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Nachhaltiges Konzept

Bellamar-Betrieb in Schwetzingen dauerhaft sichern

Das Schwetzinger Allwetterbad ist schon jetzt energetisch weitgehend autonom. Bereits vor Jahren wurden die Weichen für einen energieeffizienten und nachhaltigen Betrieb gestellt.

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zg
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Das BHKW im Kellergeschoss des Bellamar-Gebäudes wird mit zertifiziertem Bioerdgas betrieben und liefert regenerative Wärme und Strom. © Schwerdt/Stadtwerke

Schwetzingen. Die aktuelle Energiekrise betrifft auch Hallen- und Freizeitbäder. Denn die sind besonders energie- und kostenintensiv. Da stellt sich vielerorts die Frage: Bleiben die Schwimmbecken und Saunen im kommenden Herbst und Winter geöffnet?

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Landauf, landab haben einige Einrichtungen bereits Schließungen ins Auge gefasst oder schon angekündigt, andere wollen oder müssen ihre Angebote und Leistungen deutlich herunterfahren. Sollte dieser Zustand über einen längeren Zeitraum andauern, wird das Folgen haben. Denn regelmäßiges Schwimmen oder ein Saunabesuch sind nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch gut für Seele und Geist, ganz besonders in den dunklen und kalten Herbst- und Wintermonaten mit erhöhten Infektionsrisiken.

Eine klare Meinung dazu hat Patrick Körner: „Wir wollen für unsere Besucherinnen und Besucher geöffnet bleiben, solange es möglich ist“, sagt der Werkleiter des Bellamar in einer Pressemitteilung. „Vor dem Hintergrund kommunaler und gesundheitlicher Daseinsvorsorge sehen wir es geradezu als unsere Pflicht an, unser Angebot aufrechtzuerhalten. Insbesondere mit Blick auf den Schwimmunterricht für Kinder und Jugendliche, denn hier geht es in erster Linie um wichtige Sicherheitsaspekte. Der Corona-bedingte Ausfall dieser wichtigen Unterrichtseinheiten hat bereits zu massiven Defiziten und folglich leider auch vermehrt zu Badeunfällen geführt. Darauf weist die DLRG immer wieder nachdrücklich hin und mahnt an, hier dringend gegenzusteuern“.

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Zur gesundheitlichen Daseinsvorsorge gehört für Körner neben dem Schwimmen auch der Saunabetrieb im Bellamar, der nach Abschluss der aufwendigen Erweiterungsmaßnahmen mit zahlreichen Neuerungen – Dampfsauna, dritte Innensauna, Kaltwasserbecken, großzügige Aufenthaltsbereiche, erweiterte Gastronomiezone – demnächst wieder anlaufen soll. Mit neuester Technik beim Betrieb der Anlagen und Schwitzkabinen, was zuzsätzlich für Energieeinsparungen sorgen wird.

Dabei ist sich Körner durchaus bewusst, dass Politik, Medien und Öffentlichkeit das Thema „Energiesparen in Freizeiteinrichtungen“ angesichts der aktuellen Versorgungslage kontrovers diskutieren, plädiert allerdings dafür, bei der letztendlichen Bewertung konkret den Einzelfall zu betrachten und hält nach Abwägung aller Fakten und Faktoren den dauerhaften Betrieb im Bellamar deshalb für absolut vertretbar. Sein Blick geht in diesem Zusammenhang auch noch über den eigenen Beckenrand hinaus in Richtung andere Bäder in der Region, die möglicherweise schließen, dann nämlich käme dem Bellamar unter Umständen sogar eine Art „Auffangfunktion“ zu.

Gesetzgeber hat das letzte Wort

„Wir sind, was die Energieversorgung von Bad und Sauna betrifft, bestens aufgestellt. Bereits vor Jahren wurden die Weichen für einen energieeffizienten und nachhaltigen Betrieb gestellt, das zahlt sich jetzt aus. Mit dem Umbau des Hallenbades im Jahr 2014 hat die moderne und energiesparende LED-Technik hier Einzug gehalten, die Photovoltaiktechnologie zur Stromerzeugung aus Sonnenkraft kam zum Einsatz, das komplette Bad wird mit Fernwärme versorgt und 2019 haben wir im Kellergeschoss ein hochmodernes Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb genommen“, erläutert Körner. Das BHKW produziert eine Anlagenleistung von rund 400 Kilowatt, wird ausschließlich mit zertifiziertem Bioerdgas betrieben und versorgt die benachbarte Schimper-Gemeinschaftsschule komplett mit regenerativer Heizwärme. Quasi in einer Art Wärmeverbund mit der Schule verwendet das Bellamar die überschüssig erzeugten Wärmekontingente, die seitens der Schule nicht gebraucht werden, unter anderem für den Betrieb der Sauna. Der vom BHKW erzeugte Strom wird komplett für die technischen Prozesse innerhalb der Bäder- und Saunalandschaft übernommen. Neben der Win-win-Situation bei der Wärme- und Stromversorgung für die beiden Großgebäude ist der Nutzen für die Umwelt immens. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung werden Schadstoffemissionen wie etwa das Treibhausgas CO2 deutlich reduziert.

Seine Hausaufgaben in energetischer Hinsicht hat das Bellamar also gemacht. Ob Schließungen im Winter tatsächlich nötig werden, hängt jetzt in erster Linie vom Gesetzgeber ab. „Wenn aufgrund der Energiekrise entsprechende Vorgaben kommen, dann werden wir uns selbstverständlich daran halten“, sagt Körner und verweist darauf, dass im Bellamar bereits überall dort Energie eingespart wird, wo es sinnvoll und machbar ist. Beispielsweise durch eine leichte Absenkung der Wassertemperatur in den Schwimmbecken, bei nächtlichen Illuminierungen oder bei Werbeanlagen und Lichtstrahlern, die zwar für eine schöne Optik sorgen, aber angesichts der momentanen Gegebenheiten verzichtbar sind.

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