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Diakonisches Werk

Diakonie-Sonntag in Schwetzingen stellt Tafelladen in den Mittelpunkt

Der Schwetzinger Tafelladen „Appel + Ei“ steht im Fokus des ersten Diakonie-Sonntages und präsentiert daher seine Arbeit in einer Ausstellung.

Von 
Margit Rothe
Lesedauer: 

„Allerdings genügt es nicht, Gottes Botschaft nur anzuhören, ihr müsst auch danach handeln“, heißt es im Jakobusbrief der Bibel. Das Diakonische Werk mit seinen vielfältigen Institutionen und sozialen Diensten versucht dieser Aufforderung nach den „Werken der Barmherzigkeit“ gerecht zu werden. Das Bestreben, hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen und ihre Würde zu wahren beziehungsweise wiederherzustellen, prägt diese Arbeit.

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Am ersten Diakonie-Sonntag in Schwetzingen wurde die Arbeit der Diakonie am Beispiel des Tafelladens „Appel + Ei“ sichtbar gemacht. Die Tafelläden erleben derzeit eine echte Belastungsprobe, da in Krisenzeiten die Zahl der Kunden steigt, die Spenden aber dahinter zurückbleiben. „Unsere Kundenzahl hat sich durch die Flüchtlinge aus der Ukraine nahezu verdoppelt“, weiß Alexander Schweitzer, der Leiter des Tafelladens, zu berichten.

Die Mitarbeiter der Tafel, Ida Ebel und Sebastian Timm, geben Suppe aus. © Rothe

Der Gottesdienst stellte die neutestamentliche Geschichte von der „Speisung der Fünftausend“ (Markus 6, 30ff) in den Mittelpunkt, sie wurde von der Leiterin des Diakonischen Werkes Südliche Kurpfalz, Ursula Igel, vorgetragen. Gemeindediakonin Margit Rothe und Kirchengemeinderätin Hanna Schwichtenberg beleuchteten diese Geschichte mit Blick auf die Bedürftigen, die es nach Brot und Leben hungert, und auf die Jünger als Weggefährten Jesu, die zu Helfern werden sollen. Die Aufforderung Jesu „Gebt ihr ihnen zu essen!“ ist eine Berufung zum Dienst der Liebe, der Diakonie.

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Kirchengemeinderätin Claudia Bertsch konkretisierte dies in einem Interview mit Sebastian Timm, der als ehemaliger Kunde und jetziger Mitarbeiter des Tafelladens die Arbeit vor Ort erläuterte. Es gehe darum, „ein würdiges Einkaufen auch mit kleinem Geldbeutel“ zu ermöglichen, unterstrich er. Die Kunden seien Menschen mit geringem Einkommen, oft Rentner, Alleinerziehende, Hartz-IV-Bezieher, sogar Studenten sowie Flüchtlinge. Die Bedürftigkeit werde in jedem Fall geprüft, dann unterscheide sich der Einkauf nicht allzu sehr vom Besuch beim Discounter. Gekauft werden kann aber nur, was auch gespendet wurde. Nicht alles ist immer vorrätig. Dennoch ist der Tafelladen für viele ein Rettungsanker, wenn das Geld für die „normalen“ Geschäfte nicht reicht.

Musikalischer Höhepunkt des Gottesdienstes war der Auftritt des Mannheimer Vesperkirchenchors, der mit seiner Leiterin Karoline Vogt die gut besuchte Veranstaltung in der Stadtkirche mit seinen engagiert und außerordentlich lebendig vorgetragenen Liedern bereicherte. Zum Vortragsrepertoire gehörten das tschechische Volkslied „Laila“ und das israelische Lied „Hinnei matow“, das ein friedliches und geschwisterliches Zusammenleben aller Menschen anmahnt. „Das schwarze Schaf“, ein vertontes Gedicht von James Krüss, das mit viel Einfühlungsvermögen und spürbarer Emotionalität vorgetragen wurde und die Zuhörer im Herzen berührte, bildete wiederum den Glanzpunkt des Konzertes. Der Chor, der sich aus Besuchern der Mannheimer Vesperkirche gebildet hat, erhielt für seine musikalische Leistung sehr viel Beifall.

Nach dem Gottesdienst waren alle eingeladen, im Luthersaal gemeinsam einen schmackhaften Gemüseeintopf zu essen, den Mitarbeiter des Tafelladens aus ihren Beständen gekocht hatten. Die Tische waren gemäß dem Namen des Tafelladens „Appel und Ei“ mit Äpfeln und Eiern dekoriert. Auch Kaffee und Backwaren – ebenso aus den restlichen Wochenendbeständen des Ladens – standen dabei bereit. Das Essensangebot wurde gerne wahrgenommen, ebenso die Möglichkeit zu Begegnung und Austausch.

Ergänzt wurde das gemeinsame Essen durch eine Ausstellung, die die Arbeit des Tafelladens dokumentiert und eine von Kirchengemeinderat Günther Keim erstellte Power-point-Präsentation, die einen guten Einblick in die vielfältige Arbeit unterschiedlichster diakonischer Einrichtungen in Schwetzingen gab. Das Fazit lautete „Unser erster Diakonie-Sonntag war ein voller Erfolg. Wir machen weiter.“

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