AdUnit Billboard
Landratsamt

Afrikanische Schweinepest in Baden-Württemberg angekommen - Wachsamkeit im Kreis

Von 
Landratsamt
Lesedauer: 

Kreis. In einem Hausschweinebestand im Landkreis Emmendingen ist im Mai die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. Als Ursache wird eine Seuchenverschleppung durch Menschen vermutet. Durch diesen Ausbruch hat sich nach Einschätzung des Veterinäramtes des Rhein-Neckar-Kreises die Gefährdungslage im Landkreis zwar nicht verändert. Anlässlich der anstehenden Urlaubs- und Reisezeit weist die Behörde aber erneut auf das hohe Risiko der Verschleppung dieser hochinfektiösen Tierkrankheit durch den Menschen hin, heißt es in einer Pressemitteilung.
 
In mehreren osteuropäischen Ländern grassiert die ASP seit längerem. Die Gefahr eines Eintrags des Krankheitserregers in den Rhein-Neckar-Kreis, auch über hunderte Kilometer hinweg, ist deshalb real, betont die Behörde. Die Tierseuche ist für den Menschen ungefährlich. Für die betroffenen Haus- oder Wildschweine endet die Infektion aber tödlich und führt zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden für die schweinehaltenden Betriebe.
 
In der Pressemitteilung wird betont, dass Bürger besonders darauf achten sollen, dass sie bei der Rückreise aus betroffenen Regionen Speiseabfälle, insbesondere Fleisch- oder Wurstwaren, so entsorgen, dass Schweine (Haus- und Wildschweine) keinen Kontakt dazu haben können. Die Infektionsgefahr über Speiseabfälle ist sehr hoch.
 
Wenn sie in betroffenen Regionen Kontakt mit Schweinen oder Wildschweinen hatten (zum Beispiel beim Urlaub auf dem Bauernhof, beim Besuch von Tiergehegen oder als jagdberechtigte Person), sollen Personen darauf achten, dass sie nur mit gut gereinigter Kleidung und Schuhwerk in den Wald oder in Schweinehaltungen gehen.
 
Jedes verendet aufgefundene Wildschwein sollte dem Veterinäramt gemeldet werden, sodass eine Probenentnahme zur Untersuchung auf die ASP erfolgen kann. Die Erfahrungen in Belgien und Tschechien haben gezeigt, dass eine erfolgreiche Bekämpfung der ASP nur möglich ist, wenn die Seuche möglichst frühzeitig entdeckt wird.
 
Im Jahr 2007 wurde der Erreger der ASP nach Georgien eingeschleppt. Seither breitet sie sich über Russland und das Baltikum nach Europa aus. Dabei kam es immer wieder zu sog. Sprunginfektionen, wie in den zurückliegenden Jahren in der Tschechischen Republik, in Belgien und Mecklenburg-Vorpommern und zuletzt in Italien. Dabei wird der Krankheitserreger durch menschliches Handeln weiterverbreitet. Nun ist auch Baden-Württemberg auf diesem Ausbreitungsweg vom Tierseuchengeschehen betroffen.
 
Um derartigen Sprunginfektionen vorzubeugen, sind Schweinehalter gesetzlich zu umfangreichen Biosicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Bei deren Umsetzung können sie sich seit August 2021 von einem eigens dafür vom Ministerium eingerichteten Biosicherheits-Team kostenlos beraten und unterstützen lassen.

Vorbereitungen im Rhein-Neckar-Kreis

Seit Jahren laufen umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen des Rhein-Neckar-Kreises auf einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Hierzu wurde eine Taskforce ins Leben gerufen, in der verschiedene Ämter sowie ausgewählte Repräsentanten der Jägerschaft des Rhein-Neckar-Kreises regelmäßig tagen und das Vorgehen im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest im Rhein-Neckar-Kreis vorbereiten. Diese Vorbereitungen werden durch regelmäßig abgehaltene Übungen und Vorübungen komplettiert. Außerdem informiert das Veterinäramt regelmäßig die Jägerschaft des Landkreises bezüglich der Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest beim Wildschwein sowie der Entnahme von Proben zur Untersuchung von Wildschweinen auf die ASP.
 
Fragen beantwortet das Veterinäramt im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis unter  Telefon 06221/5224265 oder per E-Mail unter veterinaeramt@rhein-neckar-kreis.de.

Mehr zum Thema

Link

Alle Meldungen im Newsticker Schwetzinger Zeitung

Mehr erfahren
Kriminalität

Viele Angriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Veröffentlicht
Von
dpa
Mehr erfahren
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1