Concours d’Elegance - Heiner Berger hat seine Oldtimerliebe auf Sohn und Enkel übertragen / Mit dem Allgemeinen Schnauferlclub Partner der Classic-Gala / Er ist als Aussteller im Schlossgarten anzutreffen Berger-Männer teilen eine Leidenschaft

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Volker Widdrat
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Ein Hingucker vor über 60 Jahren und auch noch heute: Heiner Berger mit seinem blauen Rolls-Royce Silver Wraith aus dem Jahr 1956. Er wird damit am Wochenende an der Hirschgruppe im Schlossgarten anzutreffen sein. © Widdrat

Schwetzingen/Plankstadt. Die Automarke mit dem Namen Franklin ist längst verschwunden. Das 1893 von Herbert H. Franklin in Syracuse im US-Bundesstaat New York gegründete Unternehmen wurde bereits 1934 aufgelöst. Bis dahin waren von dem Pionier der Luftkühlung über 150 000 Automobile gebaut worden. Eines davon ist im Besitz von Heiner Berger.

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„Ein tolles Auto, ich fahre sehr gerne damit“, schwärmt der 76-jährige Plankstadter und zeigt stolz den blitzsauberen 3-Liter-Motor mit 30 PS. Der Franklin, Baujahr 1923, der Einzige dieses Typs in Europa, war der erste Oldtimer, den Heiner Berger vor 20 Jahren ersteigert hat. Er habe sich schon immer für alte Autos interessiert, auch im Urlaub oft danach Ausschau gehalten, sagt der Unternehmer, der in Heidelberg Kraftfahrzeugmechaniker gelernt hat und seit über 20 Jahren Mitglied ist in der Traditionslandesgruppe des Allgemeinen Schnauferlclubs (ASC). Der bald 120-jährige Club, zu dem Gottlieb Daimler, Adam Opel, August Horch, Wilhelm Maybach und Ferdinand Porsche gehörten, wird als Partner des „Concours d’Elegance“ am Wochenende im Schlossgarten dabei sein. Die exklusive Präsentation klassischer Automobile wird zudem durch eine Schnauferl-Sternfahrt bereichert.

Hintergrund

Die „15. Classic-Gala – Concours d’Elegance“ gastiert von Freitag, 30. August, bis Sonntag, 1. September, im Schlossgarten (10 bis 18 Uhr). Es fällt Schlossgarteneintritt an (6/3 Euro, Dauerkarteninhaber frei).

Parallel zur Classic-Gala findet die 4. Eco-Mobil-Gala am Samstag, 31. August, und Sonntag, 1. September, von 10 bis 18 Uhr frei zugänglich auf dem Schlossplatz statt. Verkehrsminister Winfried Hermann wird die Ausstellung am Samstag um 9.45 Uhr eröffnen. kaba

Das zweite Fahrzeug, das sich Heiner Berger vor einigen Jahren angeschafft hat, ist ein Mercedes-Benz 250 SE Coupé von 1966. Das Heckflossen-Modell mit 150 PS war bis 1971 im Programm. „Das Auto hat immer noch die erste Farbe und die originale Polsterung“, freut sich Berger, der als frischgebackener Führerscheininhaber damals einen Mercedes 180 Diesel gefahren hat.

„Freuen uns auf Besucherfragen“

Doch nicht nur der 76-Jährige ist von alten Autos fasziniert. Die Begeisterung für Oldtimer ist längst auch auf Sohn und Enkel übergegangen. Andreas Berger (49) hat gerade mit dem De Dion Bouton vom Karosserie-Typ CS 2, Baujahr 1911, bei der Bertha-Benz-Fahrt teilgenommen. Das Automobil der Traditionslandesgruppe ist immer ein echter Hingucker. Vor zwölf Jahren hat Heiner Berger in Plankstadts französischer Partnergemeinde Castelnau-le-Lez einen Citroën Rosalie, Baujahr 1929, abgeholt. Bei dem Auto, ursprünglich als leichtes Rennfahrzeug konstruiert, gab es verschiedenste Aufbauten, vom offenen Zweisitzer über Limousinen bis zum Lieferwagen mit Kasten.

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Vater Heiner zeigt an der Hirschgruppe im Schlossgarten seinen blauen Rolls-Royce Silver Wraith (deutsch: Silbernes Gespenst), Baujahr 1956, den ersten Personenkraftwagen, den Rolls-Royce nach dem Zweiten Weltkrieg neu konstruiert und bis 1959 gebaut hat. „Der braucht durch den langen Radstand viel Platz“, meint Heiner Berger. Von dem Fahrzeug mit der von James Young gebauten Karosserie gibt es weltweit nur zwei Stück. „Es ist schön, wenn man die Menschen mit der Tradition historischer Fahrzeuge begeistern kann“, sagt Andreas Berger.

Sohn Tim pflichtet ihm bei. Der 18-Jährige lernt Kraftfahrzeugmechaniker bei der Mercedes-Benz-Niederlassung Heidelberg und macht gerade seinen Führerschein. Beim Concours d’Elegance stellt er eine knallrote Corvette C3 vor. Das Fahrzeug mit dem Schriftzug Stingray (deutsch: Stachelrochen) auf der Karosserie ging 1967 als dritte Corvette-Generation in Serie und wurde bis Herbst 1982 gebaut. Der 7,0-Liter-Motor mit einer Leistung von 390 PS habe einen einmaligen Sound, meint Tim begeistert. „Das ist eine richtige Fahrmaschine mit Power ohne Ende“, bestätigt sein Vater Andreas.

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„Die alten Autos sind leichter zu reparieren als die neuen Fahrzeuge“, so der 18-Jährige, der sich schon einen Mercedes-Benz W 123 von 1982 hergerichtet hat. Oldtimer machten oft Probleme, vor allem was die Motoren betreffe. Bis jetzt hat das Berger-Trio aber alles selbst reparieren können: „Es hat immer problemlos funktioniert, wir waren noch nie mit unserem Latein am Ende.“ Bei der Schau im Schlossgarten werden Heiner, Andreas und Tim Berger bei ihren drei Schmuckstücken zu finden sein. „Wir freuen uns, wenn die Besucher Fragen stellen und sich für die tollen Oldtimer interessieren“, versichert Heiner Berger. Aber auch Ehefrau Helga ist vom Oldtimer-Virus angesteckt: „Ein ganz tolles Hobby von den drei Männern, ich bin selbst ganz begeistert. Ich freue mich immer, wenn ich mitfahren kann.“

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Info: Einblicke in den Concours d’Elegance der Vorjahre gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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