GRN-Klinik - Professor Bernd Waldecker im Ruhestand / Professor Dr. Eberhard Scholz wird Nachfolger Er hat die Kardiologie weiterentwickelt

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In der GRN-Klinik Schwetzingen ist eine Ära zu Ende gegangen: Professor Dr. Bernd Waldecker, Chefarzt für Kardiologie und Angiologie übergibt nach fast 18 Jahren die Leitung der Medizinischen Klinik I an seinen Nachfolger, Professor Dr. Eberhard Scholz. Zur Verabschiedung im kleinen Rahmen erhielt er für die engagierte Weiterentwicklung der Abteilung und seinen persönlichen Einsatz die silberne Ehrenmedaille des Rhein-Neckar-Kreises.

GRN-Geschäftsführer Rüdiger Burger verleiht Professor Waldecker (l.), langjähriger Chefarzt für Kardiologie und Angiologie, die silberne Ehrenmedaille. © GRN
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„Es waren spannende Jahre in Schwetzingen. Ich bin zufrieden, wie sich die Abteilung seit meinem Einstand im Juni 2003 weiterentwickelt hat“, sagt Professor Waldecker. „Wir konnten mit der Verantwortung sowohl für den Notarztstandort als auch für die Notfallambulanz bis zur stationären Behandlung auf Normal- oder Intensivstation eine durchgängige Versorgungsachse nach neuesten Qualitätsstandards formen. Später wurde sie durch ein Herzkatheterlabor und die Chest Pain Unit nochmals bedeutsam verbessert“, berichtet Professor Waldecker.

Jeder Akutkranke sollte rasch, jederzeit und optimal in Schwetzingen versorgbar sein, von der ambulanten Begutachtung bis zur fachspezifischen Versorgung im Katheterlabor oder auf Intensivstation. „Das war damals zukunftsweisend und ist auch heute noch ein guter Standard“, meint der Chefarzt, der an den Universitätskliniken Maastricht, Heidelberg, Gießen und an der Columbia University in New York zum Internisten, Kardiologen und Intensivmediziner ausgebildet worden ist.

„Seine Ideen gingen weit voraus“

Rüdiger Burger, Geschäftsführer der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH, würdigt die Weiterentwicklung der Abteilung und sagt: „In Schwetzingen angekommen, war für Professor Waldecker im Jahr 2003 zunächst die Konsolidierung der medizinischen Versorgung auf der Normal- und Intensivstation vorrangig. Darauf aufbauend gingen seine Ideen schnell weit voraus: 2005 wurde ein 24 Stunden einsatzbereites Herzkatheterlabor für planbare Eingriffe und Notfalleingriffe bei Herzinfarkt eröffnet.“ Dann folgte im Jahre 2010 die Einrichtung einer Vorstufe der heutigen, überall etablierten Chest Pain Unit zur standardisierten und zeitnahen Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen.

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2015 – somit zehn Jahre nach der Eröffnung – wurde bei steigender Zahl und Kompliziertheit der Eingriffe die Modernisierung des Herzkatheterlabors notwendig. Es wurde eine hochmoderne Röntgenanlage zunächst parallel in einem zweiten Katheterraum installiert. Damit konnten zeitintensive, komplexe Gefäßaufdehnungen vorgenommen und hochkomplexe Schrittmacher- und Defibrillatorsysteme implantiert werden, da zeitkritische Notfalleingriffe jederzeit und parallel möglich waren.

„Die Implementierung des Notfallstandorts in Walldorf und ein zweiter Herzkatheter in der Klinik Schwetzingen verbinde ich eng mit Ihrer Person“, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Johannes Weiß an Professor Waldecker gerichtet.

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Seit 2017 wird zur Beseitigung von Vorkammerflimmern die Kryoballonablation durchgeführt. Mittlerweile wurden in Schwetzingen mehr als 20 000 Kathetereingriffe vorgenommen.

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Professor Waldecker verstand von Anfang an seine Aufgabe als Chefarzt auch darin, nach außen die Herz- und Gefäßmedizin regional zu begleiten. Viele Vorträge, die Mitarbeit in den Ärztenetzen Schwetzingen und Hockenheim, die Gründung eines kardiologischen Arbeitskreises und – für Betroffene und Angehörige – einer Selbsthilfegruppe bezeugen dies.

Dem Vater zweier Kinder – und inzwischen auch zweier Enkel – wird es nach seiner Zeit in der GRN-Klinik Schwetzingen nicht langweilig werden. So strebt der 64-Jährige in den kommenden Monaten ein Studium an. Welches? Das möchte er noch nicht verraten.

Schwerpunkt Rhythmusstörungen

Die Zügel übernimmt unterdessen Professor Dr. Eberhard Scholz – oder auch den Tennisschläger, den er von seinem Vorgänger zum Einstand geschenkt bekam. „Mit hoher Präzision und moderater Beschleunigung“ sei dieser das ideale Arbeitsgerät, findet Waldecker.

Professor Scholz arbeitete seit 2005 am Universitätsklinikum Heidelberg und leitete dort zuletzt die Abteilung Elektrophysiologie. 2015 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen zählt zu den Schwerpunkten des Mediziners. Das ist ein Gebiet, das er an der GRN-Klinik Schwetzingen weiter ausbauen möchte. Er habe bereits seit einigen Jahren ein Auge auf die GRN-Klinik Schwetzingen geworfen, sagt der neue Chefarzt: „Die Kombination aus Herzkatheterlabor und Möglichkeiten zur Elektrophysiologie findet man nicht oft. Auch meine Familie fühlt sich wohl in der Region.“