen – als Mann fürs Große und Gewichtige – entdeckt auch in der vorletzten Sonate Schuberts immer wieder einen Kampfplatz für Konflikte. Jedes Loslassen, so wunderbar es dann gerät, ist hart errungen. Selbst in der finalen Tonkaskade liegt das Wagnis eines Sprungs aus großer Höhe. Helmchen meistert ihn natürlich glänzend – wie in seiner ersten Zugabe die Anschlag-studie „Vogel als Prophet“ von Schumann. Ihre Stimmung gibt sich mysteriös und zwielichtig: Dieser Prophet beherrscht die Kunst der Dialektik.

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  • Schwetzingen Konzert muss ersatzlos entfallen

    Aufgrund einer Erkrankung im Ensemble muss das Konzert „Invisible Stream“ mit Jean-Guihen Queyras (Violoncello), Raphaël Imbert (Saxophon), Pierre-François Blanchard (Klavier) und Sonny Troupé (Perkussion) bei den SWR-Festspielen in Schwetzingen am Samstag, 21. Mai, abgesagt werden. Die Veranstaltung entfällt ersatzlos. Die über den SWR Classic Service erworbenen Tickets werden automatisch zurückerstattet, heißt es in einer Pressemitteilung. Kunden, die ihre Tickets an den offiziellen Vorverkaufsstellen gekauft haben, wenden sich an die jeweilige VVK-Stelle. Über eventim.de erhaltene Tickets müssen direkt bei Eventim zurückgegeben werden. Goebel statt Labadie dirigiert {element} Für die Orchesterakademie des SWR Symphonieorchesters am gleichen Tag um 18 Uhr im Rokokotheater musste der Dirigent Bernard Labadie absagen. „Dankenswerterweise übernimmt der Alte-Musik-Spezialist Reinhard Goebel die Leitung des Konzertes mit nahezu unverändertem Programm“, vermeldet das Festspiel-Team. {furtherread} Karten für Veranstaltungen der SWR Festspiele gibt es im SZ-Kundenforum am Schlossplatz in Schwetzingen, Bestellungen sind per E-Mail an swrclassic@swrservice.de möglich und eine Hotline ist montags bis freitags, 10 bis 16 Uhr, unter der Nummer 07221/300100 geschaltet. zg/Bild: Silveri Info: www.schwetzinger-swr-festspiele.de

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