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Autobahnbrücke

Das Scheppern der A 6 dürfte endlich ein Ende finden

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jüg/vw
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Zum Abschluss kommen die Arbeiten an der Anschlussstelle Schwetzingen-Nord/Brühl. Ab August gibt es neue Engpässe. © Widdrat

Schwetzingen/Brühl. Die Bewohner im Hirschacker, die nahe der Autobahn A 6 wohnen, können künftig wohl deutlich ruhiger schlafen. Denn ein Hauptziel für die Sanierung der Brücke war ja, das bei jeder Querung durch einen schweren Lastwagen entstehende Scheppergeräusch zu beseitigen. Am Dienstag meldete nun die inzwischen zuständige Autobahn GmbH den leicht verzögerten Vollzug der Baumaßnahme und dass auch die Verkehrseinschränkungen möglichst bald aufgehoben werden sollen.

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Der Austausch der Übergangskonstruktionen auf beiden Seiten der Autobahnbrücke der A 6 über die Bahnstrecke Mannheim-Karlsruhe (Rheintalbahn) und die Schwetzinger Siedlerstraße ist nun komplett abgeschlossen. Nachdem der Austausch auf der Fahrbahn in Richtung Heilbronn bereits Anfang 2021 erfolgt war, gingen nun auch die Bauarbeiten auf der Strecke nach Mannheim zu Ende. Damit kann die im Mai eingerichtete Umlegung des Verkehrs auf die Fahrbahn in Richtung Heilbronn aufgehoben werden. Ab Montag, 12. Juli, gegen 5 Uhr werden wieder beide Fahrbahnen der Brücke an der Abfahrt Schwetzingen-Nord/Brühl befahrbar sein. In Vorbereitung auf eine Baumaßnahme nördlich der Brücke wird die geltende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer aber zunächst noch beibehalten.

Der Rückbau der derzeit eingerichteten Verkehrsführung soll in den Nachtstunden zwischen dem 7. und 12. Juli erfolgen. Damit können Beeinträchtigungen des Verkehrs so gering wie möglich gehalten werden, teilt die Autobahn GmbH mit. Sperrungen sind demnach nicht vorgesehen, die Umlegung erfolgt bei fließendem Verkehr.

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Im Zuge des Austauschs der Übergangskonstruktionen musste auch der alte Asphaltbelag auf der Brücke ausgebaut und erneuert werden. Dank dieser umfangreichen Sanierungsmaßnahmen konnte nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern auch die Lärmsituation in dem Bereich deutlich verbessert werden. Zuvor hatte die nach langer Nutzungsdauer defekte Übergangskonstruktion gerade bei starker Belastung eine hohe Lärmbelastung für die Bewohner im Hirschacker verursacht (wir berichteten mehrfach).

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Auch nach Ende der Bauarbeiten wird auf der Autobahnbrücke eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 80 beibehalten. Grund sind die Vorbereitungen auf die ab August anstehende Fahrbahndeckenerneuerung nördlich der Brücke bis zum Rangierbahnhof Mannheim. Für die dafür benötigte Verkehrsführung soll dann südlich der Brücke erneut eine Mittelstreifenüberfahrt eingerichtet werden. In Vorbereitung darauf verbleibt dort die temporäre Schutzeinrichtung zwischen den beiden Fahrbahnen. Damit gilt der Bereich weiter als Baustelle – mit Reduzierung der Geschwindigkeit.

Überblick zum Gesamtprojekt

Der Austausch der Übergangskonstruktion auf der Autobahnbrücke in Schwetzingen-Nord wurde noch vom Regierungspräsidium Karlsruhe geplant. In der ersten Bauphase wurden Ende 2020 die Mittelstreifenüberfahrten hergestellt. In der zweiten Bauphase wurde ein Fahrstreifen in Richtung Heilbronn auf die Gegenfahrbahn umgelegt und die Übergangskonstruktion im rechten Bereich der Fahrbahn ausgetauscht. In der dritten Bauphase wurde die Übergangskonstruktion im linken Fahrbahnbereich ausgetauscht. In der nun vor dem Abschluss stehenden vierten Bauphase fanden Arbeiten auf der Fahrbahn in Richtung Mannheim statt, dafür war die Umlegung des Verkehrs auf die Fahrbahn nach Heilbronn notwendig. In der fünften und letzten Bauphase wird nun die Schließung der Mittelstreifenüberfahrten erfolgen. Bauoberleitung und Bauüberwachung liegen bei der Außenstelle Heidelberg der Autobahn GmbH. Als Übergangskonstruktion wird ein Bauelement einer Brücke bezeichnet, das Verformungen und Bewegungen des Brückenüberbaus gegenüber den Enden ausgleicht. Die Verformungen des Überbaus gehen vor allem auf jahreszeitliche Temperaturschwankungen zurück und reichen je nach Brücke von wenigen Millimetern bis in den Meterbereich.

Diese Übergangskonstruktion gleicht diese Differenzen aus, indem sie sich flexibel auseinander- oder zusammenschiebt. Eine solche Übergangskonstruktion muss regelmäßig gewartet werden und wird je nach Belastung etwa alle 20 bis 25 Jahre ausgetauscht. Nur so können die Beweglichkeit der Konstruktion selbst und die Bausubstanz der Brücke erhalten und somit die Verkehrssicherheit gewährleistet werden. Bei einer Baustellenbegehung Anfang Januar hatte unser Reporter sich die Schäden selbst vor Ort angeschaut: „Auf die Brücke wirken zu jeder Zeit brutale Kräfte, die darf man nicht aufhalten“, hieß es damals von Seiten des Bauleiters. Er zeigte die marode Dehnungsfuge. Auf etwa hundert Metern waren es damals gut fünf Zentimeter Spielraum.

Über 80 000 Fahrzeuge in 24 Stunden sind auf diesem Autobahnabschnitt normalerweise unterwegs, davon allein 10 700 der Kategorie Schwerlastverkehr, die dann eben besagtes Scheppern oder Klappern verursacht haben. Damit dürfte es nun zumindest für die nächsten Jahre erst einmal vorbei sein und die Menschen im Hirschacker können ein wenig ruhiger schlafen. jüg/vw

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