Interview - Annemarie Schneider und Andrea Mai erklären das zentrale Vormerkverfahren für Kindertagespflege und Kernzeitbetreuung Angebot wird gern angenommen

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Caroline Scholl
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Beraten und unterstützen gerne beim Thema Kinderbetreuung: Annemarie Schneider (v. l.) und Andrea Mai vom Generationenbüro. © Scholl

In den schönen Räumlichkeiten am Schlossplatz 4 befindet sich das Generationenbüro unter der Leitung von Nicole Rothermel. Mit im Team sind Annemarie Schneider und Andrea Mai, die sich weitgefasst um das Thema Organisation der Kinderbetreuung in Schwetzingen kümmern. Im Interview zum zehnjährigen Bestehen der Einrichtung geben sie Einblicke in ihr Arbeitsfeld.

Kontakt zum Generationenbüro Das Generationenbüro, Schloss ...

Kontakt zum Generationenbüro Das Generationenbüro, Schloss platz 4, ist telefonisch erreichbar unter 06202/87-491 bis -495 oder per E-Mail an generationenbuero@ schwetzingen.de. Die Öffnungszei ten sind Montag und Dienstag von
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Wird Ihr Angebot im Generationenbüro gut angenommen?

Annemarie Schneider: Wir haben viel Zuspruch und der Bedarf an Informationen und an Betreuungsmöglichkeiten ist groß. Eltern und werdende Eltern kommen gerne zu uns, wir haben ein sogenanntes Mami-Paket zusammengestellt, mit allen notwendigen Anträgen und Infos. Und wir stehen gerne beratend mit Zeit und Ideen zur Verfügung.

Andrea Mai: Der Betreuungsbedarf nimmt auch hier in Schwetzingen stetig zu. Die Eltern sind oft beide berufstätig und Großeltern, die früher Kinder mitbetreuten, sind selbst noch im Beruf oder wohnen weiter weg. An vielen Stellen wurde das Angebot bereits ausgebaut. Theoretisch kann man ein Kind bereits ab der achten Woche betreuen lassen, dies ist jedoch eher die Ausnahme.

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Kommt es vor, dass sich kein Betreuungsplatz finden lässt?

Schneider: Eher nein, wir haben bisher immer eine Lösung gefunden. Die Eltern können bei uns im zentralen Vormerkverfahren drei Wunschkindergärten angeben, die Vergabe regeln dann die Kindergärten selbst. Das hat vieles vereinfacht, denn nun können die Kindergärten gebündelt interessierte Eltern bei Infoveranstaltungen informieren. Wir haben mit allen Einrichtungen eine gute Zusammenarbeit und bisher blieb kein Kind unbetreut. Bei zwölf Kindergärten, teils mit Krippenplätzen und Regelplätzen, vier Tagespflegestellen für unter Dreijährige und zwei Infamilia Gruppen sind wir in Schwetzingen für alle Belange gut aufgestellt. Einer der Kindergärten ist ein Inklusionskindergarten und einer ein Waldorfkindergarten mit einem besonderen Betreuungskonzept.

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Wie sieht es bei der außerschulischen Betreuung aus?

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Mai: Die Südstadtschule, die Zeyher-Grundschule, die Hirschacker-Grundschule und die Nordstadtschule haben alle ein Kernzeitangebot. Die Nordstadtschule bietet zudem eine Hortbetreuung von 7.30 bis 17 Uhr an. Der Trend geht definitiv zur Ganztagesbetreuung, wobei hier natürlich vorrangig berufstätige Alleinerziehende und Berufstätige berücksichtigt werden. Auch die Ferienbetreuung ist in Schwetzingen sehr gut gelöst. Theoretisch können sogar die vollen sechs Wochen Sommerferien überbrückt werden. Die erste und die letzte Ferienwoche werden in der Schule betreut, die mittleren vier Wochen im Jugendzentrum „Go in“. Für Schulanfänger gibt es außerdem zwei Schnupperwochen. In der letzten Ferienwoche und der erster Schulwoche können die Erstklässler in Ruhe ankommen.

