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Aufbruch 2016 - Rainer Welzel kritisiert den deutschen Sonderweg bei der Energieversorgung

Das schafft Chaos statt Sicherheit

Von 
zg
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„Der deutsche Sonderweg hat bisher nur Chaos statt Sicherheit in der Versorgung eines führenden Industriestaats mit der lebensnotwendigen Energie gebracht“, so eröffnete Diplom-Ingenieur Rainer Welzel bei einer Mitgliederversammlung der Initiative Aufbruch 2016 sein Referat über die Energiepolitik der Bundesregierung. Die Behauptung, dass der „Klimaschutz“ (wie viele der in diesem Zusammenhang verwandten Wörter aus seiner Sicht „ein unsinniger Begriff“) eine Wende in der Energieerzeugung erfordere, bedeute nicht, dass eine brauchbare Strategie erkennbar sei. Die Verkündigung immer utopischerer Ziele mache nur deutlich, dass über einen realistischen Weg zu diesen Zielen bisher nicht nachgedacht worden sei: „Ein Ziel ist keine Lösung!“ Das schreibt die Initiative in einer Pressemitteilung an unsere Zeitung.

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„Die Vorstellung, dass Europa oder gar Deutschland in dieser Hinsicht der Welt mit leuchtendem Beispiel vorangehen könne“, so Referent Welzel, „offenbart allein den Realitätsverlust in den Köpfen verantwortlicher Politiker.“ Zwar sei es richtig, dass der Anteil der EU am Ausstoß von CO2 in der Welt seit 1990 von etwa 33 auf nun 9,9 Prozent gesunken sei. Doch dies liege allein daran, dass der Anteil des Restes der Welt in der Zwischenzeit förmlich explodiert sei. In gewisser Weise zeigten diese Prozentzahlen nur den Bedeutungsverlust der EU in der Weltpolitik und in der Weltwirtschaft an, so Welzel weiter.

Abschaltung nicht kompensierbar

Niemand wisse, wie der durch die Abschaltung von Kern-, Kohle- und Gaskraftwerken verloren gehende Strom, das sind 61,1 Prozent der gegenwärtigen Produktion, ersetzt werden solle. Um allein die fossil erzeugten 665 TWh zu kompensieren, müssten in der Bundesrepublik 130 000 neue Windräder errichtet werden, rechnet Rainer Welzel der Versammlung vor. Darüber hinaus müssten Windkraft und Fotovoltaik mit Speicherungen grundlastfähig gemacht werden, was bis heute nicht einmal in Ansätzen geschehen sei. Nicht berücksichtigt sei bei dieser Berechnung, dass der gewünschte Umstieg auf E-Autos sowie der rasant ansteigende Stromhunger der Kommunikationsindustrie zusätzliche Belastungen bedeuten würden.

Um unter diesem Gesichtspunkt die Energieversorgung zu gewährleisten, seien nach Hochrechnungen des Fraunhofer Instituts in München knapp eine Million Windkraftanlagen in Deutschland notwendig. Die bittere Wahrheit werde von der Politik jedoch verschwiegen: „Wind- und Solarenergie werden für eine großflächige Stromversorgung niemals konkurrenzfähig sein!“

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Für einen Großteil der Industrie sei unter diesen Umständen der Weg vorgezeichnet: Abzug aus Deutschland in Länder, die die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Wirtschaft durch eine preiswerte und effiziente Stromerzeugung sichern wollen. Derzeit planten 62 Staaten auf dieser Erde 16 000 neue Kohle- und 82 neue Kernkraftwerke. Bei ihnen genieße die Versorgungssicherheit hohe Priorität, wobei die Kernenergie eine große und unverzichtbare Rolle spiele. Dies sei für jede Industrie attraktiv, die auf effektive Lösungen angewiesen sei, heißt es in der Pressemitteilung der Initiative weiter.

Einen Seitenhieb konnte sich der Referent zum Schluss nicht verkneifen: „Wem es mit der Sorge um das Klima wirklich ernst ist“, erklärte er, „der muss doch die Kernenergie, und hier besonders die Fusionsforschung in Greifswald, massiv fördern, da die Anlagen erwiesenermaßen funktionieren, wirtschaftlich sind und kein CO2 ausstoßen!“

Die Tatsache, dass dies gerade in der Bundesrepublik nicht zu beobachten sei, sei ein schlagender Beweis dafür, dass das Gerede um den Klimanotstand reines Gerede sei. In der Mitteilung heißt es, Welzel habe lang anhaltenden Beifall für diese Ausführungen bekommen. zg

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