Grüne - Patrick Cisowski stellt Ergebnisse zur CO2-Reduktion und weitere geplante Projekte vor Beirat für Mobilität und Klima soll entstehen

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zg
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„In Krisen muss man neue Wege gehen.“ So denken auch die Grünen in Schwetzingen und haben ihre monatlichen Treffen daher ins Internet verlegt. Zum zweiten Mal fand ihre Ortsverbandversammlung als Videokonferenz statt – diesmal mit dem Schwetzinger Klimaschutzbeauftragten Patrick Cisowski als Referenten. Die beiden Vorsitzenden des Ortsvereins, Peter Köhler und Dr. Susanne Hierschbiel, freuten sich, dass Cisowski sofort bereit war, seinen schon lange feststehenden Besuch bei den Grünen auch virtuell abzustatten, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei.

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Und so konnten die Teilnehmer vom heimischen Wohnzimmer aus erfahren, wie die Umsetzung des 2018 vom Gemeinderat verabschiedeten Konzeptes zur Reduktion von CO2 und Klimaanpassung in Schwetzingen vorankommt. „Gerade im Verkehrssektor liegt großes Einsparungspotenzial“, erläuterte Cisowski den Zuhörern und so wundert es nicht, dass viele der eingeleiteten und teils schon umgesetzten Projekte, wie VRNnextbike, Ladesäulen für Elektrofahrzeuge oder auch die städtische Förderung der betrieblichen Mobilitätsberatung, in diesem Bereich liegen. Um eine Reduktion der CO2-Emissionen von 9,11 Tonne pro Kopf (2015) auf die angestrebten fünf Tonnen für das Jahr 2030 zu erreichen, werden jedoch weitere Anstrengungen nötig sein. So gab Cisowski gleich noch einen Ausblick auf die geplanten Projekte wie die Ausweitung der Solar-initiative, ein Radverkehrskonzept und die Gründung eines Mobilitäts- und Klimabeirates.

Frage nach mehr Ladesäulen

Viele der anschließend vom Auditorium gestellten Fragen und kritischen Anmerkungen drehten sich daher auch um das Thema Fahrrad und E-Mobilität. Wie sieht es mit der Ausweitung von Fahrradstellplätzen in der Innenstadt und am Bahnhof aus? Wie mit diebstahlsicheren Abstellmöglichkeiten? Warum gibt es nicht mehr Ladesäulen für Elektroautos bei Supermärkten? Können Erfahrungen mit Homeoffice in der momentanen Krise für das Projekt „Co-Working Spaces“, das im Klimaschutzkonzept vorgesehen ist, genutzt werden? Wird das im Klimaschutzkonzept anvisierte Projekt „Solarpfaudler“ umgesetzt?

Wie sehr das Thema Klimaschutz dem studierten Umweltwissenschaftler Cisowski am Herzen liegt, war bei der Beantwortung der Fragen an diesem Abend deutlich zu spüren. Dennoch äußerte er die Befürchtung, dass angesichts der Corona-Krise der Klimaschutz jetzt nicht oberste Priorität hätte. Bei den Teilnehmern der virtuellen Versammlung dagegen herrschte Einigkeit, dass der Klima- und Umweltschutz nicht zurückgestellt werden darf. Schließlich handelt es sich beim Klimawandel mit all seinen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Folgen um eine Krise, gegen die es keinen Impfstoff geben wird und zu deren Bewältigung es einen langen Atem und den Willen zu Veränderungen auf allen Ebenen braucht.

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So hoffen die Schwetzinger Grünen auch, dass der Lenkungskreis Klima bald tagen wird, in dem Fachleute, Verwaltung und Mitglieder des Gemeinderats die Weichen für weitere Klimaschutzprojekte in Schwetzingen stellen sollen. Stadtrat Professor Josef Walch könnte sich auch die Einrichtung eines Klima- und Umweltausschusses vorstellen, um dem Thema die nötige Bedeutung zu geben.

Austausch zum Radwegenetz

Am Ende der Diskussionsrunde konnten die Grünen festhalten, dass vor allem im Bereich Mobilität schon vieles auf den Weg gebracht wurde und dass sie die weiteren Projekte auch zukünftig kritisch und mit neuen Impulsen begleiten werden. So werden sie konkret ihre Erfahrungen mit dem Radwegenetz in Schwetzingen in diesem Sommer an die Verwaltung weitergeben.

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Im Juni geht es weiter mit den digitalen Versammlungen des Ortsverbandes. Wie immer mit einem Schwerpunktthema – diesmal Tierschutz in der Kommune. zg