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Dirty Dancing und der Franz

Gert Häusler erinnert an den guten alten hippen Partykeller

Von 
Gert Häusler
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Bis Anfang der 1990er Jahre waren sie fast in jedem Haus zu finden. Die Partykeller. Sie waren Treffpunkt für unzählige Feiern mit Freunden und Nachbarn. Als sie mehr und mehr verschwanden, wurden etliche umfunktioniert in Hobbywerkstätten oder Fitnessräume, sie wurden zur Heimat für Waschmaschinen und Gefriergeräte oder fristen einfach nur als Rumpelkammern ihr Dasein.

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Aber wie auch oft bei geschlossenen Lokalen, blieben manche Bareinrichtungen und Dekostücke einfach an ihrem Platz. So habe ich es gerade erlebt bei Freunden in der Pfalz, als ich nach langer Zeit den Herrn des Hauses wieder einmal zum Vorratsraum im Keller begleitete. Der zeigte nämlich auf eine Tür nebenan und meinte leicht wehmütig: „Das war unser Partykeller, erinnerst du dich noch?“

Mit einem Bier in der Hand gingen wir dann wie früher einfach mal rein. Neben alten Stühlen, einigen Kisten und Kästen mit einer Menge Krimskrams waren auch langjährige Bestandteile des Kellers zu erkennen. Die lange Stehbar gleich neben der Tür, mexikanische Strohhüte, ein Wagenrad, (leere) Magnumflaschen und Gläser in allen Formen, Collagen zum Eintritt in neue Lebensjahrzehnte.

Die „Urkunden“ mit zahlreichen Widmungen und Unterschriften – auch von uns – erinnerten daran, wie schnell offensichtlich die Zeit verflogen ist. Ich konnte mir auch gar nicht mehr so richtig vorstellen, dass sich bei diesen Festen meist über 30 Leute im nicht allzu großen Raum gedrängt haben.

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Zwei Relikte aus den alten Zeiten haben im Keller ebenfalls überlebt: An der Holzdecke ein Plakat von Dirty Dancing, dem damaligen Kultfilm und über die ganze Innentür der seinerzeit in die USA entfleuchte „Fußballkaiser“ Franz Beckenbauer. Eintrittskarten und Plakate erinnern immer noch an Cosmos New York, wo er mit anderen Alt-Superstars wie Pelé spielte, bevor er wieder kurz als Spieler und dann als Trainer nach Deutschland zurückkehrte. Nach dem kleinen Ausflug in die Vergangenheit gingen wir nach oben in die Gegenwart zu Kaffee und Kuchen. Später las ich im Internet, dass sich private Partyräume (Locations) seit einiger Zeit stark verbreiten würden: Alles kommt eben doch mal wieder.

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