Landgericht - 50-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren verurteilt Eppelheimer bekommt Bewährung für seine Eifersuchtstat

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Volker Widdrat
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50-jähriger Eppelheimer ist vom Landgericht zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. © Kopetzky

Schwetzingen. Der 50-jährige Eppelheimer, dem die Anklage vorsätzliche Körperverletzung in Tateinheit mit versuchtem Totschlag an einem 45-Jährigen vorgeworfen hatte (wir berichteten mehrfach), muss nicht ins Gefängnis. Die Strafkammer des Landgerichts Mannheim folgte den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung und verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren auf Bewährung. Verteidiger Manfred Zipper war nach dem Richterspruch mehr als zufrieden: „Mein Mandant ist sehr erleichtert.“ Erster Staatsanwalt Frank Stork verzichtete ebenfalls auf Rechtsmittel, das Urteil ist damit rechtskräftig.

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Der beschuldigte Brauereimitarbeiter habe von Anfang an zugegeben, am frühen Morgen des 6. Mai 2018 in einem Lokal in der Kurpfalz-Passage einen vermeintlichen Nebenbuhler zunächst mit Faustschlägen traktiert zu haben, führte der Vorsitzende Richter Gerd Rackwitz in der Urteilsbegründung aus. Aus Wut darüber, dass sich seine von ihm getrennt lebende Ehefrau damals mit dem 45-Jährigen getroffen habe, sei er nach der Prügelattacke nach Hause gegangen und habe sich ein Klappmesser mit einer acht Zentimeter langen Klinge geholt.

Dann sei er durch einen Seiteneingang wieder in das Lokal gekommen, um so dem Blick der Security zu entgehen. Er habe das Messer aufgeklappt und sei mit schnellen Schritten auf den 45-Jährigen zugegangen. Seine Frau habe noch versucht, ihren Bekannten zu schützen und den Angriff abzuwehren. Aber erfolglos. Der Angeklagte habe sein Opfer mit Messerstichen an Hals und Arm sowie in den Unterbauch verletzt. Letzterer Stich sei dabei bis auf die Leber durchgegangen. Anschließend habe er das Tatwerkzeug fallengelassen.

Die Verletzungen des 45-Jährigen seien „abstrakt lebensgefährlich“ gewesen, sagte der Vorsitzende weiter. Dass der 50-Jährige das Messer auf jeden Fall habe einsetzen wollen, sei für die Kammer unstrittig: „Es lag auf der Hand, dass er mit bedingtem Tötungsvorsatz gehandelt hat.“ Zum Tatzeitpunkt habe der große und schwere Mann knapp 2,5 Promille Alkohol im Blut gehabt. Dieser „schwere Rauschzustand“ habe die Handlungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Dass die Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert gewesen sein könnte, könne die Kammer nicht ausschließen.

Kein minderschwerer Fall

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Das Gericht könne keinen minderschweren Fall erkennen. Der Angeklagte habe sich der gefährlichen Körperverletzung mittels einer Waffe schuldig gemacht. Im Nachhinein habe er zwar mit dem Opfer einen „kommunikativen Prozess angestoßen“, indem er ihm während des Hauptverfahrens 10 000 Euro in bar als Schmerzensgeld übergeben sowie weitere 20 000 Euro als Entschädigung in Aussicht gestellt hatte, aber damit noch keinen angemessenen Ausgleich vorgenommen. Eine Milderung der Strafe sei so nicht möglich gewesen.

Der Angeklagte sei aber geständig und nicht vorbestraft. Er habe sich freiwillig einer Therapie unterzogen. Der Geschädigte habe unter der gravierenden Tat mit bedingtem Tötungsvorsatz immer noch zu leiden. Das Verfahren habe sehr lange gedauert, monierte der Vorsitzende. Seit Herbst 2018 hatte gegen den 50-Jährigen ein Haftbefehl mit Meldeauflagen bestanden, der mit dem Urteil nun außer Vollzug gesetzt werden konnte.

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Die Kammer habe eine Geldstrafe von 4800 Euro wegen Körperverletzung sowie eine Haftstrafe von 23 Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren zusammengefasst. Das Gericht habe die Bemühungen um einen Täter-Opfer-Ausgleich gesehen, erklärte der Vorsitzende. Der 50-Jährige solle sich das Urteil zur Warnung dienen lassen und künftig ein straffreies Leben führen.

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