Was passiert bei finanziell schlechter gestellten Familien? Muss hier die Kinderbetreuung ausfallen?

Mai: Auf gar keinen Fall. Es gibt zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten. Auch hier sind wir die Ansprechpartner und wissen im Einzelfall, welche Anträge für welche Zuschüsse und Unterstützungen wo zu stellen sind. Jedes Kind soll und muss die gleichen Chancen haben. An der Betreuung darf dies nicht scheitern.

Was gefällt Ihnen persönlich an der Arbeit im Generationenbüro?

Schneider: Erstmal ganz klar der persönliche Kontakt zu den Menschen und unser sympathisches Team. Nach meiner Ausbildung bei der Stadtverwaltung habe ich gerne hier angefangen, denn als Jugendleiterin bei den Ministranten hatte ich zu Kindern schon immer einen Bezug. Ich bin mit 22 Jahren hier die Jüngste im Büro, aber der Mix macht es aus.

Mai: Ich bin 53 Jahre und selbst Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Auch ich habe meine Ausbildung damals bei der Stadt Schwetzingen gemacht und bin Verwaltungswirtin. Nach Tätigkeiten als Standesbeamtin und im Rechnungswesen bin ich nun hier im Generationenbüro angekommen und kenne natürlich über die vielen Jahre die Abläufe und Schnittstellen. Der Kontakt mit den Menschen und die abwechslungsreiche Tätigkeit machen Spaß.

Gibt es Schnittstellen zu anderen Bereichen im Generationenbüro?

Mai: Selbstverständlich. Wir sind fünf Kolleginnen und arbeiten als Team eng zusammen. Dazu gehören auch die wöchentlichen Teambesprechungen. Jeder bringt seine Erfahrungen mit ein und wir profitieren so gemeinsam von einem großen Netzwerk.

Schneider: Wir haben auch einige Veranstaltungen, bei denen wir uns gegenseitig unterstützen. Die Ausbildungsbörse, der Sommertagszug, der „Dreck-Weg-Tag“ und unser „Willkommensfrühstück“ gehören beispielsweise dazu.

Was genau ist das „Willkommensfrühstück“?

Schneider: Wir laden zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, die jeweils frischgebackenen Eltern aus Schwetzingen ein. Im Josefshaus wird dann gemeinsam gefrühstückt und viele Vereine, Initiativen, die VHS und auch wir vom Generationenbüro haben dann eine Plattform, um die Eltern über die zahlreichen Angebote Rund ums Kind in Schwetzingen zu informieren.

Mai: Viele Eltern kommen hier ins Gespräch und lernen sich kennen. Man verabredet sich und findet heraus, dass vielleicht ganz in der Nähe ein gleichaltriges Kind wohnt. Wenn Vereine, Gruppen oder Initiativen bei diesem Frühstück dabei sein möchten, können sie sich einfach gerne bei uns im Generationenbüro melden. Wir freuen uns, so das Angebot für die jüngsten Schwetzinger stetig erweitern zu können.

Braucht man einen Termin bei Ihnen, oder stehen die Türen im Generationenbüro offen?

Schneider: Unsere Tür steht montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr offen. Ansonsten kann man natürlich gerne einen Termin bei uns vereinbaren. Das Thema Kinderbetreuung ist ein wichtiges und sensibles, das mit vielen Emotionen einhergeht. Deshalb ist es uns wichtig, uns für die Gesprächspartner Zeit zu nehmen.

Mai: Meine Kollegin hat eher den Schwerpunkt Kinderkrippen, Tagespflege und Kindergartenbetreuung, mein Hauptthema ist der außerschulische Betreuungsbereich. Wir kennen uns beide im Arbeitsfeld der anderen sehr gut aus und vertreten uns gegenseitig. So ist jederzeit eine kompetente Ansprechpartnerin mit Zeit und Fachwissen verfügbar.