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Orangerie

Fotografin Cemile Camci stellt im Schloss Schwetzingen aus

Respekt und Wertschätzung sind der Heidelberger Künstlerin Cemile Camci, die ab Sonntag, 11. September, in der Orangerie des Schwetzinger Schlosses ausstellt, besonders wichtig.

Von 
zg
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Schwetzingen. Sie will Mut machen. Mut zur echten und aufrichtigen Diskussion, die zwischen richtig und falsch eine Grauzone zulässt und am Ende beide Parteien zum Ergebnis kommen lässt: Ich bin vielleicht anderer Meinung, respektiere aber Deine. Der Heidelberger Künstlerin Cemile Camci, die ab Sonntag, 11. September, in der Orangerie des Schwetzinger Schlosses ausstellt, geht es vor allem um Respekt und Wertschätzung.

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Eine Aufnahme der Ausstellung „Aktionstoleranz 2.0 für eine bessere Streitkultur“. © Camci

„Ich will dem unguten Wandel in der aktuellen Gesellschaft entgegentreten“, sagt sie und stellt Porträts von 83 Menschen vor. Sie drücken mit ihrer Mimik, Gestik und Ausstrahlung aus, was es braucht, um dieser Spaltung entgegenzutreten. Da ist viel Optimismus dabei, aber auch Verletztsein und Trauer, Aufforderung zum Tätigwerden und Fröhlichkeit – Fotos, die ebenfalls Mut machen. Sie stehen für sich. Weder Name noch erklärender Text lenken vom Porträt ab, das nicht mehr als eine erste Begegnung sein soll. Die Künstlerin hat das Thema mit den 83 Porträtierten in ihrem Atelier vorbereitet, Fragen gestellt und angeleitet, damit am Ende jeder auf seine Art zeigt, was die Welt braucht, um der Spaltung etwas entgegenzusetzen. Auch bei der Ausstellung in der Orangerie sind diese Porträts zu sehen. Die Besucher haben die Gelegenheit, sich fotografieren zu lassen und damit ein Teil der Ausstellung zu werden.

Zerstörerische Corona-Jahre

Was Cemile Camci erreichen will, das gleicht einem vehementen Zurück zur gesunden Streitkultur, die unterschiedliche Haltungen zulässt, beispielsweise über Werte, Ansichten und Haltungen. Da sei in den letzten zwei Jahren viel kaputtgegangen. Das Thema beschäftigt Camci schon länger. 2015 sah sie bereits erhebliche Verluste. Damals brachte sie eine erste Aktion auf den Weg, für die sie sogar den Politgrafiker Klaus Staeck als Schirmherren gewann. Die Wanderausstellung mit dem Namen „Symmetrie als Universalsprache“ war in der Region in mehrern Glaubenshäusern wie Kirchen und Synagogen zu sehen. Jetzt, in diesen Tagen, sei die Streitkultur noch schlechter als 2015. Begriffe wie Respekt für andere Haltungen und Toleranz scheinen Fremdwörter geworden zu sein. Freundschaften sind zerbrochen; es gibt Familien, in denen eine Diskussion kaum mehr möglich ist, Fronten sind verhärtet. Dagegen müsse man etwas tun, hat sich Cemile Camci vorgenommen. Ein großes Ziel.

Im Grunde könnte es eigentlich ganz einfach sein, die Lücke zwischen richtig und falsch wieder zu erweitern und den Raum dazwischen zuzulassen. Man muss es nur versuchen. Dazwischen liegt eine große Chance, die viel mit Demokratie zu tun hat. „Denn zwischen richtig und falsch ist ein Ort – dort können wir uns begegnen.“

Die Ausstellung ist von 11. bis 25. September zu sehen, voraussichtlich von dienstags bis freitags von 14 bis 19.30 Uhr, samstags und sonntags von 12 bis 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Eintritt nur mit gültigem Ticket für den Schlossgarten. 

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