Fußball-WM 2022 Die Kehrseite des Klebens

Bei allem Sammelspaß und Tauschvergnügen hat das Panini-Prinzip auch einen großen Haken:

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Johannes Blem
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Region / Katar. Es ist aus ökologischer Sicht wenig nachhaltig. Zwar tragen die Alben und Stickertütchen seit der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien das FSC-Mix-Siegel. Dieses Siegel garantiert, dass das enthaltene Produkt zu mindestens 70 Prozent aus recyceltem oder FSC-zertifiziertem, also aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammendem Material besteht. Die eigentlichen Sticker sind jedoch aus Plastik – das nicht recycelbar ist.

Die klebende Seite der Sammelbilder kann aufgrund des Klebstoff s nicht von Recyclingmaschinen verarbeitet werden. Er beschädigt die Anlagen. Und das Trägerpapier ist mit einem dünnen Silikonfilm überzogen. Der sorgt dafür, dass sich die Bildchen leicht abziehen lassen. Doch selbst modernste Recyclingunternehmen sind noch nicht in der Lage, diese Silikonschicht zu entfernen und das Material wiederzuverwerten.

Panini macht keine Angaben zu den verkauften Mengen. Schätzungen zufolge gingen im Zuge des „Sommermärchens“ 2006 allein in Deutschland 160 Millionen klebende Konterfeis über die Ladentheken. Während der WM 2010 waren es 90 Millionen. Man muss kein Mathematikprofessor sein, um das globale Ausmaß des entstehenden Plastikmülls zumindest grob zu erahnen. Dies trübt die Tauschfreude erheblich.

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