Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental

„Bergdoktor“-Heimat als Winterwunderland XXL

Die Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental ist dank der topografisch guten Lage für deutsche Gäste bestens erreichbar. In der Kulissenheimat des "Bergdoktors" herrschen perfekte Winterverhältnisse.

Von 
Katja Bauroth
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Schauspieler Hans Sigl an seiner "Bergdoktor"-Fernsehpraxis in Ellmau. Das Foto entstand, als es nicht so viel Schnee gab wie derzeit. © TVB Wilder Kaiser

Selbst der „Bergdoktor“ müsste derzeit ordentlich schippen: Denn auch seine Heimat am Wilden Kaiser im österreichischen Tirol ist von Frau Holle reich mit Schnee beschenkt worden. Das über 300 Jahre alte „Bergdoktorhaus“ im Ellmau etwa liegt unter einer dicken weißen Decke. Hans Sigl, der den Fernseharzt Martin Gruber verkörpert, kann froh sein, dass es in seiner Serienwelt derzeit grünt und blüht: Die in der Vorwoche gestartete zwölfte Staffel (donnerstags, 20.15 Uhr, ZDF) spielt gerade in der warmen Jahreszeit.

Tief eingeschneit: das Bauernhaus, welches in der Fernsehserie „Der Bergdoktor“ (donnerstags, 20.15 Uhr, ZDF) als Praxis fungiert. Es liegt auf einer Anhöhe in Ellmau. Derzeit müsste Doktor Martin Gruber (alias Hans Sigl) tüchtig schippen. © Bauroth

Dieser Tage jedoch versinken die Gemeinden am Fuße des traumhaften Kaisergebirges geradezu im Schnee. Peter Moser vom Tourismusverband (TVB) Wilder Kaiser in Ellmau hat „seine Schneemesslatte“ (Zitat) gegenüber seines Büros täglich im Blick. Vermutlich schaut heuer nur noch die Oberkante der über zwei Meter hohen Maßtafel heraus, denn geschneit hat es in den vergangenen Tagen immer wieder heftig. Und trotzdem: Dank der topografisch guten Lage ist die Region in der Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental hervorragend erreichbar und lässt die Herzen der Wintersportfans höher schlagen. Die Bundesstraßen von Wörgl und Kufstein sind schon in den frühen Morgenstunden gut geräumt, so dass Pkw mit Winterreifen sogar auf Schneeketten verzichten können (man sollte jedoch welche dabei haben). Lkw müssen die Ketten auf jeden Fall anlegen. Hält sich jeder an die Empfehlungen der Kundigen vor Ort beziehungsweise des ÖAMTC, dann erleben Besucher ein atemberaubendes Winterwunderland XXL und die Freude über das Weiß dominiert.

Vergangenen Freitag: Frau Holle macht eine Pause und die Sonne strahlt über den Traumpisten der Skiwelt. © Bauroth

Die Dorfstraßen Ellmaus sind mit einer geschlossenen Schneedecke überzogen. Manch einer nutzt sie als Rodelstrecke. Mit den Skiern bis vor die Haustür funktioniert nicht nur bei den Häusern in Pistennähe wie der neuen Tirol Lodge an der Hartkaiserbahn, sondern sogar im Ortskern. „Wir haben Winter, das ist halt so“, meint Peter Moser in Bezug auf die unangenehmen Begleiterscheinungen der großen Schneemengen locker und lacht. Die Schaufel hat auch er mehrmals täglich in der Hand – privat und beruflich. Gemeinsam packen die Menschen in der Region an, damit die Infrastruktur funktioniert. Es wird nichts dem Zufall überlassen – das trifft auch auf die touristischen Angebote zu.

