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Die Zelle in Wunnenstein

Andreas Lin schwelgt auf der Autobahn in seinen Erinnerungen

Von 
Andreas Lin
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Sagt Ihnen Wunnenstein etwas? Vielen, die schon öfter auf der Autobahn 81 zwischen Stuttgart und Heilbronn unterwegs waren, wird jetzt etwas dämmern. Die wenigsten dabei werden den 393 Meter hohen Berg nördlich von Großbottwar kennen, dafür aber die nach ihm benannte Raststätte bei Abstetterhof.

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Vor allem für diejenigen Menschen, die schon im Vor-Handy-Zeitalter auf Reisen waren, hat diese Autobahnraststätte eine besondere Bedeutung. Denn damals konnte man nicht einfach den Eltern, Freunden und Nachbarn eine Nachricht per Whats-app schicken oder kurz während der Fahrt anrufen, wann man denn abgeholt werden soll. Dazu mussten Telefonzellen genutzt werden, vor denen sich dann oft lange Schlangen bildeten, weil eben 40 oder 50 Leute telefonieren wollten.

Und dazu hielt der Busfahrer logistisch geschickt dann an, wenn absehbar war, zu welchem Zeitpunkt er in etwa in Schwetzingen ankommen würde. Und bei allen Reisen aus Richtung Stuttgart/München/Bodensee lag eben Wunnenstein geschickt, weil es von dort ungefähr noch eine Stunde nach Hause war.

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So hatten die Abholer genug Zeit, ihr Bierchen noch leer zu trinken, das Abendessen zu beenden oder den Krimi zu Ende zu schauen, um dann pünktlich am Messplatz zu sein und die Lieben nach dem Landschulheim, dem Skiurlaub, dem Trainingslager oder der Städtetour wieder in Empfang zu nehmen. Ob es heute überhaupt noch eine Telefonzelle auf dem Rasthof Wunnenstein gibt? Ich weiß es nicht, schau aber auf jeden Fall mal nach, wenn ich wieder vorbeikomme.

Autor Stv. Redaktionsleiter + Lokalsportchef Schwetzinger Zeitung

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