Schnee wird gleichmäßig verteilt

Powderfeeling pur in einer Traumlandschaft: Das bietet derzeit die Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental. Die dicht verschneiten Hänge werden zu einem lautlosen Paradies, das in der Sonne glitzert, als läge ein Diamantenteppich über allem. Ja: Sonne! Die lässt sich durchaus blicken, wenn Frau Holle eine Pause einlegt. Dann eröffnet sich auf den 284 Pistenkilometern der Blick auf stattliche 3000er, um die 70 sind es insgesamt. Ein Großteil der Abfahrten sowie Liftanlagen ist täglich geöffnet. Aus Sicherheitsgründen werden ab und zu Teile gesperrt, zum Beispiel, um Bäume von der Schneelast zu befreien. 69 Pistenbullys sorgen vor und nach dem Liftbetrieb für bestens präparierte Abfahrten. Hier setzt die Skiwelt auf ressourcenschonendes Schneemanagement. Benjamin Kaufmann, Betriebsleiter und Beschneiungschef in der Skiwelt Söll, und sein Stellvertreter Florian Niederacher erklären die neue Schneehöhenmessung per GPS („Snowsat“). Damit könne die kompakte Schneeschicht auf den Pisten gleichmäßig verteilt werden, damit nirgends zu wenig oder zu viel Schnee ist, zeigen die Experten die Technologie am Computer. Diese ergänzt die modernen Beschneiungsanlagen, den Einsatz von Solarenergie und erneuerbarer Energie sowie die 15 naturnah angelegten Schneiteiche und trug dazu bei, dass sich die Skiwelt „Ökologisches Skigebiet des Jahres“ nennen darf. Den Preis gab’s bei den „World Snow Awards“ 2017 in London. Im Vorjahr kam der Titel „Umweltfreundlicher Skibetrieb“ über das weltgrößte Testportal „Skiresort.de“ hinzu.

Peter Moser vom TVB Wilder Kaiser in Ellmau zeigt die „Schneelatte“: So hoch lag die weiße Pracht vergangenes Wochenende. Mittlerweile dürfte das Metermaß im Schnee verschwunden sein. © Bauroth

Genau genommen glänzt die Region in allen Belangen: Sie ist ein Dorado für sportliche Skifahrer, die gerne am Berg Kilometer schrubben, sich in Funparks austoben und auf Erlebnispisten Tempo machen. Genießer kommen in den über 80 urigen Skihütten und Bergrestaurants mit einheimischer Küche auf ihre Kosten. Familien freuen sich über viele kinderfreundliche Abfahrten, tolle Pauschalen und Komfort. Zu Letzterem zählt das Pilotprojekt „Helping Hands“ im „Kinder-Kaiserland“ der Skischule Scheffau. Mini-Carver stehen hier für die kleinsten Skifahrer ab 15 Monaten bereit und ein extrabreites Förderband, auf dem zwei bis drei Personen nebeneinander Platz haben. Hier können die Betreuer auf Ski mitfahren, so dass der Nachwuchs sicher ankommt.

Skilanglauffans freuen sich über top gespurte Loipen und gewalzte Skatingstrecken wie die Kaiserloipe in Ellmau (5,5 Kilometer). Drei Rodelbahnen in der Region laden zum Geschwindigkeitsrausch ein, etwa die vier Kilometer lange in Söll. An der dortigen Talstation können Schlitten (8 Euro) geliehen werden.

Daneben lockt die Cafébar „Bäck“ mit Schaubäckerei zur Einkehr. Hier gibt’s alles frisch zum Knuspern vor Ort – und zum Mitnehmen: Das Salvenbrot aus Natursauerteig ist ein Gedicht! Und das schmeckt – belegt mit Tiroler Speck und Bergkäse – wunderbar zu einer neuen Folge des „Bergdoktors“.

Die richtige Technik für die Loipe lernen Wintergäste der Ferienregion Wilder Kaiser auch nach Sonnenuntergang – wie hier in Scheffau. Die Loipen und Skatingstrecken sind selbst bei sehr viel Schnee top gespurt. © TVB Wilder Kaiser/Reiter/von Felbert

Infos und Tipps

Anfahrt: Mautfrei via München (A8), Inntaldreieck (A 93) bis Kiefersfelden, Kufsteiner Straße, B 171, B 173 und B 178 Richtung St. Johann i. Tirol.

Zur Region: Die Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental ist eines der größten und modernsten Skigebiete weltweit. Hierzu zählen die Orte Ellmau, Going, Scheffau, Hopfgarten, Itter, Kelchsau, Brixen im Thale, Westendorf und Söll.

Die Skiwelt in Zahlen: neun Einstiegsorte, 284 Pistenkilometer, 21 Talabfahrten, 90 Bahnen, 81 urige, familiär geführte Hütten, Bergrestaurants und Après-Ski-Bars, geöffnet bis voraussichtlich 31. März, drei beleuchtete Rodelbahnen, Österreichs größtes Nachtskigebiet (10 km), drei Funparks, elf Erlebnispisten etwa mit Geschwindigkeitsmessstrecken, 22 Skischulen unter anderem mit Kleinkindbetreuung ab fünf Monaten, fast 160 km Loipen (2,2 km Höhenloipe in Brixen), viele Panorama-Winterwanderwege.

Kontakt: Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental, Dorf 84, A-6306 Söll, Telefon +43/53 33/400, office@skiwelt.at, www.skiwelt.at

Special „Superskiwochen“ (16. bis 31. März): Bis zu 25 Prozent Ermäßigung auf Liftpass, Leihski und Skischule, Vermieter bieten tolle Pauschalen an. Kauft ein Elternteil einen Skiwelt-Skipass von mindestens drei Tagen, fahren alle Kinder bis 15 Jahre (Jahrgang 2003 bis 2012) im selben Zeitraum gratis (Ausweis!). www.skiwelt.at/superskiwochen

Unterkunftstipp: Im Dezember 2018 eröffnete die Tirol Logde Ellmau, lässige Lodges in kompletter Holzbauweise, unter anderem mit Panoramasauna, beheizter Outdoorpool, Lobby-Lounge und Restaurant. Die Lage direkt an der Hartkaiserbahn mit Skiverleih, -depot und Sportshop sowie gegenüber der Hausbergbahn und Après-Ski-Möglichkeiten ist top, ebenso die kostenlose Tiefgarage. Die Preise variieren nach Angebot und Nachfrage. Ab zirka 130 Euro sollte man pro Zimmer (2 Personen) im Winter rechnen. Hinzu kommt das Frühstück (12 Euro ohne Extragetränke). Tipp: Bademantel mitnehmen! Adresse: Weißachgraben 14 a, A-6352 Ellmau, Telefon +43/53 58/23 20 500, info@tirollodge.tirol, www.tirollogde.tirol

Veranstaltungstipp: Skihütten-Gaudi (9. bis 31. März) mit Partystimmung auf den Hütten, kostenlosem Skiguiding von Montag bis Freitag inklusive Einkehrschwung. www.skiwelt.at/skihuettengaudi

Sehenswert: Das Alpeniglu-Dorf in der Skiwelt Brixen, das unter dem Motto „Tropischer Regenwald im Skigebiet“ entsteht. An der Bergstation in Hochbrixen kreieren Künstler Gebäude aus Schnee und Skulpturen. Auch für Nichtskifahrer erreichbar. kaba

In der Cafébar „Bäck“ mit Schaubäckerei an der Talstation in Söll holt Günther knusprige Vinschgauer aus dem Ofen. © Bauroth
Die Rodelbahn (zirka 4 km) in Söll wird mittwochs bis samstags bis 1 Uhr nachts beleuchtet. © Wilder Kaiser/von Felbert
Lässiger Tipp für eine Abendgestaltung im schönen Kufstein: Gin-Tasting mit James (l.) und Robert im „Stollen 1930“, der Bar im Festungsberg. © Bauroth

Ressortleitung Katja Bauroth ist Redaktionsleiterin der Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung.

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